::Stop fort he one -2-::



Nun, mir wurde dies vor einigen Wochen nochmals so richtig klar.
 
Normalerweise gehen alle unsere Kinder morgens zusammen aus dem Haus, weil sie den gleichen Kindergarten-/Schulweg haben.
An diesem Morgen jedoch wollte unsere Jüngste sich partout nicht bereit machen (nicht, dass dies völlig neu wäre, denn wir arbeiten mit ihr genau an diesem Punkt). Aber in diesem Fall zog sie sich nicht mal langsam an, sondern gar nicht.
 
Die Älteren wurden schon ungeduldig, und ich hatte auch einen Termin anstehen. Ein explosiver Coktail, nicht wahr?
 
Nun, genau in diesem Moment kam mir der Gedanke: „Stop for he one!“  Was, wenn diese Person dein Kind ist?
Es berührte mich zutiefst und ich sagte den Ältesten, sie könnten schon gehen, ich würde die Jüngste später mit dem Auto fahren.
 
Ich spürte förmlich, wie in diesem explosiven Moment Ruhe einkehrte.
 
Wie aber hätte dieses Szenario sonst aussehen können?
Ich drängle die Jüngste, sich endlich anzuziehen, wir haben es ja schon in Lernmomenten gelernt und sind schon seit einiger Zeit daran. 
"Wann lernst du es endlich?!" (Hallo, Lieblingssatz) :-)
Die Älteren werden immer ungeduldiger und tun dies natürlich auch kund.
Oder, du ziehst deinem Kind die Jacke an, die Schuhe, hängst den Turnbeutel und den Kindergartestreifen um und schiebst alle aus dem Haus. Auch du hast schliesslich einen Termin!
Du gehst dann schweissgebadet aus dem Haus und hast das Gefühl, dass dieser Moment dir gerade all deine Energiereserven geraubt hat.
Ja, solche Tage gibt es. :-)
 
Nun. Ich setzte die Kleine auf die Treppe und mich gleich daneben. Ich fragte sie, was los sei, und schon sprudelte es aus ihr heraus. Wie verletzt sie war, als gestern eine Freundin im Kindergarten ihre neue Flasche auf den Boden geschmissen hatte und das ganze Wasser ausleerte. 
Meine Jüngste weinte.
Es war einer dieser „Offenen Fenster-Moment", den ich wirklich auch einfach verpassen haben könnte.
 
Wir sprachen darüber, führten auch unser Ritual durch, wenn es um solche Dinge geht, und plötzlich sah ich das Lächeln, das ich den ganzen Morgen vermisst hatte, auf ihren Lippen.
Puhh, geschaft! :-)

Plötzlich ging es auch ganz schnell mit selber Anziehen und der Morgen war gerettet.
 
Ich verabschiedete mir vor dem Kindergarten und fuhr überglücklich an meinen Termin.
Während der Fahrt dachte ich noch darüber nach, wie anders der Morgen hätte sein können.
Ich hätte Druck ausüben können. Dabei hatten wir ja auch genügend Zeit. Der Kindergarten beginnt erst eine halbe Stunde später, meinen Termin habe ich trotz Verkehr rechtzeitig geschafft (und auch wenn ich mal unpünktlich gewesen wäre, hätte das kein grosses Drama ausgelöst, ich bin ja in der Regel pünktlich).
 
Stop for the one – was, wenn diese Person eines deiner Kinder ist?
Höre auf die Impulse. Lass deinen stressigen Alltag dir nicht die Momente der "offenen Fenster" rauben.

Und noch was: Ihr kennt uns! Kontext, Baby, Kontext ...
In der Erziehung dürfen wir den Kontext nie vergessen. Denn es bedeutet natürlich nicht, dass ihr immer alles stehen und liegen lässt, das Kind in den Mittelpunkt des Universums setzt und sich alles nur darum dreht. (aber ihr wisst das, gell!?)

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