::Freundlichkeit::


In unserer Familie sind wir seit längerem dran, an 9 Tugenden mit den Kindern zu arbeiten.
Natürlich nicht an allen aufs Mal.

Um es für sie verständlicher zu gestalten, habe ich für jede Tugend ein Schild kreiert mit einem Bild darauf, welches das Wort erklärt, damit auch die Kleinen wissen, um was es geht. Ich habe kleine Schleifen um die Schilder gebunden und sie an Haken aufgehängt.

Wenn eines unserer Kinder es einmal verpasst, eine der Tugenden zu gebrauchen, frage ich es, welches Schild es holen muss. Meistens weiss das Kind genau welches. Das Kind darf dann das Schild ein Weilchen um den Hals tragen, damit es sich daran erinnert.
Das neue Accessoire kommt nicht immer gut bei ihnen an. :-) Ich finde jedoch, es sieht schön aus! :-)

Jetzt aber zum Thema dieses Blogs - der Freundlichkeit.

Das Thema Freundlichkeit ist im Moment ziemlich aktuell bei uns. Es gibt immer wieder Möglichkeiten, die Haltung der Freundlichkeit zu üben.
Die beiden Mädchen kommen sich immer mal wieder in die Haare. Sie spielen vorbildlich zusammen, dann aber plötzlich schlägt es um und der Ton wird weniger freundlich. 
Ich kann mich selbst noch daran erinnern, wie schnell das geht. Bei meine Schwester und mir lief das früher nicht anders - vom Haare ziehen, kneifen, etc. ist alles dabei.

Die reflektierende Auszeit hilft hier enorm. Die Kinder hinzusetzen und überlegen zu lassen, wie man die Situation besser hätte handhaben können. Und welche Tugend sie stattdessen besser gebrauchen könnten.

Nachdem sie überlegt haben, frage ich immer:
- Wie hättest du die Situation anders bewältigen können?
- Welche Tugend hättest du stattdessen gebrauchen können? (Oft ist hier die Selbstkontrolle ein Thema.)
- Wie hast du dich in dieser Situation gefühlt?
- Welches Schild darfst du dir für die nächsten Minuten umbinden? (Dieses holen sie dann selbständig.)
Diesen Prozess schliessen wir natürlich immer mit einer Entschuldigung ab.

Manchmal braucht es mehr spezifische Fragen, je nachdem, um was es geht. Die Fragen helfen den Kindern sehr. 
Sei jedoch vorsichtig, ihnen nicht alle Lösungen in den Mund zu legen oder frustriert alles aufzuzählen, was sie stattdessen hätten tun können. Es ist zwar sehr verlockend, hilft ihnen beim Durcharbeiten jedoch nicht.

Sei nicht entmutigt, wenn sich diese Schwierigkeiten nicht über Nacht legen. 
Wir arbeiten, wie gesagt, jetzt ziemlich intensiv daran. Die Kinder geben uns immer wieder Möglichkeiten, die wir dann in Lernmomente umwandeln können. 
An manchen Tagen kommt es mir so vor, als ob noch nichts hängengeblieben ist. Zum Glück gibt es immer wieder diese Lichtblicke, an denen man sich festhalten kann, und auch die Erinnerungen an andere Dinge, die schon ziemlich gut klappen!

Seid freundlich zueinander!

Und – wie freundlich bist du selbst?

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