:: Streit -2-::



Nachdem wir uns selbst geprüft haben, welche Streitkultur wir pflegen (falls du es noch nicht gelesen hast, lies den Post von letzter Woche).


schauen wir mal an, wie wir aktiv mit unseren Kindern, aber auch mit uns selbst, dran sein können. Es ist also unsere Aufgabe als Eltern, unseren Kindern eine gesunde Streitkultur zu lehren und diese eben auch selbst auszuüben. 
Wir können es nicht den Lehrern abschieben oder darauf hoffen, dass die Kids es dann schon selbst herausfinden, wie es geht. 

Ich bin keine Befürworterin von „Lassen wir sie, sie machen das schon selber unter sich aus!"  Also ganz ehrlich, wenn jemand unter die Räder kommt, dann dürfen wir es einfach nicht laufen lassen, sondern sollten einschreiten, ganz zu schweigen davon, dass Kinder gar noch nicht wissen, WIE man Konflikte sinnvoll löst. Wie sollten sie das auch wissen? 
Wir sind da, um sie auf diesem Weg zu begleiten. 

Natürlich dürfen wir das Alter der Kinder nicht ausser acht lassen, denn ältere Kinder, die wir schon gelehrt haben, können selbstverständlich schon selbst einen Weg finden. Meist jedoch wird der oben genannte Satz von Eltern gesagt, die Kleinkinder haben. Manchmal aus Ohnmacht, weil man nicht weiss, wie reagieren. Oder wir sprechen jemand anderem nach, der das mal gesagt hat. Oder ja, auch, weil uns doch manchmal die Lust fehlt aufzustehen und dranzubleiben.  

Der Lerneffekt ist jedoch gross, wenn wir uns entscheiden, es doch zu tun. 
Was lernen unsere Kinder, wenn wir ihnen aufzeigen, wie man mit Konflikten umgeht?

Es fördert ihr Sozialverhalten. 
Kinder, denen beigebracht wird, nicht nur an sich zu denken und einfach zu ihrem Recht zu kommen, koste es was es wolle, oder Kinder, die nachgeben, weil sie dem Streit aus dem Weg gehen möchten, lernen hierbei wichtige Sozialkompetenzen.  

Es ist ein "Fitness-Studio". 
Ich liebe diese Bild, das Jürgen & Ute gebracht haben, denn es ist so wahr. Wir kommen nicht nach einem einzigen Fitnessstudiobesuch zum Resultat, das wir möchten, es braucht Training, und das regelmässig. Genauso ist es auch bei der Streitkultur. Überfordere deine Kinder nicht damit, indem du nach dem ersten Mal Erklären schon erwartest, dass sie "Muskeln" der Streitkultur entwickelt haben. Es bedarf Wiederholung und Zeit! 

Weiter ist es eine wunderbare Art und Weise, die eigene Meinung und Bedürfnisse zu formulieren
Einige Kinder haben überhaupt keine Mühe, diese zu kommunizieren. Für sie ist es jedoch genauso wichtig das Zuhören zu lernen. Für andere ist es eine grössere Herausforderung, gleichzeitig aber eine Chance, während Konflikten dies zu lernen. Gib ihnen Zeit und ermutige sie stets, den Zugang zu ihren Gefühlen zu suchen. 

Es fördert ganz stark den Respekt für andere. 
Man lernt, dass es verschiedene Meinungen und Ansichten gibt, dass andere einfach anders sind, aber das man dadurch niemals den Respekt verlieren sollte.  

Streit fördert Kompetenz, Moral, Mut, Kreativität und Loyalität. 
Wenn uns dies nicht motivieren sollte dranzubleiben! Der Alltag gibt uns mehr als genug Möglichkeiten um unseren Kindern Werte weiterzugeben, die sie ein Leben lang begleiten. 
Das Thema begeistert mich ganz ehrlich, denn wenn man aus so etwas „Lästigem" wie Streit so viel Positives rausholen kann, dann lasst uns aufstehen und dranbleiben.  
(Punkte aus Jürgen & Utes Vortrag, danke ihr Lieben!)

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