::Überzeugung::


Angeknüpft an den letzten Eintrag möchte ich über unsere Überzeugungen reden, die manchmal gleich wie unsere moralischen Werten sind, oder zumindest nah zusammenhängen.

Hier nochmals zum Nachlesen, falls du es verpasst hast: 

Unsere Überzeugungen wachsen über die Jahre durch Gespräche, Erfahrungen, Lektüre – und durch Erziehung.

Zu oft erwarten wir, dass unsere Kinder automatisch unsere Überzeugungen übernehmen, sie quasi förmlich mit der Muttermilch und unseren Genen aufnehmen.
Nicht wahr?
Oder überlege dir mal, wie häufig du unfassbar neben deinem Kind/Jugendlichen stehst und kaum glauben kannst, wie er/sie das machen/sagen konnte.

"Habe ich es ihnen nicht gesagt?!"

Hast du sie gelehrt?
Wie? 
Im Nicht-Konflikt, immer wieder mit wachsendem Alter, mit dem Grund dahinter?

Es ist keine einmaligen Lektion, sondern ein fortwährender Aufbau, der Jahre in Anspruch nimmt.

Dies setzt voraus, dass du genau weisst, warum du deine Überzeugungen und Werte weitergeben möchtest, warum sie dir wichtig sind und was
der Hintergrund davon ist. 
Das simple “So ist es halt” reicht nicht.

Auch ertappen wir uns doch, dass wir etwas für selbstverständlich erachten, dies für andere in unserem Umfeld jedoch gar nicht so ins Gewicht fällt. Sie finden es gar irrelevant, was für uns oft unverständlich ist. Wie kann jemand anders nicht genauso fühlen?
Wenn wir jedoch einen Schritt weitergehen und mal nachfragen, lernen wir dazu, anstatt stur andere zu verurteilen. 

Natürlich gibt es die Überzeugungen, die für dich ganz persönlich indiskutabel sind, aber es gibt auch die sekundären Themen, wo man dazulernen kann, wenn man seine Überzeugungen mal hinterfragt oder sich bei anderen erkundet.

Denn manches – das habe ich selbst gemerkt – wurde uns von unseren Eltern gelehrt im Sinne von “Weil ich es sage,” und das wurde dann nie weiterentwickelt. Und so geben wir es auch wieder weiter, was jedoch fundamentlos ist.

Überlege dir mal:

Bei welchen Themen stehst du mit deinem Kind/Jugendlichen ständig an und kannst nicht glauben, dass es nicht schon aufgenommen oder verstanden wurde?
- Bist du noch in der Trainingsphase und nimmst dir genügend Zeit, darüber auszutauschen, und dies auch altersentsprechend? Dann bleib dran.
- Bei deinem Jugendlichen nutzt du reflektierende Zeiten, in denen er/sie sich darüber Gedanken machen kann (vorausgesetzt, du hast ein stabiles Fundament gelegt). Tausche weiter über diese Themen aus (Autofahrten sind eine wunderbare Gelegenheit dafür). 

- Was ist die Basis und das WARUM hinter deinen Überzeugungen?
Nimm dir hier genügend Zeit hierfür. 
Diese Übung ist ziemlich aufschlussreich und interessant – war und ist sie zumindest für mich.
Vielleicht profitierst du auch davon?
Versuch es mal!

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