::Offenes Fenster::



Wann hattest du das letzte Mal einen Moment des "offenen Fensters" bei deinen Kindern? 
Diesen Moment, den du nicht planen kannst, der plötzlich passiert. Irgendwie 
öffnen die Kinder ihre Herzen und lassen dich rein. 
Das sind dann nicht die hochkomplexen Fragen, sondern tönen mehr wie: 

"Findest du mich überhaupt hübsch?" 
"Denkst du ich schaff das?" 
"Warst du auch mal verliebt?" 
....... 

Du kannst dich nicht darauf vorbereiten. Mein Mann pflegt jedoch zu sagen, dass wir an der Beziehung arbeiten können, damit unsere Kinder uns überhaupt vertrauen und uns in ihr Herz schauen lassen. 
Denn sind wir doch mal ehrlich, wie oft sind wir abgelenkt und mit Anderem beschäftigt oder hören nur mit halben Ohr hin?

"Warte mal, jetzt nicht!" 
"… was hast du gesagt?“ …. und immer noch auf WhatsApp am Schreiben. 
... 

Ein anderer Killer des offenen Fensters ist, wenn wir das Bedürfnis empfinden, die Kinder in diesem Moment zu belehren oder versuchen, die Situation zu "reparieren". 
Auch das ist kein guter Nährboden für weitere offene Fenster. 
Ich bin so froh und dankbar, dass ich schon früh darüber gehört habe, sonst wäre ich ganz bestimmt in die Falle getappt. Denn die meisten offenen Fenster bei unseren Kindern waren so unscheinbar, dass ich sie leicht hätte verpassen können, aber irgendwie geht bei mir der offene-Fenster-Sensor" ab, als ob ein innerlicher Alarm schrillt: "Jetzt aufpassen, OFFENES FENSTER, alles auf die Seite legen, gut zuhören, ruhig bleiben und nichts reparieren!" 

Die Kinder merken äusserlich nichts, denn ich versuche so normal wie möglich zu sein, aber innerlich geht da Einiges ab. :-) 
Um nicht zu sagen, dass ich ganz sicher auch schon völlig unsensibel diese offenen Fenster nicht bemerkt und meine Kinder enttäuscht habe. Aber Gott sei Dank sind sie so verzeihend und geben nicht gleich auf.
 
Die meisten offenen Fenster geschehen bei uns so kurz vor dem Zubettgehen. 
Nicht die ideale Zeit für mich :-) – jedoch ihre Zeit. 
Ich pflege dann auch oft nochmals in dieser Atmosphäre an das Fenster zu klopfen. 

"Wie geht es dir?" 
"Hattest du einen schönen Tag!" 
"Ist etwas passiert, das dich traurig/glücklich gemacht hat?" 
.... 

Und höre zu. Nicht immer gibt es ein offenes Fenster, aber ich spüre, wie diese Zeit doch eine wichtige ist, vor allem für ältere Kinder. Oft lassen sie doch wie wir auch in der Stille und im Dunkeln den Tag nochmals Revue passieren. 
Weiter sind auch Autofahrten jeweils eine gute Zeit, oder eben, es passiert einfach mal aus heiterem Himmel. 

Wenn deine Kinder das Fenster zu ihrem Herz öffnen, dann sei präsent und höre zu. Aus eigener Erfahrung wollen sie einfach eine kurze Antwort oder ein offenes Ohr. 
Vielleicht denkst du, dass sie mehr brauchen. Mir hat es jedoch geholfen, sie kurz anzuschauen und dann merkt man schnell, ob sie mehr erwarten oder nicht. 
Aber eigentlich sagen wir oft zu viel. Keep it simpel.

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