::Geniesse es::


Unser Sohn kam kürzlich vom Spielen bei einem Schulkameraden nach Hause und sagte: "Sie lernen dort nicht "enjoy“." 
Im ersten Moment verstand ich überhaupt nicht, was er mir sagen wollte. 
Sie lernen dort nicht enjoy?! Geniessen sie ihr Familienleben nicht? 
Hatten sie Streit? 

"Wie meinst du das?“ habe ich gefragt.
Er sagte, wenn eines der Kinder bei einem Freund übernachte, müsse das andere Geschwister auch zu jemandem gehen, oder wenn das eine Kind ins Kino gehe, ginge das andere auch. AHA, jetzt habe auch ich es verstanden. ENJOY! 
Eines der grundlegenden Familienziele, das wir unseren Kindern lernen. 
Sich für ihre Geschwister zu freuen, wenn ihnen etwas Gutes widerfährt oder sie etwas Besonderes unternehmen können. Einfach eine ehrliche Freude ohne Murren, ohne das Gefühl zu haben, IMMER zu kurz zu kommen oder das Warum-er-und-ich-nicht.

Diese Freude kommt aber wie so Vieles nicht über Nacht. Natürlich fällt es einigen Kindern einfacher als anderen, die doch sehr viel mehr Mühe damit haben, aber im Grossen und Ganzen ist es etwas, das du als Mama oder Papa vorleben darfst und auch deinem Nachwuchs beibringst.Wir haben schon einige Blogeinträge dazu verfasst, mehr dazu hier: 

http://childwise-ch.blogspot.ch/2016/10/fur-andere-freuen.html
http://childwise-ch.blogspot.ch/2012/08/sich-fur-andere-freuen.html

Dieser hier sollte zur Ermutigung dienen. Denn für uns als Familie war es eines der Ziele auf unserer Liste. Uns war es wichtig und wir blieben dran. Fast zu sehr für Einige! :-)

Von klein auf hörten unsere Kinder davon und wir versuchten, es vorzuleben, dass wir uns für andere freuen. Und ich werde nicht lügen, es hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Aber diese investiert man ja gerne, wenn einem etwas wichtig ist und man ein Ziel vor Augen hat, und überhaupt, ist das doch mein Job, meine Berufung, und diese möchte ich gut machen. :-) 
Mit Zeit meine ich, die Zeit die wir im Moment genutzt haben, wenn eines der Kinder zum Beispiel keinen Ballon bekommen hat, oder wenn wir in den Lernmomenten darüber gesprochen haben. Und mit Zeit meine ich Jahre. 

Deshalb soll dies ein ermutigender Eintrag werden, denn als wir anfingen, vor vielen, vielen Jahren, hatten wir keine Erfahrung, also half uns einfach das Ziel vor Augen. Es war uns wichtig unseren Kindern aufzuzeigen, dass wenn man sich für andere freuen kann, dies ein wunderbarer Schatz für ihr Leben sein wird. Denn das Gegenteil davon kennen wir nicht nur mit Kindern, sondern mit Erwachsenen, und dies ist dann mit zunehmenendem Alter wenig attraktiv. 

Die Leute, die sich für andere freuen können, sind wie ein frischer Wind, es wirkt anziehend und so entspannt, bringt viel Freude und Wärme. 

Dieser Nachmittag hat mir gezeigt, dass es gefruchtet hat. Denn mein Sohn hat es nicht eifersüchtig oder wütend gesagt, sondern ganz natürlich, es war einfach etwas, das ihm aufgefallen ist. 

Und von der Geburt bis zu dieser Aussage liegen JAHRE. Natürlich haben wir schon öfters miterleben dürfen, dass sich unsere Kinder ehrlich füreinander gefreut haben, dieser Nachmittag hat mich jedoch nochmals enorm ermutigt. 

Lass dich nun auch ermutigen, liebe Mama, lieber Papa, wenn dir dieser Wert auch wichtig ist, sich füreinander zu freuen. Bleib dran, ganz zwanglos und mit viel Freude, gib nicht zu schnell auf, denn die Früchte sind wirklich wunderschön.

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