::Liebe den Prozess::


Love the process. 

Ich finde diesen Ausdruck so wichtig, dass ich dieses Jahr ein Bild mit diesem Slogan für den Shop an der childwise.ch-Konferenz gemacht habe.

Love the process.

Wenn wir da mal tiefer eintauchen stellt sich die Frage: Lieben wir den Prozess wirklich?
Wir sind womöglich begeistert über den Anfang und sehen mit Wehmut in die Zukunft, den Prozess jedoch, den möchten wir am liebsten umgehen, ausradieren, und hoffen auf eine Schnellstrasse, die bestenfalls den Prozess verkürzt.

Der Prozess jedoch führt uns doch erst zum Ziel, ohne Prozess geht es nicht!

Ich liebe es, mit Müttern zu sprechen, die schon Teenager oder erwachsene Kinder haben. Wir hatten solche Perlen an der Konferenz und es ist einfach so ermutigend zu hören, welche Frucht hervorgekommen ist. Dies ist die Zeit, in der sie sichtbar werden. ABER genauso müssen wir hören, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Einfach so ist der Samen nicht gewachsen.


Der Prozess, wenn wir lernen ihn anzunehmen und zu lieben, ist rückblickend kürzer als befürchtet. Wirklich! Denn was sagen alle ältere Damen? "Geniessen Sie die Zeit, denn sie vergeht viel zu schnell!"


In welchem Prozess steckst du?
Was raubt dir den letzten Nerv?


Schreit deine Tochter rum, sobald sie nicht bekommt was sie möchte?
Weicht dein Sohn nicht von deiner Seite, weil er mit seiner Scheu zu kämpfen hat?
Hat deine Tochter Mühe mit den Hausarbeiten und du kämpfst täglich mit ihr?
Hat dein Sohn immer das letzte Wort und wird abschätzig?
Ist deine Tochter dominant und lässt sich nichts sagen?

....
Was ist es bei dir?

Erdrückt dich die Lage? Denkst du – nach einer Woche konsequentem Dranbleiben – dass es sich doch eigentlich endlich verändern sollte?
Ich bekomme diese Frage dauernd, denn in der Kleinkindzeit passieren Veränderungen oft innerhalb einer Woche, z. B. bei der Einführung der Strukturen. Aber wenn die Kinder älter werden, ist es nicht mehr eine Woche. Wir sprechen dann von Jahren! Jahre, in denen es sich lohnt, zu investieren.

Wirf die Erwartung ab, dass es sich nur um Tage, Wochen oder Monate handelt. Wenn es so sein sollte, dann super. Aus meiner Erfahrung jedoch sprechen wir hier von Jahren.

Nun, du entscheidest jetzt, ob dieses Wissen dich entmutigt, oder du wählst den viel besseren Weg, denn wir haben ja unsere Kinder für einen Grund! JAHRE – und du nimmst die Herausforderung mit Freude an. Denn wir haben solch eine kostbare Arbeit, eine lebensverändernde, die sich auf die nächste Generation auswirkt.
Nichts von Wert kommt so einfach daher.
Also fange an, den Prozess zu lieben und freue dich darüber, dass du überhaupt noch Zeit dazu hast, in deine Kinder und ihre Zukunft zu investieren.
Wenn wir uns nur über die Schwierigkeiten beschweren, hilft das uns keinen Schritt weiter.
Deshalb ist es mir in den Kursen jeweils so wichtig, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, damit wir ehrlich austauschen können.
Ich möchte jedoch nicht einen Club der "desperate housewifes" :-), sondern wir müssen dann auch wieder rausfinden.


Was können wir ändern?
Wo sind wir dran?
Wie können wir einander auf dem Weg ermutigen, befähigen, unterstützen?


Wenn deine Kinder noch nicht 18 sind, hast du Zeit. Kostbare Zeit, die wirklich vergeht. Nutze sie weise, liebe den Prozess, in dem du steckst, so anstrengend er auch sein mag. Er wird nicht nur für dein Kind zum Segen, sondern für dich ganz persönlich.

Wie du an die Sache rangehst, verändert so viel. Ich sage meinen Kindern jeweils, dass ihre Haltung entscheidend ist, genauso ist es jedoch für mich.
Mit welcher Haltung gehe ich an die schwierigen Dinge?
Dies lässt sich natürlich ganz klar auf die verschiedensten Bereiche des Lebens ausweiten und ist nicht nur für die Erziehung von Bedeutung.

Fühlst du dich in einem Loch und scheinst keine Kraft zu haben, deine Haltung zu ändern? Wir sind gerne für dich da und ermutigen dich.

In diesem Sinne: Fange an, den Prozess anzunehmen, dankbar für ihn zu sein um ihn dann auch zu lieben!

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