::Söhne und ihre Väter::


Nachdem wir die Beziehung von Mutter und Sohn sowie Mutter und Tochter angesehen haben, ist es an der Zeit, die Beziehung des Vaters zu seinen Kindern näher zu begutachten.
Wir fangen mit der Beziehung von Vätern zu ihren Söhnen an.

Söhne haben folgende primäre Fragen an ihre Väter: 
"Bin ich dein geliebter Sohn und habe ich es wirklich drauf?"
Unsere Verantwortung als Vater ist es, diese Fragen immer wieder verbal zu beantworten, indem wir unsere Söhne in diesen Bereichen bestärken.
"Ja, du bist mein geliebter Sohn und du schaffst das.“ 
Was auch immer dran ist, bestärke deinen Sohn, glaube an ihn und zeige dies regelmässig durch deine Worte und Haltung.

Wenn dein Sohn unsicher ist, feuere ihn an! Wenn Papa an ihn glaubt, dann stärkt das sein Selbstbewusstsein enorm.
Eine Warnung hierbei: Vergiss nicht, dass Entmutigungen, harte Worte und genauso fehlende Worte oder Passivität nur das Gegenteil auslösen.
Dein Sohn muss es von dir hören – auch wenn du nicht so der gesprächige Typ bist, tue es für deinen Sohn.

Weiss ich, was die Hobbys meines Sohnes sind?
Interessiere ich mich wirklich für ihn oder möchte ich, dass er Dinge mit mir macht, weil sie mir gefallen?
Bin ich bereit, meine Erwartungen und Präferenzen an zweite Stelle zu setzen, damit ich meinen Sohn kennenlernen kann, so wie er ist?

Vielleicht liebt dein Sohn Fussball, und du auch – super!
Vielleicht aber hast du einen Sohn, der für den Sport lebt wie du, und der andere Sohn liebt Theater.
Was machst du? Ist es nicht so, dass viele Väter dann eine innigere Beziehung zu dem einen Sohn haben und den zweiten nicht verstehen und kaum
Zeit mit ihm verbringen?

Bei mir ist es so, dass ich Musiker bin und jeden Sport, der mit einem Brett zu tun hat liebe. Unser Sohn aber liebt Fussball, ich jedoch habe mich nie für Fussball interessiert.
Wirklich nicht.
Ich schaute höchstens Mal ein Spiel mit den Schweizern an der EM oder WM, obwohl dies auch selten vorkam.
Unser Sohn erwischte dann im 2014 das Panini-Fieber. Wir schauten sein Buch immer wieder an und er erklärte mir die verschiedenen Namen. Ich kannte nicht mal Cristiano Ronaldo, so fussballuninteressiert war ich! :-)

Ich fing an, mehr Fussballspiele mit ihm zu schauen, ich informierte mich vermehrt darüber. Einmal durften wir sogar in einem Fussballstadium ein Spiel schauen. Das war
eine besonders kostbare Zeit für uns zwei.
Seit September nun spielen wir jeweils regelmässig an Samstagen mit anderen Vätern und ihren Söhnen Fussball.
Jetzt geniesse ich diesen Sport, aber vielmehr geniesse ich die Zeit, die Qualitätszeit mit unserem Sohn. Zusammen zu sein, etwas zu tun, wofür das Herz unseres Sohnes schlägt.
Wir haben wunderbare Erinnerungen und ich spüre, wie dankbar er ist, dass ich diese Leidenschaft mit ihm teile. Auch wenn er weiss, dass es nicht meine erste Leidenschaft ist, denke
ich, weiss er, dass ich es für ihn tue.

Es lohnt sich! 
Wie ist es bei dir?
Hast du eine gewisse Vorstellung, welchen Sport dein Sohn spielen wird, welches Instrument er erlernen oder welchen Beruf er ausüben soll?
Nimm dir mal Zeit, darüber nachzudenken, ob das wirklich auch seine Wünsche sind oder er es einfach dir zuliebe tut.
Kinder möchten uns gefallen und sie wissen schnell, wie sie das tun können.
Aber sei mal ehrlich, möchtest du nicht deinen Sohn so erziehen, dass er seine EIGENEN Leidenschaften, Hobbys und Stärken einsetzen kann?

Wie schön, wenn dein Sohn später mal sagen kann, dass du ihn unterstützt und ermutigt hast, ihn stetig bestärkt hast, SEINEN Weg zu gehen.
Das heisst nicht, dass es immer einfach für dich sein wird.
Du musst dich vielleicht für etwas interessieren, das dich überhaupt nicht reizt, aber wenn du das Herz deines Sohnes erobern willst, dann lohnt es sich allemal.

Unterstütze auch immer die Momente des offenen Fensters.
Wir können nicht wissen, wann unsere Söhne das Fenster ihres Herzens öffnen, aber wir können eine Umgebung schaffen, die das unterstützt. 
Verfügbar sein ohne Handys, die uns ablenken. Schaffe als Vater eine Familienidentität des Vertrauens, feiere das jetzt, sei präsent, schenke deinen Kinder Qualität- sowie Quantitäszeit.

Und zum Schluss noch ein Gedanke: Sei der Mann, den du in deinem Sohn später sehen möchtest.
Lass es auf dich wirken, ich glaube, dass es aussagekräftig genug ist.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

:: Eigentum anderer respektieren::

:: Ämtli II ::

::Elterliche Autorität::