::Gehen wir mit der Zeit?::



Erziehung ist ein Prozess mit vielen, ganz einzigartigen und herausfordernden Phasen.
Leider zeigt uns keine Tafel an, wann wir vor der nächsten Veränderung stehen, wo und wie wir uns anpassen müssen und was die möglichen Gefahrenzeichen sind.

Leider.

Denn bis du nur annähernd so wie ich, fühlst du dich schnell bequem und wohl in deiner erworbenen und etablierten Struktur.
Du weisst, wie es läuft. Es scheint endlich Ruhe eingekehrt zu sein. So könnte es ewig weitergehen!

Leider ist es im Leben – wie in der Kindererziehung – selten so.
Endlich eingelebt, steht schon die nächste „Entwicklungsmöglichkeit“ für uns Eltern vor der Tür.
Und von diesen Möglichkeiten existieren viele.
Irgendwie scheinen wir es in der Bequemlichkeit zu verpassen, vorauszuschauen.

Wie evaluieren wir also, ob unsere Kinder eine neue Phase betreten haben und wir unsere Erziehung anpassen müssen?

Einige Hilfestellungen dazu:

Der Trichter
Der Trichter ist für mich ganz persönlich von Beginn weg eine wunderbare Hilfestellung und wichtige Erinnerung gewesen.
Er zeigt auf, dass Freiheiten, die Eltern ihren Kindern gewähren, ihrem Alter und ihrem Reifegrad angemessen sein müssen. 

Oft waren Frustrationen seitens uns Eltern aber auch der Kinder auf mangelnde Freiheiten zurückzuführen.
Wir blieben stecken und passten uns nicht ihrem Alter und Reifegrad an.

Kinder, denen man zu früh zu viele Freiheiten gibt, sind überfordert.
Kinder, denen man zu wenig Freiheiten gibt, sind frustriert.
Die Balance findet man, wenn Freiheiten ausgeglichen und auf das Alter abgestimmt sind.

In der Theorie so viel einfacher als in der Praxis, aber dennoch ein super Anhaltspunkt.

Wo stehst du mit deinen Kindern?
Hast du das Gefühl, sie sind zunehmend frustriert oder überfordert?
Musst du Anpassungen vornehmen?

Fundament
Wo stehst du in der Bauphase? Einem dreijährigen Kind erklärst du vieles viel einfacher, als dass du es einem 6-Jährigen oder gar 13-Jährigen rüberbringst.
Hast du die Grundlage gelegen und darauf aufgebaut? Weiss dein Kind, was richtig und falsch ist? Und – viel wichtiger: Weiss es, WARUM?
Kann es sein, dass du einen Teenager hast, der immer noch von deinen Erklärungen, als er ein Kleinkind war, zehrt?
Frag mal nach ...
Baue unbedingt darauf auf.

Ermutigung und Korrektur
Auch hier müssen unsere Ermutigungen und Korrekturen mitwachsen. Die Ermutigung, die wir für einen Vierjährigen gebraucht haben, verändert sich für einen Zehnjährigen. 
Du hast deinem Vierjährigen womöglich einen Lolli als Ermutigung mitgenommen. Dein Kind in den mittleren Jahre mag anderes. 

Starke, bedeutsame Worte mit Beobachtungen über sein Verhalten können den Liebestank für dein Kind mehr auffüllen als jedes Geschenk – wenn es "Ermutigende Worte" als Liebessprache hat.
Kenne dein Kind.
Kenne seine Liebessprache.

Gleichzeitig passen wir uns mit der Korrektur an.
Dein Fünfjähriger, der mal auf die Treppe oder den Stuhl sitzen muss, oder sogar ins Zimmer geschickt wird, sollte mit elf Jahren seinem Freund einen Entschuldigungsbrief schreiben, weil er ihn verletzt oder ausgeschlossen hat. 
Sich in den Laden entschuldigen gehen, wenn er etwas mitgenommen hat. 
Oder die Farbe, die sich auf dem ganzen Boden verteilt, selber aufräumen.

Gib deinen älteren Kindern vermehrt Zeit, selber zu reflektieren und vermeide nörgelnde Erinnerungen.
Autsch … ich dachte nicht, dass ich dazu fähig war, bis ich Kinder im Teenageralter hatte! :-)

Wem gehört das Äffchen?
Hast du wieder zu viel Verantwortung übernommen?

Solche Erziehungschecks sind für uns Eltern immer wieder gesund und wichtig.

Wir alle wollen, dass unsere Kinder wachsen und ihr Potenzial erreichen. Es ist für uns Eltern jedoch schwieriger als für unsere Kinder. Letztendlich wollen wir, dass unsere Kleinkinder, die unserer elterlichen Autorität gehorchen, uns später wegen unseres Einflusses respektieren, und weil sie die Werte selbst verinnerlicht haben. Dazu müssen wir unseren Kindern immer einige Schritte voraus sein.

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