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::Lernmomente mal anders::

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Nicht-Konfliktsituation fürs Erziehungstraining zu gebrauchen bedeutet nicht, nur solche Situationen ins Visier zu nehmen, wo deine Kinder die Hauptrolle spielen.
Natürlich wirst du diese weiterhin verwenden, aber ich möchte heute über eine andere Art schreiben: Gelegenheiten, die ihr als Familie gemeinsam erlebt oder beobachtet habt. Sogar Filmsequenzen können helfen, über ein Thema zu sprechen.

Als unsere Kinder noch jünger waren, benutzen wir diese Art des Lehrens nur vereinzelt, je älter sie jedoch wurden und werden, desto mehr benutzten wir sie für ein Gespräch. Unsere Kids kommen nun auch vermehrt von selbst auf uns zu, weil sie etwas überrascht oder manchmal auch schockiert hat. 

Weil beispielsweise:
- Ein Kind seine Mutter nicht respektvoll behandelt
- Ein Freund in der Klasse lügt
- Im Film jemand gemobbt wird
- Kinder keine Grenzen haben, sei es, dass die Eltern sie hundertmal an etwas erinnern oder die verbalen Grenzen überschritten werden


Dieser Austausch zeigt auf, was im Herz d…

::Eltern-Kinder-Dates?::

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Unser Familienleben ist seit einigen Monaten auf den Kopf gestellt.
Die wichtigen Herz-zu-Herz-Zeiten mit unseren Kindern gerieten deshalb in den Hintergrund.
Wie schnell das doch passieren kann!

Ein Umzug, längere Krankheit, ein neues Baby, Herausforderungen in der Familie oder eben ein grössere Veränderung können etablierte Muster ins Wanken bringen.

Deshalb für mich – und vielleicht auch für dich – einige Ideen für diese Dates.
Womöglich ist es auch ein Anstoss für dich, es mal zu versuchen.

Für meine Familie, in unserer neuen Normalität, sind die Möglichkeiten ziemlich beschränkt.
Eventuell geht es dir gleich. Vielleicht sind auch die finanziellen Mittel knapp. Es braucht jedoch kein dickes Portemonnaie oder viel Abwechslung.

Wir lernen das genau jetzt: Auch wenn die Möglichkeiten beschränkt sind, geht es den Kindern nicht um ständige Veränderung oder grosse und kostspielige Abenteuer. Sondern um die Zeiten mit uns, in denen die Verbindung gestärkt wird und die Nachricht “Du bist …

::Meckern::

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Ist dein Kind bekannt dafür, dass es meckert, oder ist Dankbarkeit seine primäre Sprache?

Kleinkinder sind weinerlich, wenn man sich jedoch nicht darum kümmert und diese Art der Kommunikation ungehindert weiter wachsen lässt, wandelt sie sich mit zunehmenden Alter in Meckern um.

Weinerlichkeit war für mich schon genug anstrengend: dieser Ton, diese Haltung! Das Meckern jedoch übertrifft alles.

Wichtig ist zu wissen, dass für einige Kinder Dankbarkeit ganz natürlich ist. Sie müssen sich kaum anstrengen, denn sie sehen das Glas immer voll und reflektieren diese Haltung. Solche Kinder sind gern gesehen Gäste und es ist schön, in ihrer Gegenwart zu sein. Genauso wie bei dankbaren und optimistischen Erwachsenen.
Dann gibt es aber diejenigen, die genauso wenig tun müssen und mehr die Gefahr als die Chance sehen, bei denen das Glas halb leer ist und Negativität die hauptsächliche Aussicht auf das Leben. Solchen Kindern fällt es einfacher zu meckern, wobei die ersteren genauso eine Muster entwick…

::Demut -2-::

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Ich hoffe, du hast dich vom ersten Eintrag schon erholen können. ;-) Falls du ihn verpasst hast, unbedingt noch nachlesen, bevor du diesen in Angriff nimmst.
https://childwise-ch.blogspot.com/2020/01/demut-1.html
Wir haben zusammen angeschaut, wie schnell unsere Entschuldigung durch Rechtfertigungen zunichte gemacht werden kann. Erschreckend eigentlich, denn wir könnten uns dadurch das „Tut mir leid" glatt sparen. Dieses dient dann eigentlich nur als Tarnung für die Rechtfertigung, denn rechtfertigen alleine wäre dann doch zu hart. Die Entschuldigung bahnt den Weg und kommt dann zivilisierter rüber.
Nur leider ist es so, dass unsere Kinder uns durchschauen und die Entschuldigung durch das Verteidigen unserer Handlung überholt und hinfällig gemacht wird. Wir zeigen keine echte Reue, stattdessen lehrt unsere Haltung unseren Nachwuchs weit mehr, als unsere schönen Worte über echte Entschuldigungen es jemals könnten. Zusätzlich raubt es unsere Glaubwürdigkeit und zieht oft weitere Kreise, …

::Demut -1-::

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Laut Definition bedeutet Demut, dass man die äusseren Gegebenheiten hinnimmt ohne darüber zu klagen, und sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.   Weitere Wortsynonyme sind Genügsamkeit, Hingabe und Opferbereitschaft.  Die Gesinnung eines Dienenden. 
In unserer heutigen Zeit ist dieses Wort mit seiner Bedeutung nicht gerade attraktiv.  Prüfe dich mal selber, welche Emotion dieses Wort in dir auslöst!
Positive oder doch eher negative?  Welche Prägung trägt dieses Wort für dich? 
Sich dieser Frage bewusst zu werden hilft dir, eventuelle falsche Nuancen, die du dir im Bezug auf Demut über die Jahre angeeignet hast, abzulegen.  Das ist grundlegend wichtig, um den Begriff ganz neu und unbelastet anzugehen.  Also, nochmals: Demut. 
Im Merriam-Webster Wörterbuch wird es als "Frei von Stolz und Arroganz" bezeichnet.  Im Urban Dictionary steht: Wahre Demut ist es, deinen Wert und den Wert anderer zu erkennen. Zu begreifen, welches Potenzial in uns und anderen steckt.
Demütig zu sein heisst, real…

::Überzeugung::

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Angeknüpft an den letzten Eintrag möchte ich über unsere Überzeugungen reden, die manchmal gleich wie unsere moralischen Werten sind, oder zumindest nah zusammenhängen.
Hier nochmals zum Nachlesen, falls du es verpasst hast:  https://childwise-ch.blogspot.com/2019/11/moral.html
Unsere Überzeugungen wachsen über die Jahre durch Gespräche, Erfahrungen, Lektüre – und durch Erziehung.
Zu oft erwarten wir, dass unsere Kinder automatisch unsere Überzeugungen übernehmen, sie quasi förmlich mit der Muttermilch und unseren Genen aufnehmen. Nicht wahr? Oder überlege dir mal, wie häufig du unfassbar neben deinem Kind/Jugendlichen stehst und kaum glauben kannst, wie er/sie das machen/sagen konnte.
"Habe ich es ihnen nicht gesagt?!"
Hast du sie gelehrt? Wie?  Im Nicht-Konflikt, immer wieder mit wachsendem Alter, mit dem Grund dahinter?
Es ist keine einmaligen Lektion, sondern ein fortwährender Aufbau, der Jahre in Anspruch nimmt.
Dies setzt voraus, dass du genau weisst, warum du deine Überzeugungen …

::Gnade::

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Wie gnädig bin ich mit meiner Familie und meinen Mitmenschen?
Was lebe ich meinen Kindern vor?

Eine interessante Fragen, denn oft haben wir ein verzerrtes Bild unseres Selbst.
Man stuft sich vielleicht ziemlich gnädig ein, beim nächsten Mal aber, wenn jemand einem die Vorfahrt nimmt oder man sich in die endlose Warteschlange reinquetschen muss, fängt es an zu brodeln.

“Es ist nicht fair, ich habe ja gar nichts gemacht!” heisst es dann.
Das stimmt. Wenn wir ungerecht behandelt werden, schreit die Gerechtigkeit lauter und übertönt manchmal auch die Gnade.

Gnade ist ein Geschenk. Niemand kann sie sich verdienen, sie wird grosszügig offeriert – ohne Erwartungen und Gegenleistung.
Gnade ist freiwillig, und du kannst niemanden dazu zwingen, auch nicht deine Kinder. Deshalb ist das Vorleben so wichtig.

Wo liegt deine Schwäche?
Im Stau, beim Einkaufen oder wenn, nachdem du den Blinker betätigt hast und rückwärts in die Parklücke rein möchtest, dir jemand den letzten Parkplatz raubt? Wir alle haben so …