::Sommerferien -2-::


Nachdem wir letzte Woche den ersten Schlüssel zusammen angeschaut haben (wenn du es noch nicht getan hast, tue dies doch noch unter folgendem Link:)(http://childwise-ch.blogspot.ch/2017/07/sommerferien-1.html), schauen wir jetzt den zweiten an.
Welcher könnte dieser sein?
Hast du eine Idee? Oder wagst du eine Tipp?
Ich spanne dich nicht weiter auf die Folter:

Nr.  2: Deine Kinder brauchen ein starkes moralisches Vorbild und einen Mentor in dir.
Kinder lernen durch Vorbilder. Wer sind ihre ersten Vorbilder? Natürlich Papa und Mama.
Ich glaube, dieser Punkt ist für uns Eltern alles andere als angenehm, denn das Vorbildsein kann man sich so nicht einfach aus dem Ärmel schütteln, und es bedarf nicht jemanden, der rhetorisch begabt ist.

Wir kennen alle diesen Spruch: Kindern lernen mehr von unserem Verhalten als von unserem Reden.
Autsch, habe ich mir schon selbst einige Male gesagt! Reden wäre so viel einfacher, aber unser Verhalten übertönt unser Reden bei Weitem.
Mir war das schon früh bewusst, als wir kleine Kinder hatten. Ja, sie imitieren unser Handeln und nicht unser Reden. So sind wir ja doch schon des Öfteren überrascht, wenn sie mit unseren "blöden Mödelis“ anfangen. Ganz ehrlich, hat es mich manchmal einige Zeit gebraucht, bis ich herausgefunden habe, dass es nicht von Papa, den Grosseltern oder dem Schulkameraden ist :-), nein, sie haben MICH imitiert. Mich, mit der sie die meiste Zeit zusammen sind … Logisch, aber schmerzhaft. :-)
Nun, wenn du denkst, dass es wichtig ist, gute Vorbilder von Kleinkindern zu sein, dann sei dir gesagt: bei Vorpubertierenden und Teenagern ist es noch viel wichtiger. Was hier noch hinzu kommt ist, dass du ein Gegenüber haben wirst, das nicht nur imitiert, sondern dich herausfordert und aufdeckt. Deshalb ist es so wichtig, da schon zu ganz früh dranzusein, denn später wirst du darauf bauen müssen.

Achte auf dein Benehmen, deine Sprache und deine Handlungen, sei bereit, Fehler einzugestehen und entschuldige dich aktiv dafür. Indem du dein Versagen eingestehen kannst und dran arbeitest, bist du ein viel grösseres Vorbild, als wenn du deinen Kindern
etwas vorspielst. Den Vorspielen funktioniert sowieso nicht, deine Kindern werden all deine Stärken und Schwächen nur zu Gute kennen, und spüren schnell, wenn du nicht offen damit umgehen kannst. Das ist dann viel schlimmer, denn sie können dich nicht ernst nehmen und werden dann auch nicht auf dich hören. 
Dein Kind wird zu dir hochschauen, wenn du sein Vertrauen und seinen Respekt verdient hast.

Also lass uns daran arbeiten:
- Unser Versagen einzugestehen und uns dafür zu entschuldigen. Je schneller du das kannst, desto einfacher lernen die Kinder es auch, dass es kein Weltuntergang ist, etwas einzugestehen, sondern dass es wahre Stärke beweist. Vor allem, wenn es ihr starker, grosser Papa kann, motiviert das die Kinder enorm.
- Sprich mit deinen Kindern über deine Versagen in deinem Leben, lass sie einen Teil davon sein und auch davon, wie sie es besser machen könnnten.
- Ganz wichtig ist hierbei auch, dass wenn wir ein gutes Vorbild sein möchten, wir selbst immer wieder auf uns schauen müssen, d.h. genug Schlaf (ja, ja, ich komme immer wieder mit dem, aber es macht wirklich ein grosser Unterschied), Zeit für dich um aufzutanken, etc.

Überlege dir diese Woche, in welchen Bereichen du dich verbessern könntest. Pick dir was raus, wenn es einige sind :-) und arbeite aktiv daran. Wenn deine Kinder älter sind, kannst du dies auch mit ihnen besprechen und ihnen sagen, dass du genau an diesem Punkt arbeiten möchtest.

Ich weiss genau, welches mein Punkt sein wird. Denn ich gehöre zu denen, die sehr schlecht unter Druck arbeiten. Ich werde dann schnell laut. Und hierbei möchte ich mich verbessern, denn es gab schon unzählige Momente, in denen ich mir am liebsten die Zunge abgebissen hätte. Ich bin zwar froh, dass ich nicht fluche (dafür bin ich meinen Eltern wirklich dankbar, dass sie da so stark drangeblieben sind), aber bei der Lautstärke brauche ich dringend mehr Selbstkontrolle.
Denn als wir spontan Besuch bekommen haben, ich noch einkaufen gehen, das Haus aufräumen und putzen musste, und sowieso: der Garten musste auch noch bereit gemacht werden (sprich: Lounge Zeugs raus, grossen Tisch von der Garage runtertragen), verschiedene Dips wollten vorbereitet werden und ich dann alles auf einem grossen Tablett nach unten tragen und natürlich irgendwo abstellen musste, wo – nachdem ich die erste Schale auf den Tisch platziert habe – ALLES gekippt ist und auf dem Boden gelandet ist ….. da war es zu Ende mit meiner Geduld und mein armer Sohn, der gerade neben mir sass, wurde unschön daran erinnert, warum er nur herumsitzt und nicht hilft.
Der Besuch kam natürlich kurz darauf, aber ich wusste, dass ich es zuerst mit meinem Sohn klären musste und ich habe mich entschuldigt.
Ich bin so froh, dass die Kinder nicht nachtragend sind sondern schnell vergeben.

Also, lass uns daran arbeiten, gute Vorbilder zu sein!

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