:: Besinnlich?!::


Wie war euer Weihnachtsfest? 
Einfach bezaubernd?  

Die Kerzlein brannten, alle sangen einträchtig „Oh du fröhliche“, das Essen war ein Gedicht und das Zusammensein wunderschön? 
Das freut mich! 

Falls dein Fest aber nicht diesem perfekten Bild entsprach und du dich überhaupt nicht so gefühlt hast, als ob ihr einer Werbung entspringt, dann sei ermutigt: Wir kennen das nur zu gut! 

Seien wir mal ehrlich, die Erwartungen steigen an Weihnachten bis ins Unermessliche. Die Emotionen schlagen hoch, unsere Geduld scheint im Keller. Und das Bisschen, das noch an einem seidenen Faden hängt, soll man ja nicht strapazieren! :-)
 
Weihnachten ohne Kinder ist doch so anders als mit. 
Ich sage hier nicht, dass es besser war, denn Weihnachten mit Kindern bringt wieder was ganz Kostbares mit rein. Die leuchtenden Augen, die Vorfreude ... 
Wer hätte gedacht, dass ein Kind, das sein fein gebügeltes Hemd nicht anziehen will, so viel Spannung auslösen kann. 
Oder das Kleinkind, welches das liebevoll und stundenlang zubereitete Essen verweigert. 
Deine Tochter, die ihre Geschenke in Windeseile aufreisst, ohne eine Spur von Dankbarkeit. 
Herumrennende, schreiende, weinende und streitende Kinder bringen dann auch noch die geduldigsten Eltern auf die Palme. 
Dann kommt hinzu, dass man Werte vermitteln möchte, aber die Enttäuschung darüber, dass dies scheinbar nicht gelingt, uns förmlich ins Gesicht geschrieben steht. 
Irgendwie kommen wir dann noch in Bedrängnis, ein perfektes Bild aufrechtzuerhalten, das gar nicht realistisch ist. 

Weihnachten ist nicht die Zeit, deine Kinder vor allen zu erziehen!
Ich weiss, wie gedemütigt man sich fühlt. Ich weiss, dass wir uns mit billigen Entschuldigungen freikaufen oder uns im besten Fall wegbeamen möchten. 
Irgendwas muss man doch machen, um diesen verurteilenden Blicke zu entkommen? (Übrigens: Diese Blicke entspringen in den meisten Fällen unserer Phantasie!) 
Nimm dein Kind ruhig auf die Seite oder sage den befreienden Satz: „Wir arbeiten daran!" Dieser Satz hat uns schon so viel Freiheit gebracht! Denn wir haben all die oben genannten Emotionen bereits durchlebt. 

Oft war ich auf 180, bevor die Gäste überhaupt kamen! 
Aus Ungeduld stritten die Kinder nur noch, sie wollten partout kein Familienfoto machen (oh, das ist mein wunder Punkt:-) und die schön geflochtenen Haare – und das bei unserer Tochter, die so viel davon hat, dass man es kaum fertig schafft, bevor die Hand eingeschlafen ist! – sind dahin. 
Oder das total übermüdete Kind, das vor lauter Vorfreude den Mittagsschlaf nicht geschafft hat und dann den ganzen Abend über weint.
Das sind Auszüge aus unserer besinnlichen Zeit. 

Diese Weihnachten jedoch – abgesehen davon, dass unsere Kinder vor Ungeduld fast platzten – war ruhiger. Ruhiger auch, weil sie älter sind (12, 10 und 8). Und weil wir uns den Satz: „Wir arbeiten daran“ trotz Schamgefühl an zahlreichen Weihnachten zu Herzen genommen und haben daran gearbeitet haben – nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr hindurch. 

Sei nicht zu beschäftigt, dass du kaum Zeit für deine Familie findest. Habe realistische Erwartungen. Und sei immer wieder offen für das Unvorgesehene. 
Setze dich und deine Familie nicht unter Druck. 
Geniesse die Zeit mit kleineren Kindern, koche ein einfacheres Menü oder delegiere Arbeiten ab – es bricht auch wieder eine neue Phase an.

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