::Empathie::



Ab wann entwickeln Kinder Mitgefühl für Andere? 
Diese Frage wird mir oft gestellt. 

Beobachten wir einen Streit mit dem zweijährigen Sohn der Nachbarin. Er
möchte den Laster des anderen Kindes und schlägt ihm einfach eins auf den Kopf.
Die Mutter ist ganz ausser sich und erklärt ihrem Sprössling, dass so etwas
nicht geht und es dem anderen Kind weh tut. Zwei Minuten später spielt sich genau das gleiche Szenario ab und man fragt sich: Hat diese Erklärung überhaupt etwas genutzt?

Von einem Zweijähringen kann man noch nicht erwarten, dass er Mitgefühl
zeigt. Der Grund ist, dass in den ersten zwei bis drei Lebensjahren, sich alles um sich selber dreht. 
ICH, ICH und nochmals ICH. 
So ein Knirps denkt:" Richtig ist, was für mich gut ist im Moment."

Nun, ist Mitgefühl für andere Menschen angeboren oder eher anerzogen?
In wissenschaftlichen Studien kommt man zum Ergebnis, dass beides eine
Rolle spielt, wobei der genetische Anteil der Empathie eher gering ist, er
steht  bei 25 %.

„Eltern und andere enge Bezugspersonen des Kindes können
sehr viel dazu beitragen, die Entwicklung von Empathie und prosozialem
Verhalten möglich zu machen“, sagt Psychologin Silvia Wiedebusch.

Aha, da wären wir wieder einmal beim Thema "Erziehung bringt doch
was" :-).

Und schaut mal was ich gelesen habe:

Empathie macht Kinder stark

Selbstwertgefühl, Einfallsreichtum, Intelligenz – es gibt viele
Eigenschaften, die es Menschen erleichtern, sich gut im Leben
zurechtzufinden. Eine Eigenschaft aber wird von der Wissenschaft immer mehr
in den Fokus gestellt: Empathie gilt als Voraussetzung für ein erfülltes
und erfolgreiches Leben.

Der australische Forscher Dr. Brad M. Farrant von der University of Western
Australia/Perth drückt es so aus: «Die Fähigkeit, sich in andere ­
hineizuversetzen, spielt in der heutigen Gesellschaft eine
Schlüsselrolle.»

 
Was kann man nun tun, um dies in unseren Kindern zu fördern?

Wie in jedem Bereich lernen unsere Kinder nicht nur durch Worte, sondern durch
Erfahrung, Imitation und VORBILD.


Wie erleben unser Kinder uns? Haben wir Mitgefühl für andere Menschen, sind wir
hilfsbereit und helfen jemandem in der Not?

Genau als ich dies niederschreibe erinnere ich mich an mein fehlendes
Mitgefühl für meinen Mann, wenn er krank ist. Da happerts ehrlich gesagt noch ein wenig.

Mein siebenjähriger Sohn hingegen hat ihm erst kürzlich gesagt, als er
sehr krank war, dass er aufstehen wird und sein Papa im Bett bleiben darf,
und er alles machen wird: Seinen Schwestern helfen, Frühstück bereit machen
etc.
Das ist wahres Mitgefühl und hat mich tief berührt.

Wie immer lehren wir am besten durch Vorbild.

Was können wir sonst noch tun?

Ich habe immer versucht, meinen Kindern die Konsequenzen ihres Verhaltens
aufzuzeigen, um sie anzuregen, sich in andere hineinzuversetzen.

Das kann man im Positiven und Negativen machen.

Beispielsweise als mein Sohn Schwierigkeiten hatte mit anderen zu teilen,
machte ich ihn immer wieder darauf aufmerksam, wenn wir in anderen Haushalten
waren, wie gut es sich anfühlte, wenn die anderen Kindern mit ihm teilten,
oder wie er sich fühlte, wenn sie dies nicht taten.

Oder wir sind mit Freunden auf dem Spielplatz und Kinder vom Kindergarten meiner
Tochter sind da. Plötzlich spielt sie nur noch mit den Kindergartenkameraden und vergisst
ihre Freundin, die mit dabei ist. Ich mache sie darauf aufmerksam und brauche
diese Situation, sie auf der Heimfahrt im Auto zu lehren. Ich erinnere sie an Momente, in denen sie sich alleine gefühlt hat.

Es gibt zahlreiche solche Momente, die man zum Lehren gebrauchen kann. Es
hilft, die Werte wie Rücksichtsnahme, Mitgefühl und Höflichkeit zu verinnerlichen.

Lob und Annerkennung
Wenn Dein Kind jemanden tröstet, unterstützt oder sich Gedanken für ein Geschenk eines Freundes macht, lobe es dafür, so können wir diese Art von Verhalten bestärken.

Vorlesen und darüber austauschen
Mit Hilfe von Geschichten können Kinder früh üben, sich in Andere hineinzuversetzen.
"Wie denkst Du fühlt sich der kleine Hase, als alle seine Freunde ohne ihn einkaufen gingen?"

Bleibe dran und lehre deine Kinder Empathie.

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