:: Eigentum anderer respektieren::


Respekt vor dem Eigentum anderer Leute beginnt zu Hause.

Mache deine Wohnung nicht kindersicher, sondern deine Kinder wohnungssicher!

Beginne mit dem Training, wenn das Kind im Krabbelalter ist und seine kleinen Hände versuchen, deine Deko umzustellen, die Stereoanlage zu bedienen oder in den Hundenapf greifen. Antworte mit einem klaren "Nein". Dadurch lernen die Kleinen schon den Respekt vor dem Eigentum anderer, auch wenn sie in diesem Alter das Warum noch nicht begreifen, verstehen sie das Nein. Später (ab ca. 3 Jahren) erklärst du dann dem Kind, warum man gewisse Dinge nicht berührt, Schubladen anderer Leute öffnet, im Hundenapf wühlt etc.

Es gibt Kinder, denen reicht ein "Nein", andere brauchen hunderte davon. Bleibe konsequent und denke nicht: "Ich hätte auch lieber ein Kind, das nicht so ein Dickkopf hat." Meist kommt der ja von irgendwo her :-) Das weiss ich aus eigener Erfahrung :-)

Lass es zu deinem Leitmotiv werden: "Was du selbst nicht möchtest, tue auch anderen nicht an. Behandle andere mit demselben Respekt, den du gerne erfahren möchtest."

Lehre deinen Kindern, dass sie den BESITZER und nicht dessen Besitz respektieren sollen.
Das macht einen grossen Unterschied.

Den Eigentümer als Ziel des Respekts zu betrachten, schliesst unsere individuellen Beurteilungen aus.

Wenn wir unterwegs beispielsweise einen Schokoriegel essen und noch beim Spazieren das Papierchen ganz winzig zusammenrollen und dann an einem verwilderten Garten vorbeikommen, sind wir leicht versucht zu denken: "Wen wird es schon stören, wenn ich das Papier dort reinschmeisse. Der Rasen wurde ja seit Monaten nicht gemäht."

Und schon haben wir den Respekt anhand unserer Anschauung verändert.
Deswegen: Der Grundstücksbesitzer verdient meinen Respekt und nicht das Grundstück an sich.

Jede Person hat Dinge in ihrem Leben, an denen sie ein bisschen drehen und schrauben kann, bis es passt: "Ach komm, das ist jetzt nicht so schlimm, weil ......"
Und schon haben wir es mit unserer Ausrede angepasst.

Bringe ich den Gepäckwagen am Flughafen wieder an den Sammelort zurück, oder lasse ich ihn einfach auf dem Parkplatz stehen, weil es zu mühsam ist?
Lege ich die Kekse, die ich in den Einkaufswagen gepackt haben, wieder an den ursprünglichen Platz zurück, weil ich mich nun doch entschieden habe, diese nicht zu kaufen?
Zahle ich auch in einem Parkhaus, in dem ich kein Parkticket bekomme, sondern selbst die Nummer eingeben muss?

Deine Kinder beobachten dich und verstehen die Anpassung der Tugenden nicht!
Warum macht Mama oder Papa das selber nicht, verlangt aber von mir, dass ich......?

Niemand ist perfekt! Wenn wir mal aus dem Reflex heraus eine falsche Entscheidung treffen oder unsere individuelle Beurteilung fälschlicherweise miteinfliessen lassen, dann ist eine Entschuldigung bei unseren Kindern angebracht.

Ein wirklich herausfordernder Eintrag.

Was sind meine oder deine Beweggründe, etwas zu tun?
Und schon sind wir wieder bei der Moral.
WARUM tue ich etwas? Ist es begründet oder zufällig?
Wie können wir es unseren Kindern lehren?

RICHTIG BLEIBT RICHTIG, AUCH WENN ES NIEMAND SONST TUT.
FALSCH BLEIBT FALSCH, AUCH WENN ALLE ANDEREN ES TUN.

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