::Wie gut schützen wir unsere Kinder?::

Es scheint mir, dass wir unsere kleineren Kinder viel besser schützen als unsere älteren.

Wenn die Kids klein sind, lauern ja auch die verschiedensten Gefahren auf sie. Wir müssen sie vor der belebten Strasse bewahren, darauf achten, dass sie den frischgebrühten Tee nicht umkippen, nicht die Treppe runterfallen, beim Aufsteigen der Leiter nicht loslassen, das scharfe Messer nicht in die Hände bekommen, etc.
Die Gefahrenliste bei Kleinkindern ist endlos. Wir sind immer auf der Hut und können bei Stille nur vermuten, dass etwas ausgeheckt wurde.

Ja, Eltern von Kleinkindern müssen immer einen Schritt voraus sein, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, und eine unserer Aufgaben ist es ja, sie zu beschützen.

Warum aber legen wir diese Achtsamkeit ab, je älter unser Nachwuchs wird?
Wir haben unserem Kind gelernt, wie man mit einem Messer umgeht, die Treppe kann es jetzt auch (meist) problemlos erklimmen und es weiss auch, wie man sich im Strassenverkehr verhält. Was denn noch?

Liebe Eltern, das wars aber nicht! Es gibt so vieles mehr, das wir unseren Kindern beibringen und vor dem wir sie auch schützen sollten.

Wie siehts mit Onlinespielen aus, die deine Kinder spielen? Weisst du, um was es geht, oder bist du einfach froh, dass sie einige Minuten ruhig sind?
Weisst du, was in den Klassenchats besprochen wird?
Wie verhält sich dein Kind auf den sozialen Medien, was gibt es von sich preis, mit wem chatten es?

Das sind alles Dinge, mit denen wir Eltern uns beschäftigen müssen. Es reicht nicht, dass die halbe Klasse dieses Game spielt oder der Nachbarsjunge auch schon ein Handy hat oder die ganze Klasse beim Klassenchat dabei ist und dein Kind wäre das einzige, das nicht darf.

Es geht nicht darum, deinen Kindern all das zu verbieten. Viel wichtiger ist es sie zu lehren, altersgemäss verantwortungsvoll damit umzugehen.

Altersfreigaben haben einen Grund. Nur weil dein Kind jetzt umbedingt Facebook oder Instagram möchte, heisst das nicht, dass du es ihm vor 13 erlauben musst.
Und wenn es dann das Alter hat, dann bedeutet das nicht, dass du ihm den Zugriff mit dem 13. Geburtstag übergibst. Informiere dich zuerst darüber und kläre deine Kinder über die Gefahren auf, die Sicherheitsvorkehrungen, die Do’s und Dont's.

Unser Sohn hatte schon seit einem Jahr gebettelt, dass er unbedingt einen Instagram-Account möchte. Da er noch nicht 13 war, hatten wir natürlich die super "Altersausrede“. :-) Natürlich hatten etliche Freunde aus der Schule schon einen Account, alle die noch jünger waren als er. Das hat uns jedoch nicht sonderlich gekümmert :-). Nun, sein 13. Geburtstag kam und wir mussten feststellen, dass wir uns jetzt wirklich darüber informieren mussten. Mein Mann bereitete eine wunderbare Lektion vor und verbrachte eine Stunde mit ihm in seinem Lieblingsrestaurant mit einem Getränk seiner Wahl und Pommes. Danach liessen wir ihn sein Konto eröffnen.

Wir haben ihn gelehrt.
Zu oft geben wir unseren Kindern den Zugriff in eine unbekannte, grosse Welt des World Wide Web, ohne sie auf irgendeine Weise darauf vorzubereiten.
Sie haben keine Ahnung, wie sie mit ihren privaten Informationen umgehen sollten, SPAM ist für sie ein Fremdwort, sie klicken sich durch die Pop-Up’s und sind schockiert.

Wir geben ihnen etwas potenziell Gefährliches in die Finger, um einige Minuten der Ruhe zu haben, ohne sie anzuleiten.
Es ist so wichtig, dass wir als Eltern diese Verantwortung übernehmen. Wer sonst als wir? 

Wir müssen wissen, mit wem unsere Kinder chatten.

Es gibt unzählige Beispiele von Mobbing-Fällen mit den Klassenchats. Ich kenne einige Eltern, die ihre Kinder davor schützen mussten und ihnen nicht mehr erlaubt haben, daran teilzunehmen, weil die Sprache in den Chats alles andere als ermutigend war. Sensibilisiere deine Kinder dafür, dass wenn so was geschieht, sie mit dir das Gespräch suchen können, ohne Angst zu haben.

Bereitest du deine Kinder für ihr erstes Handy vor?
Wir haben mit unseren Kindern eine Schulung über die Mobilephone-Etikette gemacht. Mein Mann und ich haben diese oft ganz natürlich selbst mitbekommen, weil wir wie die meisten Eltern nicht mit Handys aufgewachsen sind. Unsere Kinder jedoch haben keine Grenzen und keine Ahnung. Natürlich verbinden sich hier vorangegangen Lernmoment von Respekt, aber eine zusätzliche Lektion ist mehr als angebracht.

Ich fand die Aussage im Buch „ Die mittleren Jahre" so treffend. Lehre deine Kinder das WWGS-Prinzip: "Was Würde Grossi Sagen", wenn ich ihr die Nachricht oder das Bild zeigen würde? Könnte ich es dann immer noch bedenkenlos weiterschicken?

Das Gleiche gilt für die Onlinespiele. Informiere dich und sprich mit deinen Kindern darüber. Setz dich mal neben sie hin und lass sie dir erklären, um was es in ihrem Spiel geht. Sie lieben die Aufmerksamkeit und geniessen es, uns ihr Hobby näher zu bringen, und wir sind gleichzeitig auch aufgeklärt (wenn wir das nicht schon vorher waren).

Und wieder es geht hier in keinster Weise darum, deinem Kind all die modernen Medien zu verbieten, aber sie sollten lernen, verantwortungsvoll damit umgehen zu können. Da braucht es halt doch noch Grenzen von uns Eltern.

Überrascht hat mich die Aussage einer 20-Jährigen, die es gerne gehabt hätte, wenn ihre Eltern während der Teenagerjahre ihre Onlinezeit mehr eingegrenzt hätten. Sie konnte das in diesem Alter gar nicht für sich selber tun und wäre froh um die elterliche „Einmischung“ gewesen. 
Grenzen haben ja auch mit Liebe zu tun.

Unsere Kinder wissen, dass wenn wir Grenzen aufsetzen, es immer mit dem besten Absichten für sie ist. 
Wir fragen immer wieder nach und es ist schön, dass sie nach all diesen Jahren wissen, dass es nicht darum geht, ihnen die Freude zu rauben, sondern sie zu begleiten, zu lehren, zu stärken und sie für ihr Leben zu befähigen.

Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir als Eltern unsere Verantwortung wahrnehmen. Unsere Kinder brauchen uns!

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