::Der Check::


Wie abhängig sind deine Kinder davon, eigene Entscheidungen zu treffen?
Nehmen sie es ruhig hin, wenn Papa und Mama entscheiden wo ihr hingeht, wo man essen geht, was gespielt wird, oder was sie anziehen sollen?

Bist du bei allen deinen Kindern innerhalb des Trichters? Haben sie altersentsprechende und nach ihrer Verantwortung gemässe Freiheiten, oder hast du das vielleicht beim Ältesten noch durchgezogen und bist jetzt bei den Jüngeren einfach froh, wenn sie selber entscheiden und schon früh Verantwortung übernehmen?

Oft starten wir stark und werden bei jedem Kind schwächer - die Messlatte bleibt nicht dieselbe.
Ich spreche aus Erfahrung! Und dann wirf noch verschiedene Charaktertypen mit rein und schon bist du extrem herausgefordert!

Zum Glück gib es immer wieder diese Momente, bei denen wir daran erinnert werden, dass wir nachgelassen haben und den Kurs wieder anpassen können.

Im Kurs „Childwise, vom Kindergarten bis ins Teenageralter“ bei Lektion 9 "roter Becher, blauer Becher", schlagen die Ezzos ja einen Test vor: Wie reagieren deine Kinder, wenn du ihnen das Frühstück vorbereitest und sie nicht nach Orangensaft oder Apfelsaft, Toast oder Cornflakes, diesen oder jenen Becher fragst.

Wie würden deine Kinder reagieren?
Unter den Kursteilnehmenden gibt es immer wieder mutige, die diesen Test wagen. Viele Eltern melden danach überrascht:
„Ja es klappt! Die Kinder wollten zwar zuerst etwas anderes, haben sich jedoch schnell dann mit dem zufriedengegeben, was vorbereitet war."
Andere lernen den eigenen Nachwuchs neu kennen, wenn dieser schreiend den anderen Becher fordert und sich dann auf den Boden wirft (das kann auch bei älteren Kinder vorkommen und muss nicht nur bei Kleinkindern im schwierigen Alter sein). :-)

Für all diejenigen, denen dieses Konzept neu ist: Es geht einfach um eine Gewohnheit. Sind deine Kinder gewohnt, alles zu entscheiden?
Natürlich dürfen sie Entscheidungen übernehmen. Es geht gar nicht darum, den Nachwuchs nichts entscheiden zu lassen. Oft ist es jedoch so, dass die Kinder den ganzen Tag entscheiden und die Eltern sich ihren Wünschen anpassen.

"Nein, ich will nicht dieses Buch, sondern jenes!"
"Ich möchte nicht auf dem Bett sitzen, sondern auf dem Sofa!"
"Ich möchte nicht in den Tierpark, lieber auf den Spielplatz vor dem Haus!"
"Ich möchte keinen Apfel, lieber ein Joghurt."
"Ich möchte nicht, dass Mama mich ins Bett bringt. Ich will Papa!"
"Ich möchte nicht diese Jacke anziehen, lieber meine rote Regenjacke!"
"Ich möchte nicht diesen Rock, lieber den neuen, den ich von Oma bekommen habe!"
....

Ich glaube ihr versteht.
Weil es oft mit Kleinigkeiten anfängt, ist es uns oft nicht bewusst, wie sich der Kurs ändert.
Sobald du aber etwas forderst, wie: „Wir gehen jetzt Zähneputzen" und sich dein Kind lauthals dagegen wehrt, verstehst du die Welt nicht mehr. Hattest du nicht den ganzen Tag versucht, seine Wünsche zu respektieren? Und das ist jetzt die Belohnung?

Kinder gewöhnen sich jedoch daran, Entscheidungen selbst zu treffen. Sie verstehen es als Einmischung, wenn Mama oder Papa dann mal etwas fordern.

Mach den Check. Und übernimm auch mal Entscheidungen.

"Wir lesen jetzt dieses Buch, später können wir das andere lesen!"
"Heute sitzen wir auf dem Sofa!"
"Ich habe entschieden, dass wir in den Tierpark gehen. Ein anderes Mal gehen wir dann wieder auf den Spielplatz!"
....

Sei mutig, versuchs mal :-)
Heute sind es vielleicht nur Kleinigkeiten, morgen handelt es sich dann aber um andere, grössere Dinge.

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