::Starke Beziehung::


Erziehst du deine Kinder dazu, dass ihr später eine starke und gefestigte Beziehung zu einander habt?

Ich spreche hier nicht davon, dass wir:
- unseren Kindern alles durchgehen lassen.
- sie nicht enttäuschen wollen und deshalb nicht Nein sagen. 
- ihnen alle Konsequenzen aus dem Weg räumen, weil diese sie sonst verletzen könnten. 
- ihnen alles ermöglichen, sei es materiell oder sonst was. 

Vielleicht denkst du, dass genau diese Dinge deine Beziehung zu deinen Kinder festigen werden. Du siehst dich schon insgeheim händchenhaltend mit deinem Teenager schlendernd, wie er dich um Rat bittet, weil eure Beziehung so vertrauensvoll und stark ist. 
Fairerweise bin ich davon überzeugt, dass die meisten Eltern die oben aufgezählten Dinge nicht als „Beziehungsfestiger" identifizieren würden. Wenn wir es so aufgeschrieben sehen, oder einen Fragebogen ausfüllen müssten, der da hiesse: "Was stärkt die Beziehung zu meinen Kindern?“, würden diese Aussagen bei den meisten keine Topplätze erhalten. Oder? 

In der Praxis ist es aber oft so, dass wir unbewusst nachgeben, weil wir die Beziehung zu unseren Kindern im Moment, im Heute, nicht betrüben möchten. 
Wir sagen nicht Nein, weil wir Angst haben, dass wir die Liebe zu unseren Kinder dadurch verlieren könnten.
Wir tragen den Turnsack nach, weil sie sich sonst schämen müssten, wenn sie nicht mitturnen könnten. 
Wir geben dem Druck nach und lassen unsere Kinder viel mehr gamen, weil es ja alle machen (alle sind es meist dann aber nicht, wenn man nachfragt). 
Wir kaufen unseren Kids ständig neue Sachen oder unterhalten sie mit den ausgefallensten Ausflugszielen, weil sie es besser haben sollten, als wir es gehabt hatten. 
Wir wollen ja nur das Beste für unsere Kinder … 
Aber ist es das Beste für unsere zukünftige Beziehung zu ihnen? 
Wird dein Kind dich dadurch respektieren lernen? 
Wirklich lieben lernen?

Als Eltern befinden wir uns zu oft im Heute. Wir müssen stattdessen unseren Horizont erweitern und darüber nachdenken, was die Beziehung nachhaltig stärken wird – zukünftig. 
Wage es, zukunftsorientierter zu entscheiden, deine Ziele in deine heutigen Entscheidungen miteinfliessen zu lassen. 
Identifiziere die „Beziehungskiller". Zusätzlich zu den oben Genannten gibt es noch diejenigen, mit denen vielleicht unsere Eltern zu kämpfen hatten, die aber bestimmt auch Einige von uns geprägt haben.

Nebst den hippen Beziehungskillern gibt es nämlich noch die Vintage-Beziehungskiller:
- Wir trauen unseren Kindern nichts zu und erziehen sehr strikt.
- Wir geben keine Freiheiten aus Angst, dass die Kinder ausbrechen würden (der Trichter bleibt die ganze Zeit durch schmal) 
- Wir haben eine exakte Vorstellung, die ohne Wenn und Aber ausgeführt werden muss.
- Die Kinder können das Gespräch mit den Eltern nie suchen, weil deren Meinung unanfechtbar ist.

Das alles engt das Kind zu sehr ein, und entweder bricht es dann ganz rebellisch aus oder passt sich an, aber sein Herz ist nicht bei der Sache. 
Beides kein Erfolgsgarant für eine gute Beziehung!

Nun, wo stecken deine Beziehungskiller? 
Erkenne sie und blicke heute mutig in die Zukunft.
Welche Art von Beziehung willst du später mit deinen Kindern haben? 
Eine Respektvolle? Dann arbeite heute daran und erlaube deinen Kindern nicht, dich zu schlagen, dich zu beschimpfen und dergleichen.
Eine Vertrauensvolle? Dann schaffe eine Umgebung, in der sie ihr Herz ausschütten dürfen, ohne dass du sie bevormundest, versuchst zu reparieren, für sie entscheidest, sie nicht ernst nimmst, wütend zurechtweist oder auslachst.
Eine Liebevolle, Freundliche, Grosszügige, Hilfsbereite?

Arbeite heute daran und beobachte, wie deine Beziehung zu deinen Kindern über die nächsten Jahre stärker wird und es eine Herz-zu-Herz-Beziehung wird.

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