::Geschenke::


So ihr Lieben, habt ihr eure Familienziele/-werte zu Hand? Denn so viel wie ich über diese gesprochen habe bin ich überzeugt, dass ihr sie schon alle verfasst habt. :-)

Aber falls du ganz neu bist, hier noch einige Einträge darüber:


http://childwise-ch.blogspot.ch/2012/04/familienziele.html
http://childwise-ch.blogspot.ch/2014/03/ziele.html
http://childwise-ch.blogspot.ch/2017/11/familienziele.html


Kurz vor Weihnachten war es unseren zwei Grossen (12 und 10 Jahre) sichtlich wichtig, ihrer kleinen Schwester (8 Jahre) ein Geschenk für das grosse Fest zu kaufen.

Ich chauffierte sie also zum grossen Spielzeugladen und beobachtete ihre Aufregung und die Vorfreude, als sie etwas für sie fanden.

Einige Tage später kamen die Ältesten in einem Buchgeschäft wieder getrennt voneinander auf mich zu, denn sie wollten einander auch noch beschenken, und da Bücher für beide ein schöner Zeitvertreib sind, musste ich als ihre Komplizin schauen, dass die andere Person nichts davon mitbekam.

Eine wahre Freude, mein Mutterherz schwellte so richtig an. Denn unsere Familienziele beinhalten Grosszügigkeit. 
Zu sehen, wie diese Grosszügigkeit in ihrem Herzen ohne Druck und Ermahnung oder Erinnerung unserseitserfolgt, ist ein unbezahlbares Geschenk. 
Grosszügigkeit beschenkt nicht nur den Empfänger, sondern auch den Gebenden, denn obwohl dieser etwas „verliert" (Geld, was im lieb ist …) wird es ihm tausendfach zurückbezahlt. 


Ist es nicht so, dass die Freude darüber, jemandem eine Freude zu machen, so viel grösser ist, als selbst für sich Dinge anzuhäufen? Diese Haltung von ich, ich und wieder ich führt zu keiner Zufriedenheit! 
 
Wahre Freude liegt im Geben.

Wie oft verpassen wir es, diese Lektion im Leben unserer Kinder zu bestärken, weil es sonst unangenehm ist, die Lautstärke im Raum steigt, die Tränen fliessen und unser Herz schier zerbricht? 

Unser Kind bekommt nicht das, was es will, schmeisst sich auf den Boden, schreit, protestiert lautstark, sagt: „Das ist nicht fair?" Und schon kommen wir zum nächsten Szenario: Die Schwester oder der Bruder hat etwas bekommen, was es auch wollte. Und das besagte Kind kann sich nicht freuen. 

Liebe Mama, lieber Papa: Das ist völlig NORMAL! Es ist normal, dass sich Kinder von Natur aus nicht für andere freuen, denn es geht ihnen in erster Linie nur um sich selbst. Wir Eltern sind dann gefragt, ihnen diese so wichtige Lektion, die zu LektionEN wird, zu lehren.
Nämlich die Kinder immer und immer wieder darauf aufmerksam machen, dass sie sich für den anderen freuen sollen! Auch wenn es anfangs noch nicht von Herzen kommt, oder das „Geniess es“ nur zähneknirschend über die Lippen gebracht wird: Bleib dran. ES LOHNT SICH!

Wirklich – je älter unsere Kinder werden, desto mehr sehen wir wie sie aufblühen. Und die Samen, die wir gepflanzt haben, bringen Frucht – viel Frucht.
Aber selbstverständlich dachten wir vorher öfters, dass alles nichts bringt, weil sie sich wirklich einfach gar nicht für ihre Geschwister freuen wollten.

Dieser Neid jedoch, das wussten wir, wird keine gute Frucht hervorbringen, also haben wir regelmässig die Zufriedenheit und das Sich-für-andere-freuen begossen. Wir erwarteten nicht, dass diese Frucht über Nacht auftauchen wird, (was sie wirklich nicht tat), aber unsere Ziele trugen uns während den schwierigen Zeiten.

Leider ist es wirklich nicht so, dass Kinder, die mit Dingen überhäuft werden, gleichzeitig zufriedener werden. Ganz im Gegenteil, sie wollen nur mehr!
Du tust deinem Kind also keinen Gefallen, wenn sein Wunsch bei jedem Wimmern erfüllt wird.

Für uns ist dies immer ein wichtiger Wert gewesen, und ja, es wurde uns oft gesagt, dass wir das Training vielleicht ein wenig übertreiben, :-) aber wenn man für etwas brennt, den Weitblick hat und die zukünftige Schätze vor Augen hält, gibt einem das die nötige Energie!

Lass mich dich ermutigen! Ich sehe jetzt fast 13 Jahre später so viel klarer. Es lohnt sich! Die Werte, die du in deine Kinder legst, werden nicht nur zum Segen für die Familie, sondern für alle um sie.

Lass dich nicht täuschen und vertage die Herausforderungen nicht auf morgen. Den morgen werden sie nur noch anspruchsvoller. Investiere heute, und ja, es wird dich etwas kosten – sogar einiges. Nicht Geld, denn da du den Kindern nicht mehr alles kaufen musst, sparst du! :-) Aber es kostet Energie und Zeit.

Zeit, unser wichtigstes Gut, sollte in die Familie investiert werden.
Denn diese ungebetenen Herausforderungen kündigen sich nicht an, oft kommen sie zum schlechtesten Zeitpunk. Wenn du dann jedoch die anderen Dinge auf die Seite legen kannst, um die Zeit zu haben, dich vollumgänglich diesem „Problem“ oder diesen Werten zu widmen, dann ist das so viel lohnender!

Zurück zu meiner Geschichte: Die beiden Ältesten haben die Jüngste beschenkt, auch wenn sie wussten, dass diese noch kein Taschengeld hat und sie von ihr „nur“ eine Zeichnung erhalten würden.
Die Freude zu geben war grösser, als was sie zurückbekommen würden. 

Und wenn du nun denkst, dass das bei deinem Kind nie gehe, dann sei ermutigt –  ich habe dasselbe gedacht!

 
Gehe Schritt für Schritt. Manchmal waren es Babyschritte und manchmal unsichtbare, aber du wirst zum Ziel kommen!


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