:: Wie du deinem ängstlichen Kind hilfst::


Bei uns fing es damit an, dass unser Kleinkind nicht in den Kinderhort gehen wollte, dann kamen die Spielgruppe, der Kindergarten und die Geburtstagsfeste. Eigentlich wollte er überall nicht hin, wo wir nicht mitkommen konnten.

Erst klammerte er sich ganz doll an mich, dann protestierte er lautstark, sobald er sprechen konnte oder weinte.
Oft fingt es am Abend zuvor an, und dies jeden Donnerstagabend, bevor er in die Waldspielgruppe gehen musste.
Am besagten Morgen blieb er dann im Bett, ass im Schneckentempo sein Frühstück, hatte Kopf- oder Bauchschmerzen und klammerte sich zur Krönung im Auto fest. Vor versammelten Mannschaft durfte ich ihm “heraushelfen”. Die begeisterten Kinder, die sich auf den Morgen freuten, wurden lautstark durch unseren Sprössling gestört. 
Als sie dann losliefen, sackte ich oft völlig erschöpft in den Autositz und wäre am liebsten eingeschlafen, aber das war nie möglich, weil seine zwei jüngeren Schwestern auf mich warteten.

Früh merkten wir, dass Ängstlichkeit etwas war, worauf wir unser Augenmerk setzten mussten, um unseren Sohn Schritt für Schritt zu ermutigen und zu bestärken.
Die kleinen Erfolge schienen oft gering und für andere waren sie unsichtbar. Mein Mann und ich wussten jedoch, dass sie für unseren Jungen bedeutend waren.

Für uns und andere ist es einfach zu sagen: "Mach dir keine Sorgen“ oder „Hab keine Angst", aber für diejenigen, die sich Sorgen machen, ist es keine hilfreiche Aussage. Sie führt zu Schuldgefühlen und Scham und hilft unseren Kindern nicht, ihre Gedanken zu verarbeiten um einen gesünderen Weg zu finden.

In diesem Zusammenhang jedoch war ich des Öfteren schuldig, genau diesen Satz auszusprechen. Manchmal aus Ohnmacht, oft aus Frustration.

Was kann man also tun?

Anerkenne die Gefühle deines Kindes, auch wenn sie für dich absolut absurd scheinen. 
Mir die Zeit zu nehmen, seine Ängste auch zum hundertsten Mal anzuhören, scheint vielleicht für jemanden, der kein änglisches Kind hat, leicht. Glaube mir, es ist jedoch alles andere als easy!

Erkläre deinem Kind, was passieren wird.  
Für ängstliche Kinder ist es unglaublich wichtig, dass sie nicht unvorbereitet in eine Situation kommen. Diese Kinder werden oft von unzählige Ängste begleitet. Wenn wir unseren Nachwuchs aber gedanklich Schritt für Schritt mitnehmen, können viele Ängste wegfallen. Ich sage hier ganz bewusst können, denn meist bleibt die Sorge trotzdem, unsere  Erklärung hilft diesen Kids jedoch und ist fast wichtiger für die Aufarbeitung nach dem Ereignis.

Nachbesprechung
Sie ist genauso wichtig wie die Vorbesprechung. Denn hier kannst du ganz viel feiern, ermutigen und bestärken. Das Kind zurück zu seinen anfänglichen Gefühlen bringen um
dann darüber zu sprechen, wie es wirklich war.
Diese Zeiten gebrauchten wir oft für zukünftige Situationen.
“Weisst du noch, wie viele Sorgen du dir dort gemacht hast, und es dann doch nicht so schlimm war?"

Ermutige
Einer der wichtigsten Punkte kann aus Frust schnell vergessen werden. Ängstliche Kinder haben nicht nur Furcht vor beispielsweise einem Sturm, ihre lebhafte Phantasie breitet sich in vielen Bereichen aus. Deshalb können Eltern oft daran verzweifeln. Was ich mir in diesen vielen Situationen jedoch immer wieder in Erinnerung rufe ist, ihn immer und immer und immer wieder zu ermutigen. Und wenn ich wieder mal versage und meinen Sohn mit anderen Kindern vergleiche, erinnere ich mich an seine Einzigartigkeit und seine Stärken.

Gleichzeitig darf man als Eltern aber auch nicht vergessen, sich selber zu ermutigen! Ein ängstliches Kind beeinflusst den Alltag weit mehr, als sich Eltern, die keines haben, vorstellen können. Bestärke dich, schöpfe immer wieder Kraft (ich tue dies in meinem Glauben) und arbeite an deiner Geduld. Die wunderbare Frucht wird wachsen, wenn du es zulässt.

Setze das Kind mit Unterstützung und Anleitung dem Stress aus
Vermeide Herausforderungen nicht, denn das unterstützt dein Kind langfristig in keinster Weist. Vielleicht braucht es einfach kleinere Schritte bis zum Ziel.

Indem wir proaktiv sind, können wir unseren Nachwuchs befähigen, mit Veränderungen und Übergängen umzugehen.

Wenn du dir noch immer nicht sicher bist, ob du wohl ein ängstliches Kind hast, dann hast du sehr wahrscheinlich keines. :-) Glaube mir, du würdest das merken!

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