:: Früchte::



Wie es so treffend im Buch "Kleinkinder von 18 - 36 Monaten erziehen" beschrieben
wird, ist es nicht nur grundsätzlich wichtig, unsere Kinder akademisch zu schulen und zu
ermutigen, sondern sie auch sozial und moralisch zu unterweisen.

Zu oft bewerten wir übermassig die schulischen Leistungen unserer Kindern,
als dass wir auf den sozialen Umgang, den sie pflegen, Gewicht legen.

Wie gut kann ein Schüler lernen, wenn er keine Selbstkontrolle gelernt hat?
Wie gut kommt ein Teenager bei einem Bewerbungsgespräch an, wenn er die
Grundlagen der Freundlichkeit nicht gelernt hat?

Alles geht Hand in Hand.
Man kann diese zwei Aspekte nicht voneinander trennen.

Regst du dich mehr über eine schlechte Note deines Kindes auf, als wenn es
deinen Besuch nicht freundlich begrüsst?
Verstehst du dein Kleinkind nicht, wenn es die Puzzleteile zum zehnten Mal immer
noch nicht richtig zusammenkriegt, jedoch wenn es dem Nachbarsjungen alle Spielsachen aus der Hand reisst, reagierst du nicht?
Verlierst du die Geduld, wenn deine Tochter nicht so schnell Radfahren
lernt wie der Bruder, wenn sie ihm aber die Zunge hinter seinem Rücken rausstreckst, drückst du ein Auge zu?

Es ist viel einfacher, die akademischen Fortschritte zu sehen, als die
sozialen und moralischen.

"Wie lang dauert so was?", höre ich immer wieder Mütter mit Kleinkindern
fragen. "Ich habe das Gefühl, es bringt gar nichts! Einmal denkt man, jetzt habe ich es geschafft, dann wieder 2 Wochen später plagen wir uns mit demselben Problem rum!"

Bei Kirschbäumen braucht es ca. 4 - 5 Jahre, bis sie Früchte tragen.
Bei Birnbäumen ca. 5 Jahre.
Apfelbäume, je nach Sorte, brauchen 5-7 Jahre.

Gut Ding will Weile haben.

Wir durften in den letzten zwei Elterngesprächen der Schule Früchte sehen.

Bei unserem Ältesten war das 1. Klasse-Elterngespräch dran. Die Lehrerin hat so eine
zweiseitige Liste, anhand der sie die Kinder bewertet.
Wir kamen zum sozialen Abschnitt, und sie meinte, dass unser Sohn sozial sehr stark sei. Er integriere sich super, helfe anderen Kindern, sei ausgeglichen, freundlich, zuvor-kommend. Einfach rundum angenehm.


Und das ist unser Ältester, mit dem wir Jahre üben mussten, die Hand zum
Gruss zu reichen! Der Scheue, mit dem wir wirklich jahrelange gearbeitet haben!


So ein Feedback ist Balsam für die Seele einer Mutter und eines Vaters. Das war eine Note, die uns SEHR wichtig war.
Mein Mann meinte dann noch, dass uns der soziale Aspekt als Familie am wichtigsten sei.
Die Lehrerin bestätigte, dass in der heutigen Zeit, in der man das nicht mehr lernt, diese Qualität wichtig sei.
So eine Person findet auch einfacher eine Lehrstelle, weil sie sozial stark sind, war ihre Meinung.

Bei meiner 6-jährigen Tochter war es dasselbe.
Sozial sehr stark, sehr hilfsbereit, fröhlich und aufgestellt, hilft den Schwachen....

Natürlich gibt es bei beiden Kindern Dinge, die sie im Schulischen verbessern können.
Sie sind nicht "little superman" und "little wonderwoman".

Jedoch sind beide sehr stark, beide haben sehr verschiedene Persönlichkeiten, mit beiden arbeiten wir schon seit Jahren daran.

Es hat sich gelohnt!

Es braucht Zeit, die Früchte zu sehen. Du kannst dasselbe erleben!


Ich weiss es, wir sind in keinster Weise speziell oder aussergewöhnlich!

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