::Lernmomente mal anders::


Nicht-Konfliktsituation fürs Erziehungstraining zu gebrauchen bedeutet nicht, nur solche Situationen ins Visier zu nehmen, wo deine Kinder die Hauptrolle spielen.
Natürlich wirst du diese weiterhin verwenden, aber ich möchte heute über eine andere Art schreiben: Gelegenheiten, die ihr als Familie gemeinsam erlebt oder beobachtet habt. Sogar Filmsequenzen können helfen, über ein Thema zu sprechen.

Als unsere Kinder noch jünger waren, benutzen wir diese Art des Lehrens nur vereinzelt, je älter sie jedoch wurden und werden, desto mehr benutzten wir sie für ein Gespräch. Unsere Kids kommen nun auch vermehrt von selbst auf uns zu, weil sie etwas überrascht oder manchmal auch schockiert hat. 

Weil beispielsweise:
- Ein Kind seine Mutter nicht respektvoll behandelt
- Ein Freund in der Klasse lügt
- Im Film jemand gemobbt wird
- Kinder keine Grenzen haben, sei es, dass die Eltern sie hundertmal an etwas erinnern oder die verbalen Grenzen überschritten werden


Dieser Austausch zeigt auf, was im Herz deines Kindes vorgeht und ist unheimlich kostbar für das Training. 
Selbstverständlich setzt es voraus, dass ihr mit euren Kindern über die Einzigartigkeit anderer Menschen sprecht, darüber, dass wir nicht jemanden runtermachen müssen, um eine Lektion daraus zu ziehen. Man kann respektvoll sein und gleichzeitig etwas Bedeutendes lernen.
Es ist jedoch eine Gratwanderung und die Balance zu behalten der Grundsatz, um diese Art der Lernmoment zu gebrauchen.

Das heisst jedoch nicht, dass es gleich zu Beginn klappt. Es kann gut sein, dass deine Kinder über andere sprechen, damit sie selber besser dastehen, oder es auch eine versteckte Form des Anschwärzens ist. Daran kannst du dann gleichzeitig arbeiten. Lass es nicht ausser acht, denke nicht, dass du dich darum ein anderes Mal kümmern wirst, ansonsten entwickelt sich ein schlechte Angewohnheit.

Wenn also ein Kind mit einer Beobachtung zu mir kommt, sprechen wir über die Situation. Ich frage, was es darüber denkt und versuche, so wenig Input wie möglich zu geben, denn vieles hat es bereits verinnerlicht. Und manchmal gibt es diese einzigartigen Glanzmomente, in denen das Kind sogar sagen kann, dass es dankbar über seine Erziehung sei, weil es sieht, wie es anders ausgelebt sein könnte.
Das sind gelegentlichen Momente, die man freudig annehmen (denn ist das nicht eine der wertvollsten Aussagen deiner Kinder?!), jedoch nicht erwarten darf.

Innerlich mache ich eine Party, freue mich und bin übermütig, aber äusserlich möchte ich mir nicht viel anmerken lassen, denn vielleicht verscheuche ich damit die nächste wohltuende Aussage.

Solche Momente musst du grösstenteils nicht suchen, sondern einfach gebrauchen.
Bleib aufmerksam und proaktiv, frage nach.
Es kann dich in deiner Erziehung enorm unterstützen und schafft viel Gesprächsstoff.

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