::Aber ...::


Sei keine ABER-Mutter, sei kein ABER-Vater.

Was bedeutet ABER? Wenn ich es google kommt folgendes:

1.        verwendet, um einen Gegensatz zwischen der Aussage des Hauptsatzes und der   
           des Nebensatzes auszudrücken.
2.        verwendet, um eine Behauptung einzuschränken.

Beide Punkte sind aussagekräftig, für diesen Eintrag wenden wir uns der zweiten Erklärung zu, die sehr treffend ist.

"Verwendet, um eine Behauptung einzuschränken."


Wie oft verwenden wir das ABER in diesem Zusammenhang mit unseren Kindern?

„Du hast den Tisch schön gedeckt, ABER die Messer liegen schief!“
„Gut hast du dein Zimmer aufgeräumt, ABER staubsaugen kann ich nicht, wenn noch alles
auf dem Boden liegt!“
„Du hast den Postboten nett gegrüsst, ABER angeschaut hast du ihn nicht!“
„Der Besuchsmorgen war lustig, ABER warum hast du auf deinem Stuhl so herumgezappelt?
…..
Gerne gebraucht man das ABER, wenn man Kindern Hausarbeiten lehrt. Auch hier ist es nicht von Vorteil ihre Freude zu rauben.

Wo liegen deine ABER? Es geht gar nicht darum, dass wir unsere Kinder nie verbessern dürfen oder sie anspornen, es besser zu machen. Vielmehr möchte ich darauf aufmerksam machen, dass unsere Ermutigungen oft verkleidet daher kommen.
Ermutigung (schön, schön, schön)… ABER. BAM!
Einen kurzen Moment kann man sich freuen, dann kommt das ABER und jegliche Freude und Motivation ist verflogen!

Lass eine Ermutigung mal stehen und beiss dir auf die Zunge!
Kein Aber, kein "ich hätte das so gemacht", kein "wenn du … dann…"!

Wie schwierig kann das sein?!
Du ahnst es, das ist einer der persönlichen Einträge. Ich bin seit einiger Zeit ganz aufmerksam daran, meine ABER zu minimieren. Als Perfektionistin sind die ABER meist noch präsenter und deshalb nicht so einfach wegzuwünschen!

Es ist so wichtig, dass unsere Kinder ermutigt wissen, dass wir stolz sind, ohne Wenn und ABER. Die ABER gehören nicht in den gleichen Satz. Vielmehr kannst du ein anderes Mal zeigen, wie die Messer gerade hinkommen, die Legos in die Kisten verstaut werden, oder man in die Augen schaut beim Grüssen. Diese Dinge kannst du im Nicht-Konflikt oder während Lernmomenten zeigen und nicht „WEIL DU ES DA NICHT GUT GEMACHT HAST, MUSS ICH MIR JETZT DIE ZEIT NEHMEN, DICH ZU LEHREN!“ – Siehst du wie schwierig es ist?!

Lass die Ermutigung stehen.
Schreib dir die ABER auf und integriere sie im nächsten Lernmoment. Feiere dein Kind zum Zeitpunkt deiner Ermutigung. Sieh wie seine Augen leuchten und raub ihm nicht diesen Moment mit einem ABER.

Mir ist es von Herzen wichtig, dass meine Kinder kein ABER erwarten, sondern wissen, dass ich stolz auf sie bin. Es muss nicht immer Verbesserungsvorschläge geben.

Wie war und ist es bei deinen Eltern?
Pflegten sie immer noch das ABER anzuhängen, oder weisst du, dass du ihnen alles erzählen kannst und sie dir stolz zuhören?

Hör dir mal selber zu und mache dir eine mentale Notiz, wie oft du das ABER in erwähnter Form gebrauchst.

Vielleicht spricht es dich ja auch an – ich bin jedenfalls mittendrin.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

:: Eigentum anderer respektieren::

:: Ämtli II ::

::Elterliche Autorität::