::Hausaufgaben -2-::


Bist du schon gespannt, wie die Charakterschule für Eltern aussieht?
Vielleicht sind deine Kinder noch nicht im schulpflichtigen Alter und du kannst dir kaum vorstellen, wie intensiv die Schule sein könnte (ja, irgendwie sind wir mit unseren Kindern wieder mit in der Schule).

Den Alltag mit Kleinkindern kann es ja kaum toppen! :-)
Das dachte ich mir auch – aber Erziehung überrascht mich immer wieder auf’s Neue!
Die Jahre verändern sich, die Phasen gehen ineinander über und irgendwie entwickelt sich alles.

Langeweile kommt nie auf.
Da soll noch jemand sagen, das Elternsein sei langweilig!
Es ist eine der abwechslungsreichsten Aufgaben ever!

Also, zurück zu den Hausaufgaben, und was ich als Mama gelernt habe.

Hausaufgaben und die Schule im Allgemeinen versetzt mich sofort wieder in meine Schulzeit zurück.
Erfolge, Misserfolge, Mobbing, beste Freunde, Prüfungen, Druck, Emotionen, Lehrer ...
Plötzlich ist alles wieder da.
Unweigerlich fange ich an, Parallelen zu ziehen.

Hat mein Sohn einen schwierigen Lehrer, erinnere ich mich an meinen zurück, der mich unfair behandelt hat.
Hat meine Tochter Mühe in der Schule, besinne ich mich an meine Schulzeit, in der ich genau das Gleiche durchgemacht habe.
Emotionen kommen hoch und man projiziert oft unbewusst Ängste auf die Kinder. Vielleicht nicht mal unbedingt verbal, aber wir machen uns sorgen.

Was, wenn …? So beginnen dann die meisten unserer Fragen.
Wir grübeln und steigern uns in etwas hinein.
Spätestens da sollten wir aufhören, denn es ist die Schulzeit unserer Kinder und nicht unsere.
Die Geschichte muss sich nicht wiederholen, wenn wir es nicht zulassen.
Sorgen beginnen klammheimlich in unseren Gedanken und nehmen Ausmasse an, die uns erschrecken und uns die Energie rauben.

Könnte das der Grund für deine Sorge sein?
Geht es nicht mehr um das heutige Thema, sondern um deine Sorge für die Zukunft?
Oder beeinflussen dich deine eigenen Prägungen so stark, dass du gar nicht mehr realistisch die Situation beurteilen kannst?

Oft ist es genau dieser Punkt. Wir sorgen uns nicht über die Verträumtheit unseres Kindes, sondern denken weiter, wie sich dies auf seine Schulzeit auswirken wird: Seine Noten
werden immer schlechter, es kommt nicht mehr mit und verpasst zu viel, später wird es keinen Job finden ...
Es tönt unglaublich, wenn man das so liest, aber genau dieses Kopfkino raubt uns die Energie. Denn wenn es nur um die heutige Verträumtheit geht, dann können wir es losgelöst angehen, ohne mit den schlimmsten, zukünftigen Problemen zu rechnen.
Wir sollten uns nur um den heutigen Tag sorgen. Das genügt.

Fange an, die Herausforderungen so anzugehen. Erwarte nicht, dass alles den Bach runtergehen wird. Erinnere dich daran, dass wir Coach und Cheerleader sein sollten.
Ermutige, bestärke und leite.

Versöhne dich mit deiner Schulzeit und schau mit deinen Kindern nach vorne.
Glaube an sie.

Wir können die Schulzeit unserer Kinder mit unserer Haltung aufbauen oder niederreissen.


Charakterschule Nr. 2: Geduld.
Die liebe Geduld …
Ich habe in dieser Hinsicht mit den Hausaufgaben meiner Kids ein Intensivtraining erhalten.
Was für mich mit der Geduld Hand in Hand geht, ist die Selbstkontrolle.
Geduld und Selbstkontrolle.
Geduldig ruhig bleiben, wenn meine Tochter die Neunerreihe immer noch nicht schafft, wenn die Matheaufgaben nach langer Erklärung immer noch falsch sind, wenn die Nomen immer noch kleingeschrieben werden, wenn nach geduldiger Erläuterung Verben noch nicht verstanden werden.

Das Nichtverstehen – mit dem könnten wir noch umgehen. Nicht wahr? Die Schwierigkeit liegt darin, wenn nach geduldiger Erklärung noch nichts hängenbleibt, geschweige denn, wenn während der Erklärung unser Kind nicht zuhört. Genau dann ist Geduld und Selbstkontrolle keine Theorie mehr, denn wir haben das Intensivtraining begonnen.

Viele Male ist es mir so vorgekommen, als ob kein Fünkchen Geduld in mir stecken würde.
Viele Male musste ich mich bei meinen Kindern entschuldigen, um dann am nächsten Tag erneut eine Chance zu bekommen, mich in Geduld und Selbstkontrolle zu üben.

Wir haben die Möglichkeit, unsere Kinder zu ermutigen und ihr Potenzial auszugraben, oder ihnen das Gefühl zu geben, dass sie „dumm“ sind.
Traurig aber wahr, denn genau das machen wir mit der Aussage: „Was?! Du verstehst es immer noch nicht?“

Ich müsste lügen wenn ich sagen würde, dass mir diese fiese Satz nie über die Lippen gekommen sei.

Es nützt jedoch nichts, sich fertig zu machen, denn das Training geht weiter und man kann sich verbessern. Ein neuer Tag, eine neue Möglichkeit.
Gott sei Dank!

Gebrauche Lebensworte, verändere dein Vokabular, damit du deine Kinder bestärkst.
Zu Hause ist der Beste Ort dafür.

Und so geht das Charaktertraining weiter.

Liebenswert, freundlich, fürsorglich, optimistisch, gnädig, weise ...

Es schleift und lehrt mich enorm.
Zugegebenermassen nicht immer angenehm, aber die Früchte erkenne ich je länger je mehr.

Hast du das Charaktertraining schon begonnen?

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