::Taschengeld -1::


Wann sollte man dem Sprössling "Sackgeld" geben?

Eine Frage, die Eltern von Vorschülern zu Recht beschäftigt.

Ich persönlich bin bei meinen Kindern ganz nach der Empfehlung "1CHF pro Schulstufe pro Woche" gegangen. Mein Mann und ich haben allerdings erst damit angefangen, als unsere Kids die 3. Klasse erreichten, da wir fanden, dass sie vorher das ganze Konzept noch nicht so ganz verstanden hatten und es irgendwie zu früh war.

Also starteten wir in der 3. Klasse mit 3 CHF/Woche.

Das Sparschwein mit 4 verschiedenen Slots finden wir fantastisch, weil es genau
das unterstützt, was uns auch am Herzen liegt.

Die Slots sind für:

- Ausgeben
- Sparen
- Investieren
- Gute Tat

Wir Eltern sollten uns zuerst mal selber Gedanken darüber machen, was uns wichtig ist, wie wir mit Geld umgehen und was wir unseren Kindern diesbezüglich beibringen möchten.

Heute kämpfen Jugendliche mit Schulden – die Handyrechnung, die in's Unermessliche geht, die Kreditkarte, die sie mit 16 zugeschickt bekommen … Kein Wunder, verlieren sie den Überblick.

Deshalb: Lehre das „Haushalten“ in der Familie.
Natürlich vollkommen altersentsprechend.

Das bedeutet, dass du dieses Thema immer wieder aufgreifst. Mit einem einmaligen Gespräch ist es nicht getan.
Mit unserer 8-Jährigen, die mit dem Eintritt in die 3. Klasse zum ersten Mal Taschengeld bekommen hat, sprechen wir anders darüber als mit unserem Teenager, mit dem wir bald über Budget sprechen werden.

Wir haben unseren Erst-Taschengeld-Bezüger hingesetzt, das Sparschwein dazu geschenkt und die verschiedenen Slots erklärt.
Dass das Geld im „Sparen" bleibt, weil es für etwas Zukünftiges ist, oder dass „Ausgeben" für Spassiges im Alltag gedacht ist - also wie einen Kaugummi vom Kiosk oder, wie bei unserer Jüngsten, einen Ikea Hot Dog NACH dem Mittagessen, den sie mit ihrem Taschengeld bezahlte, weil sie ihn unbedingt haben wollte.

Hier ist es wichtig, dass ihr euren Kindern Möglichkeiten gebt, dieses Geld wirklich ausgeben zu können. Das heisst, nicht immer alles selbstverständlich zu bezahlen, jeden Wunsch sofort zu erfüllen, denn dann haben sie nie die Gelegenheit, ihr Geld einzusetzen und zu überlegen, ob sie das wirklich wollen.

Wenn sie es selbst bezahlten dürfen, kann es sein, dass sie sich dagegen entscheiden, weil ihnen der Spass doch nicht genug wert ist, oder eben doch, wie bei unserer Tochter mit ihrem heissen Hund. Natürlich hätte ich ihr diesen bezahlen können, das sind jedoch die Zeiten, die du genau für solche Lernmomente einsetzen kannst.
So handhaben wir auch beispielsweise Kleidungsstücke: Im Falle von unserer Tochter Schuhe (keine Ahnung, woher sie das hat :-)), Stiefel und später Sneaker, die sie wollte, die jedoch unser Budget überboten und sie eigentlich schon welche hatte.
Wir besprachen mit ihr diese Option, dass sie den Unterschied mit ihrem eigenen Geld bezahlen könnte, was sie annahm und ganz stolz ihr Geld holen ging.
Die Freude und das verantwortliche Darumkümmern, dass die Treter sauber blieben, kam wie selbstverständlich mit, weil es sie ja auch etwas gekostet hatte.
Überlege dir, wo und wann du diese Option einsetzen kannst.

Tendenziell kaufen wir unseren Kindern zu viel. Dadurch lehren wir ihnen jedoch nicht, dass das Leben auch etwas kostet und sie erwarten, dass Mama und Papa immer ihr Portemonnaie geöffnet haben.
Es lehrt ihnen auch den Wert des Geldes.
Verwehre ihnen diese wichtige Lektion nicht!

Ein anderer für uns bedeutender Punkt ist das Geben.
Es ist uns wichtig, unseren Kindern beizubringen, dass wir als Schweizer privilegiert sind, auch damit wir etwas weitergeben können und nicht alles für uns selber horten und ausgeben. Denn die wahre Freude kommt durch das Geben!

Ich selbst bin ganz natürlich so aufgewachsen, dass ein Teil des Geldes für Bedürftige oder Projekte ausgegeben wird.
Natürlich musste ich bei meinem ersten Lehrlingslohn und dann später unserem gemeinsamen Ehekonto die Entscheidung selber nochmals treffen, wie ich mit dieser Prägung umgehen werde. Ob es nun auch einen Teil von meinem Leben wird oder nicht.
Ich habe mich dafür entschieden.

Die Freude am Geben ist ein Geschenk, ein Lebenstil, den wir unseren Kindern mitgeben möchten.
Immer und immer wieder durfte ich erleben, dass es überaus befriedigend und erfüllend ist, jemanden finanziell zu unterstützen.
Geben ist wirklich seeliger als nehmen.

Wenn du das Thema Geld in deiner Familie angehen willst, wird dich natürlich beeinflussen, wie du lebst und wie ihr als Familie seid.
Mach dir jedoch Gedanken darüber und nutze die Lernmomente weise.

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