::Entschuldigungen::


Entschuldigst du dich für deine Kinder?
Nein?!
Mal schauen, ob du nach diesem Blog immer noch so antworten würdest! :-)
Denn man fällt so schnell in das Entschuldigen rein.
Warum eigentlich?
Weil man sich doch oft von den Kindern blossgestellt fühlt und irgendwas sagen möchte.
Das Kind handelt nicht so, wie man es gerne möchte, und schon heisst es: „Sie ist halt müde."

Oder dein Sohn stürzt sich an einer Hochzeit auf das Apérogebäck, bevor es überhaupt eröffnet wurde.
Rot angelaufen erwiderst du: "Er hat eben Hunger, wir haben vergessen, ihm etwas zum Knabbern einzupacken.“

Auf der Geburtstagsfeier deines Neffen möchte deine Tochter seine Geschenke öffnen. Nachdem du ihr erklärt hast, dass es nicht ihre sind, wirft sie sich auf den Boden und macht eine Riesenszene. "Sie ist eben heute Morgen früh aufgestanden!"
"Sie ist scheu!"
"Geduld ist halt nicht seine Stärke!"
"Er ist halt ein schwieriger Esser!"
"Sie ist cholerisch."
"Er ist sehr lebhaft."
…………   (Du darfst gerne dein Lieblingssatz einfügen!)

Wir haben bestimmt schon alle unsere Kinder entschuldigt. Man möchte keine unangenehme Pause zulassen – also schnell eine Antwort aus dem Ärmel schütteln. Die Antwort ist meist wahr, aber wenn du jedes Mal dein Kind entschuldigst wird es denken, dass es nicht freundlich, zuvorkommend oder geduldig sein muss wenn es müde ist. Selbstkontrolle wird also nur möglich, wenn das Kind ausgeschlafen, geduldig oder ausgeglichen ist.

Wenn dein Sohn immer wieder hört,  dass er ein schwieriger Esser sei, und dies auch ständig als Entschuldigung hört, warum sollte er also mal etwas probieren, das er nicht mag?
Wenn man ständig über sich hört, dass man lebhaft sei und nicht ruhig sitzen könne – warum etwas ändern?

Ich warne hier auch Eltern davor, nicht mit Freunden vor den Kindern über deren Schwächen auszutauschen. Ich weiss, dass man manchmal einfach darüber sprechen muss, dann aber bitte in der Abwesenheit der Kinder.

Nun, was tun, damit du deine Kinder nicht ständig entschuldigen musst?

1. Sag einfach in diesen Situationen: „Wir arbeiten daran!" Ich liebe diesen befreienden Satz aus dem Childwise Kurs.
2. Gebrauche die Lehrmomente, um die Schwächen deiner Kinder zu stärken. Lehre sie auch zu sehen, warum sie so handeln sollen. Es mag sein, dass sie müde sind, aber was könnten sie das nächste Mal ändern, dass es nicht so weit kommt?
3. Gebrauche reflektierende Auszeiten.

Lasst uns daran arbeiten, damit wir mit unseren Teenagern nicht folgende Entschuldigungen bringen müssen:
"Er bekommt eben seine Weisheitszähne."
"Sie hat ihren ersten Pickel bekommen."
"Er war schon 12 Jahre so."
"Sie ist halt ein Teenager."
...

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