::Vater-Prägung::


Wie hat die Beziehung zu deinem Vater deine Erwartungen an deinen Mann als Vater für deine Kinder geprägt? 

Womöglich hast du gar nie darüber nachgedacht. 
Lass es uns zusammen tun. 

Neuere Forschungen belegen, dass die ersten fünf Jahre besonders wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns sind und die ersten drei Jahre die kritischsten bei der Gestaltung der Gehirnarchitektur des Kindes. 
Der Zeitraum bis zum Alter von 8 Jahren ist entscheidend für die kognitive, soziale, emotionale und körperliche Entwicklung. (Das am Rande, für die Nerds wie ich.) :-) 
Wir sehen dadurch, wie bedeutend die ersten Jahre eines Kindes sind. Diese prägende Zeit können wir als Frau (natürlich auch als Mann) nicht so einfach abschütteln, wenn wir selber Mutter oder Vater werden und uns mit unserer eigenen Erziehung befassen. Sei es unbewusst oder bewusst kommen dann Sätze aus unserem Mund, welche unsere Mutter oder der Vater zu uns gesagt haben. Oder wir nehmen exakt die gleichen Vorgehensweisen an wie sie. 

Ich habe kürzlich eine Mutter genau bei diesem Thema begleitet. Eigentlich war die primäre Frage eine andere, im Gespräch jedoch merkte ich schnell, dass zu der aktuellen Frustration die eigentliche Herausforderung tiefer lag.
 
Wie schon in unserem Eintrag:
https://childwise-ch.blogspot.com/2019/05/nur-ein-wort.html funktioniert es hier ähnlich. 

Die eigentliche Situation ist frustrierend, Freunde und Bekannte würden dir zustimmen und dich ermutigen, deinen Mann darauf aufmerksam zu machen, nur hilft dir das keinen Schritt weiter, ausser, dass dein Ärger wächst.
Der Auslöser kommt jedoch nicht wirklich von deinem Mann, sondern wird durch die Erinnerungen deines Vaters ausgelöst. 
Wenn das der Fall ist, dann helfen zahlreiche Krisengespräche mit deinem Partner kaum weiter, weil die Problematik tiefer liegt. 
Nun, wie könnte das ganz konkret aussehen? 

- Du wurdest von deinem Vater verlassen oder er war oft abwesend. 
Jegliche Unaufmerksamkeiten deines Mannes, sei es durch zu langes Ausgehen abends oder ständiges am Smartphone sein, ärgern dich nicht nur wegen der aktuellen Situation, sondern versetzen dich in die Kindheit zurück, als du dich verlassen gefühlt hast. Diese Handlungen deines Mannes lösen etwas Tieferes aus.  
Meist jedoch ist uns dies nicht sofort bewusst. Wir entschuldigen unser Verhalten dadurch, dass ja unser Partner das Problem ist. 
Beobachte dich mal bei einer Auseinandersetzung mit deinem Partner: Reagierst du über? 
Löst es mehr Schmerz aus, als für eine solche Situation angebracht ist? 
Eskalierst du diese Situation ins Unermessliche? 
All dies könnten Zeichen sein, dass du deinem Mann nicht nur die Verantwortung als Vater für deine Kinder aufgebürdet hast, sondern auch die für deine Kindheit.
In alltäglichen Situationen, über die man in einer Ehe diskutieren kann, haften viel tiefere Wunden. 

- Vielleicht konntest du es deinem Vater nie recht machen? 
Fehlende Ermutigung löst weitere Verletzungen aus, wenn dein Mann die Kunst der Bestärkung mit deinen Kindern noch nicht so beherrscht, und du projizierst deine Verletzungen verstärkt auf ihn.

- Dein Vater war vielleicht über-ängstlich und hat dich dadurch enorm eingeschränkt. Jeglicher sorgsame Ausdruck deines Mannes versetzt dich nun in genau dieses Gefühl als kleines Mädchen.

Es gibt unzählige Szenarien. 
Überlege dir, ob deine Frustration über deinen Mann nicht nur von seinem Verhalten ausgelöst wird, sondern von den Verletzungen deiner Vergangenheit mit deinem Vater. 
Wenn dies der Fall ist, bleibe dran, grabe tiefer, tausche dich aus und hol dir jemanden, der dich da raus begleiten kann. In diesem Eintrag ist es mir nicht möglich, in die Tiefen der verschiedenen Auswirkungen zu gehen. Wenn ich dich jedoch sensibilisiert habe, freue ich mich schon riesig darüber. 

Es lohnt sich, denn deinem Mann diesen Druck aufzubürden, ist nicht fair und kratzt im besten Fall nur an der Oberfläche. 

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