::Entgleiten::


Wenn unsere Kinder zu Teenagern werden, fühlt es sich für uns Eltern manchmal so an, als ob sie uns entgleiten.

Es kann sein, dass Junior uns nicht mehr alles erzählt und vielleicht sogar Dinge verheimlicht.
Seine Stimmungsschwankungen können uns verunsichern und gleichzeitig unheimlich frustrieren.
Unser Sohn oder unsere Tochter ist mehr unterwegs als zu Hause.
Die Schule wird immer weniger interessant und es kommt mehr Null-Bock-Stimmung auf, als uns Eltern lieb ist.

Verliere ich mein Kind!?
Dieser Kontrollverlust bewirkt in uns oft eine Kontrollzunahme, was während dieser Zeit für die Beziehung ziemlich ungünstig ist.

Wer erinnert sich noch an den Trichter?

In den ersten Jahren ist der Trichter eng und unsere Kleinkinder haben wenige Freiheiten. In den kommenden Jahren öffnet er sich immer mehr, bis wir in den 
Teenagerjahren viel mehr Freiheiten geben können.
Wenn du also das Gefühl hast, dass dein Kind dir entgleitet, ist die automatische Reaktion darauf, den Trichter wieder zu schliessen.
Freiheiten werden entzogen, die Kontrolle wird heraufgefahren und Frustration deines Teenagers ist die direkte Konsequenz daraus.
Leider unterstützen diese Massnahmen die Beziehung zu deinem Kind 
auf keinste Art und Weise.

Was tun? 
Zurückgehen kannst du nicht, und das mit dem Trichter von Anfang an mit deinem Teenager durchmachen, wenn du dich nie daran gehalten hast, klappt auch nicht.
Deinem Jugendlichen aus Angst plötzlich alles zu verbieten ist kontraproduktiv, insbesondere in der Zeit, wo du immer mehr zu seinem Coach wirst. Du bahnst jetzt den Weg für später, wo das Ziel eine Freundschaft mit deinem erwachsenen Kind ist. 

Deine Haltung während den Teenie-Jahren ist unglaublich essentiell für die Zukunft.

Investiere in die Beziehung.

Einzelne Dates, während denen du NICHT über die Herausforderungen sprichst, deinen Teenager jedoch bestärkst, an ihn glaubst und ihm Leben zusprichst.
Den verborgenen Diamanten polierst, indem du die Charaktereigenschaften unterstreichst, die im Moment noch nicht sichtbar sind.

Hör zu
Sei präsent.
Achte auf die "offenen Fenster“-Momente. Du kannst ihnen Raum schaffen, wenn du einfach da bist und nicht immer deine Meinung kundtun musst.

Und bitte: nörgle nicht!

Stelle Fragen.
Das ist zugegebenermassen knifflig. Stelle Fragen aus Liebe, weil du dich interessierst. Bombardiere deine Tochter oder deinen Sohn nicht mit Fragen, weil du sie oder ihn kontrollieren möchtest.

Gebrauche indirekte Kommunikation bei Jungs.

Unternimm mit der Familie verschiedene Abenteuer und stärke dadurch die Familienidentität.
Dein Teenager sollte in die Planung miteinbezogen werden.

Überlege dir, wie dein Teenager körperliche Berührungen wie Umarmungen momentan mag und sprich seine Liebessprache.

Als Eltern werden wir auch einige Male ins Fettnäpfchen treten! Dann ist eine Entschuldigung angebracht.

Unsere Jugendlichen brauchen keine perfekten Eltern. Sie schätzen es wenn sie spüren, dass du sie besser kennenlernen möchtest, du echt um Entschuldigung bittest und ihnen zu Hause einen sicheren Ort bietest.

Du schaffst auch diese Phase! Kopf hoch!

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