::Kreativ?!::


Nun, die Bitte wurde an mich gerichtet, mal einen Lernmoment-Blog zu schreiben. Mit Ideen, wie man spielerisch den Kindern in den verschiedensten Bereichen etwas beibringen kann. Am liebsten einen Katalog, wo man seinen massgeschneiderten Lernmoment findet und dann gleich anwenden kann. :-)

Ah, wie ich diesen Katalog gebraucht hätte! Ich bin in solchen Dingen überhaupt nicht kreativ und musste oft lange überlegen, um etwas halbwegs Spassiges auf die Beine zu stellen.
Wenn einige meiner Freundinnen erzählen, bleibt manchmal meine Kinnlade unten, weil sie in diesem Bereich so kreativ sind und die wunderbarsten Lernmomente für ihre Kinder kreieren. Meine Kids hingegen müssen sich mit Meinen zufriedengeben. Da sie jedoch den Unterschied nicht kennen, bleibe ich für sie top :-)  – genau wie du, wenn du dich in diesem Bereich noch verbessern möchtest.


Der Trick ist es, dass sie es nicht herausfinden :-) Also stets mutig deine Lernmomente präsentieren und nicht durchsickern lassen, dass du nicht kreativ bist, dir nichts in den Sinn kommt etc, etc. Speak life – sprich Leben aus – auch hierbei. Sei mutig.

Gleich zu Beginn: Es wird kein Katalog! Denn weisst du was, dann müsstest du gar nicht mehr selber überlegen und dich auf dein Kind fokussieren! Ich möchte dir den Denkprozess nicht rauben, UND leider habe ich nicht genug Ideen, um einen Katalog zu füllen! :-) Aber das Erstere wäre der wahre Grund, ehrlich. :-)

Lernmomente sind dazu da, deinen Kindern auf spielerische Art und Weise in Nicht-Konfliktsituationen etwas beizubringen.
Deshalb frage dich in den Situationen, in denen du in eine belehrende Haltung (bla-bla-bla) kommst, oder dich zunehmend ärgerst, weil dein Kind es IMMER NOCH NICHT gelernt hat: 


„Habe ich es ihm eigentlich mal im Nicht-Konflikt gelehrt?"
Wenn ich in solchen Situationen mit "nein" antworte, fange ich erst gar nicht an, die Kinder auf das Fehlverhalten aufmerksam
zu machen. Sondern überlege mir, wie ich ihnen dies in nächster Zeit spielerisch beibringen kann.


Mehr dazu hier:
Nun, wie sehen solche Situationen aus?
Das "Ja Mama/Papa" wäre so eine. Mit dieser Antwort kann man bei den Kleinsten anfangen, sobald sie diese zwei Wörter sagen können.
Spiele das "Ja Mama/Papa“-Spiel. Zuerst erklärst du es altersentsprechend und sagst, dass wann immer du das Kind rufst, es so schnell wie möglich zu dir kommen soll. Bei Kindern, die Action lieben, kannst du es "dramatischer" erklären mit "sofort alles fallenlassen und so schnell dich deine kleinen Füsse tragen mich suchen kommen“. Wenn das Kind es mag, könntest du dich ab und zu verstecken. Und dann kommt es und sagt ganz, ganz laut: "Ja Mama/Papa“.
Dann bekommt es eine grosse Umarmung. Papas könnten einen Nachmittag sich Zeit nehmen und mit ihren Jungs in den Wald gehen und dies auf ihre männliche Weise, vielleicht im Militärlook mit Tarn-Make-up im Gesicht, so üben.
Es sollte Spass machen.


Oder das Grüssen üben: Wie grüsst man jemanden. 
Ich habe mit meinen Kids an einem Nachmittag diese Spiel gespielt. Ich ging vor die Türe und klingelte. Jedes nach dem Anderen machte auf und wir spielten mal durch, wie
man es richtig macht und wie falsch. Manchmal verkleidete ich mich und sie lagen lachend auf dem Boden, als plötzlich eine ausgestopfte Mama vor der Türe stand.
Bestimmt spielten wir dies für jeden 3-4 Mal durch und es war ein toller Nachmittag.

Ein anderes Mal regte ich mich auf, weil meine Kinder das Telefon nicht richtig abgenommen hatten. Ich fing an: „Ihr wisst doch, dass ihr euren Namen sagen sollt, und blablabla…!“ Dann merkte ich, dass ich es ihnen nie im Nicht-Konflikt erklärt habe. Also spielten wir dieses Spiel: Ich rief einige Male an und sie konnten üben.

Die Türe richtig schliessen und nicht zuknallen war auch so ein Lieblingslernmoment. Ich stand vor der Türe, rief laut einen Namen und sagte dann richtig oder eben falsch. Wenn richtig, durften sie die Türe ganz vorsichtig auf- und zumachen und bei falsch – ja, das wisst ihr bestimmt. :-) Natürlich war es mehr richtig als falsch, aber man muss den Spass nicht vergessen.

Ein anderes Mal hatten wir einen Action-Lernmoment mit Penaltyschiessen Jedes Kind schoss mal und dann gab ich ihnen ein Kompliment und sie sagten danke. Wir lernten, eine Antwort auf ein Kompliment zu sagen. Wenn es richtig war, und das war es immer, warf ich ein M&M’s in ihren Mund. Sie liebten es!

Genauso spielten wir Tischdecken an einem Nachmittag und mit Messer und Gabel richtig zu essen, natürlich auch wie man die Serviette verwendet. Als Belohnung stand ein Restaurantbesuch in Aussicht, wenn es super klappt.

Streitereien haben wir mit ihren Plüschtieren durchgespielt. Oder sie durften auch mal Mama spielen und ich das Kind, das war jeweils auch immer ein Highlight.

Du kannst wirklich deiner Phantasie freien Lauf lassen. Wenn es doch ein wenig happert, wirst du merken, dass es dir mit der Zeit immer einfacher fällt.
Und wenn deine Kinder älter sind, hast du den Bonus sie zu fragen, wie man das am Besten zusammen lernen könnte. Denn weisst du was, du hast bestimmt ein kreatives Kind, das dir gerne Ideen gibt!
Eben, wie gesagt, ein Katalog ist es bei Weitem nicht geworden, ich hoffe jedoch, einen kleinen Anstoss gegeben zu haben, dass wenn ich es schaffe, du es ganz sicher auch tust.

In diesem Sinne, freudiges Üben.

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