::Geburtstagsparty::


Kindergeburtstage – das wissen wir alle – können von der totalen Euphorie ins totale Chaos kippen. 
Freud und Leid geben sich die Hand und zurück bleiben ratlose, entmutigte Eltern, die wissen, dass es kein Entkommen gibt. Denn spätestens in einem Jahr wiederholt sich das „Freudenfest". 

Der erste Geburtstag ist ja noch heilig. Da bekommt Junior noch nicht viel mit und man fragt sich, ob man die Feier ganz auslassen möchte und so ein Jahr der Pause geniesst, oder doch ein Fest schmeisst, das ganz den Erwartungen der Eltern entspricht – und das vielleicht zum letzten Mal. :-)
Wie die Entscheidung auch ausfällt: mindestens ein Erinnerungsfoto muss her! 

Zu den familieninternen Geburtstage kommen noch die Feste der Freunde hinzu.  
Auf diese Feste sollten wir unsere Kinder vorbereiten. Oder tun es spätestens dann, nachdem das erste solche Erlebnis total ausartete, weil dein Kleines alle Geschenke öffnen wollte oder nicht verstand, warum es selbst keine bekommt, nur um dann die Geburtstagskerzen vor versammelter Mannschaft selbst auszublasen. Das Foto ist der Beweis. 

Niemand hatte MICH auf die Geburtstagsparties vorbereitet! Zum gefühlten tausendsten Mal musste ich wiederholen: „Nein, heute ist nicht DEIN Geburtstag, das sind nicht deine Geschenke!"
Zahlreiche Besuche ins Nebenzimmer halfen da nicht. Mein Kind war frustriert und enttäuscht und ich total erschöpft. 
In solchen Momenten hat man doch das Gefühl, dass man als einzige diesen Kampf kämpft und jedes andere Kind alles entweder schon total begriffen oder die Mutter es darauf vorbereitet hat. Ich hatte dieses Memo jedoch nicht erhalten und machte mich nach einem solchen Fest daran, mein Kind auf die nächste Einladung vorzubereiten. 

Solche Ereignisse werden von den verschiedensten Emotionen begleitet: Vorfreude, Begeisterung, Überwältigung, Enttäuschung, Frustration, …. es ist ein Cocktail, der manch Erwachsenen überfordern würde. 
Hinzu kommt das Unvorhersehbare, die vielen Überraschungen, der Lärm und Kinder, die nicht für jedes Kind einfach zu verdauen sind, geschweige denn der extra Zucker und die verschiedensten Köstlichkeiten, die präsentiert werden. 
Nichts geht über eine sorgfältige Vorbereitung. Kinder werden nicht geboren und wissen, was sie vom Leben erwarten können, deshalb ist es unsere Aufgabe als Eltern, sie auf diese Reise mitzunehmen.  

Hier einige hilfreiche Werkzeuge:

Sprich über Verhaltensweisen. 
Wenn es der Geburtstag deines Kindes ist, dann wird es viele Komplimente bekommen. Sprich mit ihm altersentsprechend darüber, wie man mit Komplimenten umgeht. Ein simples Danke ist genug. Genauso wie die Gäste zu begrüssen oder sich für die Geschenke zu bedanken. 
All diese Umgangsformen sollten jedoch nicht kurz vor dem Geburtstag zum ersten Mal besprochen werden. Das würde den Rahmen sprengen. Man sollte sie kindgerecht in Lernmomenten durchgehen.
Wenn jedoch am besagten Tag jegliche Erklärung vergessen wurde, dann mach am Geburtstag deines Kindes keine Szene. Eigentlich logisch, aber wir Eltern tendieren dann unter den vielen Augen unserer Miteltern, Schadensbegrenzung zu machen und merken nicht, dass wir dadurch das ganze Fest sabotieren. 
Das Geburtstagsfest deines Kinder ist nicht der Ort und die Zeit, wo du daran arbeitest. Wähle deinen "Kampf" weise und nimm dir die darauffolgenden Tage Zeit, darüber auszutauschen und wenn nötig Lernmomente zu gebrauchen. 
Beachte: Auch wenn du deinen Teil getan hast, wirst du die Gespräche und Lernmomente noch einige Male wiederholen müssen. Autofahrten sind hierfür eine super Möglichkeit. 

Sprich über die Geschenke.
Wer musste schon nach jedem Geschenk sein Kind erinnern: „Und, wie sagt man?!"
Wir alle.  
Bei jüngeren Kindern ist das angebrachter, weil du dich noch im Training befindest, aber bei älteren Kindern ist das alles andere als ermutigend und bei Teenagern (ja, das kann man dann immer noch) peinlich. 
Deshalb nimm deinen Nachwuchs auf die kurze Reise des Dankesagens mit und erklär' mit steigendem Alter den Wert eines Geschenkes. Und dass jemand an sie gedacht hat. Dass jemand Geld in die Hand genommen und das Geschenk gekauft hat.
Diese Art des Lehrens kann mit jedem Jahr ausgeweitet werden. 
Kinder sind ehrlich und können Dinge wie: „Das mag ich nicht,“ oder „Das hab ich mir nicht gewünscht,“ herausplärren. 
Was machst du dann? 
Auch hier würdest du dich für dein jüngeres Kind entschuldigen und dann an einem anderen Tag das Thema aufgreifen. 
Genauso bereite deine Kids auf Geburtstagsparties von Freunden vor, bei denen die Geschenke nicht für sie sind. Ich hatte oft auf der Heimreise die tiefsten Gespräche darüber, wie sich meine Kinder dabei gefühlt haben und was sie daraus lernen können. 

Sprich über das Essen. 
Wenn es für dich nicht ok ist, dass dein Kind an einem Fest sich quer durch die Süssigkeiten isst, dann sprich darüber.  
Welches sind deine Grenzen? 
Der letzte Tipp, den ich wirklich super konstruktiv finde ist, mit seinem Kind ein Codewort abzumachen, wenn es mal aus dem Ruder laufen sollte.  
Du möchtest dein Kind nicht vor der ganzen Mannschaft blossstellen, aber genauso nicht, dass es sich als Clown der Gruppe selbst blamiert. 
Den Geheimcode kann dein Kind wählen und wird es darauf aufmerksam machen, einen Gang herunterzuschalten. 
Du wirst merken, dass diese Feste ein wunderbares Trainingsfeld sind und dich immer wieder daran erinnern, in welchen Bereichen du eine zusätzliche Lektion einplanen solltest. :-)


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