::Angst::


Jeder Mensch geht anders mit Emotionen um. Oft kritisieren wir genau diese Unterschiede. Die einen vehementer als die anderen, insbesondere wenn etwas auf dem Spiel steht, das uns wirklich am Herzen liegt.

Du hast womöglich keine Angst während dieser globalen Pandemie, dein/e Freund/in jedoch scheint förmlich von der Furcht eingenommen zu werden.

Schnell kann man überheblich werden. “Ich habe keine Angst und lasse mich von solchen Gefühlen nicht beherrschen!”
Kann es jedoch sein, dass du ganz natürlich anders damit umgehst?
Du musst dich nicht wirklich bemühen, solche Emotionen wegzuschieben, sondern deine erste Reaktion ist nicht Furcht.

Genau gleich kann es bei unseren Kindern sein. Verurteilen wir ihre Angst, weil sie für uns unrealistisch ist?

Wir alle haben schon Momente erlebt, in denen wir dem Druck einer unerwarteten Situation nicht standhalten konnten.
Dies machte sich durch Sorgen, Wut, irrationale Angst, unkontrollierbares Lachen oder Gereiztheit bemerkbar. Solche Ventile, die wir oft nicht auf beispielsweise
die Angst zurückführen, haben doch die Wurzel darin.

Wie reagieren wir darauf?

Ignorieren wir es, setzen es herab oder machen uns darüber lustig?
“Hör doch auf, du musst keine Angst haben,” hat noch niemandem geholfen.
Nicht deiner/m Freund/in oder deinem Kind.

Ich glaube, dass Mitgefühl der Schlüssel ist.
Auch wenn wir dazu neigen, eine Situation reparieren zu wollen, braucht es oft nur ein offenes Ohr und Empathie.
Natürlich kannst du deine Meinung kundtun, aber wie tust du das? Indem du deinen Punkt klarmachen möchtest, oder du Hilfe anbietest? Und wenn es Letzteres ist: Empfängt die Person so deine Hilfe?

Ich liebe den Vers: “Feiere mit denen, die feiern, und weine mit denen, die trauern.”

Wir Eltern sollen es uns zur Gewohnheit machen, bei unseren Kindern nachzufragen und zuzuhören.
Wie war dein Tag?
Was war schön?
Was besonders schwierig?

Versuche zu erkennen, ob sie deine Hilfe benötigen oder sich einfach mal den Frust von der Seele sprechen wollen.
Schaffe einen Raum dafür.

Lass Mitgefühl deine erste Reaktion sein und dann spürst du, welche Schritte benötigt werden. Unsere Kinder sagen mir jeweils, dass Gott uns zwei Ohren gegeben hat und nur einen Mund. Das sagt doch schon vieles!

Lasst uns für unsere Liebe füreinander bekannt sein. Die einen machen das ganz natürlich, die anderen brauchen ein wenig Unterstützung. 

Sei aufmerksam in deiner Familie, genau in dieser Zeit, wo alles sich verändert hat, wie deine Kinder oder dein Partner reagieren.

Die Gereiztheit ist womöglich nicht gegen dich gerichtet, sondern ist das Ventil für eine andere Emotion.

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