::Überstimuliert::


Ein Baby kann überstimuliert sein und Mühe haben, den Schlaf zu finden. Oft ist Übermüdung dann die Folge und Mama oder Papa müssen helfen. Genauso jedoch kann dies bei Kleinkindern, Kindern im Schulalter und – ja – auch bei uns Erwachsenen vorkommen. 
Oder hast du noch nie abends nach einem spannenden Film den Schlaf nicht gefunden, oder dich nach einem emotionalen Gespräch im Bett hin und her gewälzt und kein Auge zugetan? Als du zu lange am Computer gearbeitet hast, nicht schlafen können? 
Siehst du, auch wir haben dieses Problem und müssen proaktiv vorausschauen, was uns so kurz vor dem Schlafen gut tut und was nicht!

Die einen trinken keinen Kaffee nach 16.00 Uhr, andere schauen kein TV kurz vor dem Zubettgehen, wieder andere arbeiten nicht mehr spät abends. Wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir genau, was uns gut tut und was eben nicht. Ob wir es dann anwenden, ist die andere Frage! :-) 

Wir Erwachsenen haben die Wahl, diese Entscheidung zu treffen, unsere Kinder können dies jedoch noch nicht! 
Sie brauchen unsere Hilfe und Unterstützung. Sie brauchen eine Mama und ein Papa, die aufmerksam die äusseren Einflüsse beobachten und Entscheidungen treffen. 

Jedes Kind ist anders! Aber auch wenn wir das wissen und unsere Kinder nicht vergleichen möchten, verfallen wir dem unbewusst doch auch in diesem Punkt. 

Es kann sein, dass ihr eine aktive Familie seid, immer unterwegs, immer was los ist. Alle Kinder machen super mit und haben Spass, ausser das mittlere, das am liebsten in seinem Zimmer in Ruhe spielt. 
Dein „Komm doch mal aus deinem Zimmer raus, wir haben etwas Tolles vor!" hilft da wenig. Und ein „Schau, deine Geschwister sind schon bereit und freuen sich" genauso wenig – und schon sind wir beim Vergleichen. 
Alle ticken gleich, ausser das eine Kind. 

Wie handhabst du diese Herausforderung? 
Gewinnt die Mehrheit, und du schleppst dieses eine Kind widerwillig mit und fragst dich, warum es abends so aufgewühlt ist? 
Du musst der Tatsache ins Auge sehen, dass die Norm unserer Kultur, dass die Mehrheit gewinnt, in einer Familie nicht zieht. Denn dies kann nur auf Kosten eines Kindes geschehen – auch wenn es "nur" eines ist, das ein ruhigeres Tempo hat. Meist sind diese Kinder zuhause total glücklich, mit wenig Ablenkung und nicht von einer Einladung zur anderen rennend. Ihnen scheint diese Schnelllebigkeit nicht gut zu tun.  
Sieh es als Chance für die ganze Familie, auch mal auf die Art und Weise, wie dein mittleres Kind sich unterhält, Zeit zu verbringen.

Achtet darauf, dass ihr genauso ruhige Zeiten einplant. Nicht nur für das eine Kind, denn es tut allen gut. 

Die  Überstimulierung hat viele Facetten. Ihnen auf die Spur zu kommen, ist nicht immer die einfachste Aufgabe. 

Vielleicht ist es aber auch dein Jüngstes, das du überallhin mitträgst, so dass es regelmässig sein Nickerchen verpasst und abends zu spät ins Bett kommt. 
Womöglich kann das eine Kind kurz vor dem Zubettgehen keinen Film schauen, weil es danach das Bedürfnis hat, über alles auszutauschen oder so aufgewühlt ist, dass es den Schlaf nicht findet. 

Wenn du spürst, dass die Schwierigkeit einzuschlafen nicht davon kommt, dass das Kind nicht müde ist, und auch nicht, weil es nicht schlafen möchte, dann frage dich, ob vielleicht andere Faktoren mitspielen.

Was es auch immer sein mag, bleibe aufmerksam. 
Selbstverständlich kannst du nicht dein ganzes Leben nach einem Kind richten – das musst du auch nicht! 
Verschiedene Kinder haben verschiedene Bedürfnisse, und ihnen genau das auch zu lehren, auf andere zu achten, aber auch dass man sich um die eigenen Bedürfnisse als Familie kümmert und ernst genommen wird, ist kostbar!

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