::Fehler::

 

Wie reagieren deine Kinder darauf, wenn sie Fehler machen? Und ich spreche hier nicht von einem dreijährigen Kleinkind, sondern von einem Schulkind. Denn da kristallisiert sich sein Temperament und seine Liebessprache mehr und mehr heraus.

Einige Temperamente der Kinder tun sich schwer damit, sich selber zu vergeben. Diese Kinder machen sich Vorwürfe und schauen ständig darauf, was falsch gelaufen ist. 
Sie scheinen sich in einer Abwärtsspirale zu verlieren und kommen kaum wieder hoch. 

Mein Mann und ich haben uns früh vorgenommen, unseren Kindern zu lehren, dass was immer sie tun, wir sie nicht mehr oder weniger lieben werden. Ihre Handlungen sind nicht abhängig von unseren Gefühlen zu ihnen. Unsere Liebe ist bedingungslos. 

Natürlich passt diese Aussage perfekt auf eine Postkarte, und vornehmen kann man sich dies theoretisch auch wunderbar, praktisch jedoch wurden wir das eine oder andere Mal stark herausgefordert. 

Glaube mir, nicht immer haben wir so gut reagiert, aber wir sind so dankbar, dass unsere Reue immer durch Vergebung empfangen wurde. 

Wie reagieren wir darauf, wenn ein „Ungenügend" unter einer Prüfung steht? 
Oder wie, wenn es die dritte mangelhafte Prüfung im Monat ist? 
Ob das Kind gelernt hat oder nicht macht hierbei ja einen grossen Unterschied aus. Wenn es nicht gelernt hat, wäre die Note eine persönliche Konsequenz auf die fehlende Bemühung. Aber was machst du bei dem Kind, das alles gibt und doch schlechte Noten schreibt?
Wie reagierst du? 

Natürlich wirst du das erste Kind ermutigen, beim nächsten Mal mehr zu tun. Vielleicht hilfst du ihm, einen Lernplan zu erstellen und fragst es, wie du es unterstützen könntest. 
Das Zweite jedoch, das die Extraleistung bringt, bei dem die Note dann jedoch nicht den Einsatz repräsentiert, wirst du ermutigen, dass – alle Lehrer mal kurz weghören! – die Schule nicht das Allerwichtigste im Leben ist, und es so viele Stärken und Begabungen hat, die nicht benotet werden, die es aber im Leben weit bringen werden. 
Denn diese Kinder sind oft enorm entmutigt, wenn sie trotz ihrem Fleiss nicht das passende Ergebnis sehen und sehen häufig den Wald vor lauter Bäume nicht mehr.  
Diese schlechte Resultate hinter sich zu lassen, scheint unmöglich. Dann hilft es nicht, wenn wir als Eltern zusätzlich Salz in die offene Wunde streuen und durch unsere Worte noch mehr Schaden anrichten. Weil genau diese Kinder sich schon genug Druck machen.
Du kennst dein Kind am Besten. Auf welcher Seite steht es? 

Haben deine Kinder die Sicherheit, dass was immer sie tun oder nicht tun, sagen oder nicht sagen, du sie liebst und es immer tun wirst? 
Oder haben sie ständig das Gefühl, dass sie deinen Erwartungen nicht gerecht werden und du nicht zufrieden mit ihnen bist? 

Wow, was für eine Kunst für uns als Eltern, mit den Fortschritten unserer Kinder zufrieden zu sein. 
Zufriedenheit als Mama und Papa ist genauso eine erstrebenswerte Haltung, wie sie für unsere Kinder ist. 
Natürlich wird diese Kunst ständig herausgefordert, weil unser Nachwuchs oft den gleichen Fehler mehrmals macht. Und mit mehrmals meine ich nicht zweimal. Die Zahl bewegt sich mehr im zweistelligen (manchmal dreistelligen!) :-) Bereich. 
Dann aber dranzubleiben, die Kinder zu lehren, dass der Fehler nichts mit deiner Liebe macht, du sie unabhängig davon annimmst, sie jedoch gleichermassen lehrst, aus den Fehlern zu lernen oder eben die Sichtweise zu ändern, ist ein unglaublicher Balanceakt. 
Wie einfach fällt es dir, dir selber zu vergeben, wenn du einen Fehler machst?
Es gibt tatsächlich Kinder, die genauso viel Mühe haben. 
Und genau dabei dürfen wir ihnen helfen: Früh zu lernen, dass es immer wieder einen neuen Tag gibt. Das Alte zurückzulassen, sich loszulösen, sich selbst lernen zu vergeben und es wieder zu versuchen. 
Schenke ihnen die Sicht nach vorne. Bestärke und ermutige sie in ihrer Identität. 

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