::Vergleiche nicht -1-::



Wir wissen alle, dass das Vergleichen unserer Kinder mit den Geschwistern ein grosses No go ist!

Wenn andere Mütter mich um Rat fragen und ich im Gespräch erwähne, dass wir nicht
vergleichen sollten, kommt oft die Antwort ganz schnell: „Oh nein, das tue ich nicht, ich weiss, wie falsch das ist!“
Oder andere entschuldigen sich: „Ich weiss, dass ich nicht vergleichen sollte, aber ....“

Wo stehst du?
Wenn wir ganz ehrlich sind, würden wir wohl alle zugeben, dass wir unsere Kinder untereinander schon verglichen haben. Wenn nicht hörbar, dann vielleicht ganz
still in unserem Herzen.
Ich tat es auch. Hörbar. Danach hätte ich mir jeweils am liebsten die Zunge abgebissen aber ich konnte diese Worte nicht mehr zurücknehmen.
Natürlich habe ich mich bei meinen Kindern entschuldigt und dies wurde auch sehr schnell angenommen.
Wie vergebend doch Kinder sind!

Mir war aber genauso wichtig, dass ich dieses Vergleichen lasse, auch wenn ich diese „ungerechte Karte“ nicht oft zog. Aber danach fühlte ich jedes Mal diese Ungerechtigkeit.
Denn jedes unserer Kinder ist einzigartig und wunderbar. Sie sind wirklich verschieden, haben ein anderes Temperament, ganz spezielle Stärken und Schwächen, und sie zu vergleichen wäre nicht nur unmöglich, aber auch völlig verrückt.

Sie sollten von uns Eltern hören, dass sie aussergewöhnlich einzigartig sind. Wir sollten ihre Stärken hervorheben und feiern und an den anderen Dingen zusammen arbeiten – als Team. Und nicht sie an ihren Geschwistern messen.

Denn das Vergleichen macht die ganze Situation nur noch schlimmer, und ich glaube nicht, dass das in unserem Interesse ist. Also lasst und diesen Blödsinn abgewöhnen.

Gehen wir einen Schritt weiter. Wie oft vergleichen wir unsere Kinder mit anderen Kindern?

- Christian läuft schon lange und du ...
- Sophia teilt so schön, du reisst allen alles aus der Hand
- Was hatten denn Fabian, Ben und David für eine Note?
- Wieviele Einträge hat Laura?
- Nimm dir mal ein Beispiel an ...

Wenn es nicht schon sinnlos genug wäre, sie mit ihren Geschwistern aus der gleichen Familie zu vergleichen, tun wir es noch mit anderen Kindern.

Diese Angewohnheit fängt mit den jüngsten Krabbelkinder an. Wer läuft zuerst, wer bekommt den ersten Zahn, wer spricht zuerst…..innerlich zerreisst es uns fast, wenn unser Kind dann jeweils das Schlusslicht ist.

„Was? Dein Kind kann das noch nicht!?“ Ist oft auch die weniger taktvolle Frage, die in keinster Weise ermutigend ist.

Sei nicht diese Mutter oder dieser Vater, der andere entmutigt. Denn man kann es auf eine viel taktvollere Weise tun.
Irgendwie jedoch scheint der Wettkampf unter Eltern loszubrechen.

Später sind es dann die verschiedenen Sprachen, die unzähligen Instrumente, all die Sportarten, die Schulleistungen, der Beruf etc. Kinder scheinen ein neuer Weg zu sein, sich zu profilieren oder anzugeben.

Du musst diesen Wettlauf nicht mitrennen. Vor allem wenn du Kinder hast, deren Leistungen nicht messbar sind. Deren Stärken in den sozialen Fähigkeiten liegen.

Kinder sind so wie sie sind, eifach wunderbar. Sie werden schon in den Schulen einseitig bemessen und sollten dies nicht zuhause und im Freundeskreis auch noch mitmachen müssen.

Bestärke, ermutige und befähige sie!

Jeder hat einen anderen Weg und wir sollten als Eltern stolz auf sie sein und sie nicht in eine Schublade zwängen, nur damit wir dann mal sagen können, wir hätten einen Arzt in der Familie.
Wenn es ihre Leidenschaft ist, dann natürlich werden wir sie unterstützen, aber nicht „nur“ um in einer Runde angeben zu können.

Ich kennen eine Mutter, die mir mal erzählt hat, dass ihre Tochter Tierpflegerin lernen wollte. Der Vater sagte aber immer, dass dieser Beruf keine Zukunft und keinen Wert habe. Er wollte nicht, dass SEINE Tochter eine Tierpflegerin wird. Sie hatte widerwillig eine KV-Lehre gemacht, die Beziehung zum Vater jedoch ging in die Brüche.

Natürlich will man als Eltern nur das Beste für das Kind, und das wollte dieser Vater auch, aber ob dieser Weg der Richtige war, wage ich zu bezweifeln.

Vergleiche nicht, sondern feiere die Individualität!

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