::Antwort mit der richtigen Herzenshaltung -3-::


So, nun kommen wir zur Nr. 4, eine sehr wichtige Antwort.
Eines gleich vorweg: Da die richtigen Herzenshaltung gebunden ist an die moralische Fähigkeit eines Kindes und die Bildung seines Gewissens, (was normalerweise mit drei Jahren beginnt) denke nicht, dass du dies schon mit deinem knapp zweijährigen Kind trainieren kannst.
Gib ihm Zeit und beginne damit ab drei Jahren.

Bis drei Jahre ist es super wichtig, am Gehorsam dranzubleiben und dies als eine deiner Prioritäten zu sehen. Arbeite an den Antworten 1-3 (siehe letzte Blogeinträge).

Bei Kindern ab 3 Jahren wirst du damit beginnen, das Verständnis des Herzens zu trainieren.

Nehmen wir ein Bespiel: Wir haben ein zweijähriges Mädchen, das nach oben in ihr Bettchen gehen muss, da es Zeit für ihren Mittagsschlaf ist. Natürlich protestiert sie lautstark, sie möchte auf keinen Fall jetzt ins Bett, die Tante ist ja auch noch zu Besuch, und das Nickerchen passt jetzt überhaupt nicht in ihren Plan. 
Sollten sich die Eltern jetzt mit dem Protest befassen und warten, bis die Tochter mit der richtigen Herzenshaltung nach oben geht? 
Nein,  sondern das Kind soll sofort und komplett nach oben gehen und seinen Mittagsschlaf machen, Protest hin oder her. In diesem Alter ist unser Fokus auf die ersten drei Antworten des Gehorsams gerichtet, wir beschäftigen uns noch nicht mit der richtigen Herzenshaltung. Dies wäre eine komplette Überforderung für das kleine Mädchen.

Bei Kindern ab drei Jahren musst du aber umbedingt damit beginnen.
Wir erziehen unsere Kinder, damit sie von Herzen das Richtige tun. Sie sollen die Tugenden und Werte verinnerlichen und nicht wie Roboter handeln oder nur eine äusserliche Angepasstheit demonstrieren, wenn die Eltern in der Nähe sind, sobald diese aber aus ihrem Blickfeld verschwinden, der Gehorsam nicht mehr klappt. 
Warum? 
Weil sonst der Gehorsam der Kinder nur an unsere Anweisungen, unseren strengen Ton, unsere Strafe, unsere Enttäuschung oder sogar unser Herumschreien gekoppelt ist, nicht aber an der Verinnerlichung, das Richtige zu tun.

Dies ist ein sehr wichtiger Grundsatz von childwise.ch. Und - das muss man klar sagen - diese Art von Erziehung wird sehr viel Zeit und Energie kosten (und du hast gedacht, dass die ersten Jahre anstrengend sind!)  :-)
Ich habe mich oft an die Kleinkinderjahre zurückerinnert, als eine Isolation ins Bettchen gereicht hat. Heute muss ich mir bewusst Zeit nehmen, manchmal in Situationen, wo ich am liebsten meinen wohlverdienten Feierabend geniessen möchte, aber weiss, dass diese Lernmomente meinen Kindern helfen werden, die richtige Herzenshaltung zu etablieren.

Arbeite daran, deinem Kind zu erklären, warum das Richtige richtig ist und warum wir das andere nicht tun.
Lass sie selbst überlegen, was falsch war und wie sie es wieder gut machen können.

Es ist wirklich kein das Kind schnell ins Bett stecken und alles ist wieder in Ordnung, sondern Feinstarbeit.
Wenn dann aber meine Tochter weinend aus dem Zimmer kommt, weil ich sie dorthin geschickt habe, um zu überlegen, ob sie mir die Wahrheit gesagt hat, und sie mir beichtet, dass sie gelogen hat, dann weiss ich, das es ihr Herz berührt hat.

Es bringt nichts, das Kind zu forcieren, die Wahrheit zu sagen, oder auch wenn du zu 90% sicher bist, dass sie gelogen hat, ihr das vorzuwerfen. Ich habe gemerkt, dass wenn ich ihr mein Vertrauen gebe und sie darüber aufkläre, was das bedeutet, was die Wahrheit ist etc., sie selber zum Schluss kommt, dass es falsch war, nachdem sie während einer reflektierenden Auszeit darüber nachdachte.

Ich habe mich natürlich auch schon gefragt: Und wenn sie nicht dahinterkommt? 
Ja, dann bleibe ich weiterhin dran, ich muss diesen Kampf nicht heute gewinnen. Arbeite an der Tugend, und es wird Frucht tragen!

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