::Alles unter einen Hut bringen -2-::


Dieser Post ist eine Ergänzung zum letzten Eintrag.
Falls du ihn verpasst hast, hier nochmals den Link dazu: 
https://childwise-ch.blogspot.com/2019/02/alles-unter-einen-hut-bringen-1.html

Verschiedene Altersstufen, verschiedene Herausforderungen. Da stimmt ihr mir bestimmt zu. 

Wir haben drei Kinder im Alter von 9, 12 und 14 Jahren. Aus dem Kleinkindalter sind wir raus, dafür aber mitten in den mittleren Jahren und der Teenagerzeit. 
Nun eine der vielen Herausforderungen, die sich mir dabei stellt, ist die, wie ich den Jüngeren etwas lehre, das der Älteste schon sehr gut kann.
Kennst du das? 
Meist ist es so, dass eines der Kinder etwas besser kann als die anderen. Vielleicht hatte es einfach die Möglichkeit, diese bestimmte Sache länger zu üben. Auf jeden Fall ist es einfacher, dieses Kind aufzufordern, beispielsweise die Hausarbeit zu machen, als das Jüngere, das sich sträubt. 
Wenn es zusätzliche Hausarbeiten zu erledigen gilt, frage ich oft unsere beiden Ältesten. Die Mittlere hilft sehr gerne und der Älteste ist es noch am lernen, es gern zu tun, aber beide machen es ausgezeichnet.
Unsere Jüngste hingegen ist da wenig bis kaum motiviert. Allem Anschein nach versteht sie die Aufforderung als Quälerei, jedenfalls ist ihre Reaktion dementsprechend.

Nun, ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass unsere zwei Ältesten genauso alt wie die Jüngste waren, als wir damit gestartet haben, ihnen diese neue Hausarbeit beizubringen.
Es gibt also keine Ausreden – ausser die von mir bis anhin unbewusste, den Ältesten die Aufgabe zu übergeben, im Wissen, dass sie es ohne Protest ausführen werden.
Diese instinktive Reaktion meinerseits wurde oft unter Zeitdruck und – ich bin ganz ehrlich – Bequemlichkeit getätigt.

Es ist der einfachere Weg, unsere Jüngste nicht zu “belästigen".

Aber der einfachere Weg ist nicht immer der Beste! Nicht nur für die Jüngste, der wir all diese Lebensfähigkeiten auch lehren möchten, sondern auch für unsere Ältesten, die ansonsten zunehmends frustriert werden könnten.

Also, frage ich mich, könnte diese Aufgabe auch die Jüngste erledigen? 
Welches der Kinder würde am meisten davon profitieren, dies zu lernen?

Ganz wichtig: Ich muss mir dabei extra Zeit einplanen. Genau gleich wie ich mit den Ämtli angefangen habe. Ich hätte die ganzen Arbeiten viel schneller erledigen können, habe mir aber bewusst die Zeit genommen, unsere Kinder im Wissen zu lehren, dass ich gegenwärtig länger brauche, zukünftig jedoch nicht nur meinen Kindern beigebracht habe, wie sie einen Haushalt schmeissen, sondern es mich entlasten wird.

Ich muss mich daran erinnern, dass das Trainieren Instruktion, Ermutigung und Unterstützung beinhaltet.
Eine weitere Herausforderung liegt darin, dass die Älteren oft Mitleid mit den Jüngsten haben. Sie halfen ihr dann oft und erledigten den grössten Teil der Arbeit. Dadurch übernahmen sie unbewusst eine Verantwortung, die nicht gesund ist und auch nicht ihre ist zu tragen. 
Es gibt eine feine Linie zwischen der Hilfsbereitschaft der Ältesten und der Möglichkeit, diese Situation als Lernmoment zu nutzen.

Für uns Mamas könnte die Unterstützung der Älteren im ersten Moment praktisch sein, denn wer die Arbeit erledigt, ist ja schliesslich zweitrangig. Aber so übernehmen die Jüngsten keine Verantwortung. Die Freiheiten mögen mit zunehmendem Alter steigen (bei den Jüngsten sogar früher als bei den anderen Geschwistern), die Verantwortung jedoch bleibt auf demselben Stand, was weder ideal noch wünschenswert ist.

Stellen wir uns folgende Fragen:

Haben unsere jüngeren Kinder altersentsprechenede Verantwortungen oder tendieren wir dazu, diese auf die Ältesten abzuschieben?

Übernehmen die Ältesten zu viel Verantwortungen für Hausarbeiten und ihre jüngeren Geschwister?

Tendiere ich als Elternteil dazu, den einfacheren Weg einzuschlagen, weil es bequemer, praktischer und zeitsparender ist?

Das Ziel bleibt dasselbe: Wir möchten jedes unserer Kinder für das Leben vorbereiten.

Nimm, wenn nötig, Veränderungen vor.
Dieser Eintrag hat ganz stark zu mir selber gesprochen. Ich hoffe, er hat auch dich ermutigt!

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