::Ungeteilte Aufmerksamkeit::


Ungeteilte Aufmerksamkeit? Was ist das?

Irgendwie scheinen wir diese Tugend so langsam zu verlernen.
Oder bin es nur ich?

Wenn ich mich mit meinem Gegenüber unterhalte und diese Person ausholt und alles
im Detail erzählt, ertappe ich mich schnell mal, dass ich abgelenkt bin.
"Langsam könnte sie mit ihrer Geschichte zum Ende kommen!
Ich müsste doch noch dies und das erledigen!"
Und schweife mit meinen Gedanken ab.

Wo sind diese wunderbaren Eigenschaften dann bei mir, die ich von meinen
Kindern erwarte?
Fokussieren, in die Augen schauen, Respekt zeigen?

Auf dem Spielplatz schreiben wir Kurznachrichten oder telefonieren, anstatt dass wir mit unseren Kindern im Sandkasten sitzen und Burgen bauen würden.
Oder ich sitze am Frühstückstisch und schaue noch meine Mails auf dem iPad an, oder schreibe eine SMS zurück.

Doch wehe meinen Kindern, wenn sie nicht richtig auf dem Stuhl sitzen, mit offenem Mund essen und ihnen dann noch einfällt, den Tisch zu verlassen, ohne mich zu fragen.

Die Mami schreibt SMS am Tisch, aber meinem Sohn wird es später als Teenager nicht erlaubt sein!?
Wenn mein Nachwuchs selbst mal ein Natel hat (meine Kinder müssen dafür mindestens 20 Jahre alt sein, bis sie eins bekommen :-) dann wird es ihnen verboten sein, dies
während den Mahlzeiten zu gebrauchen!
Wir setzen strikte Zeiten, an denen sie an den Computer dürfen, haben selber als Eltern aber keine Einschränkungen.


Natürlich, sind wir weiser und erfahrener und müssen nicht auf die gleiche Stufe wie unser 5-Jähriger gesetzt werden.
Seien wir aber ehrlich, etwas Einschränkung würde uns auch nicht schaden, es hilft uns, Prioritäten zu setzen.

Unsere Kinder sagen wir, dass sie nicht TV schauen, sondern ein Buch zur Hand nehmen sollen, wir sitzen jedoch den ganzen Abend davor oder schauen uns einen Film nach dem anderen an.

Wo setzen wir den Massstab?
Mache es Deinen Kindern nicht noch schwerer, Deine Anweisungen zu befolgen, in dem Du diese selbst nicht einhältst!

Wir glauben, dass die Mahlzeiten ein wichtiger sozialer Treffpunkt in unserer schnell-lebigen Gesellschaft sind.
Aber denken: Ein SMS wird nicht schaden, oder schnell ein Telefonat führen oder die 

E-Mails checken, nachschauen auf dem Computer, wie das Wetter wird, etc.

Wir sind nicht mal mit diesen Gadgets gross geworden. Wie wird das mit unseren Kindern mal herauskommen, die von klein auf mit Natels, Computer und Spielkonsolen aufwachsen?
Alle machens! Mama und Papa sagen zwar nein, machen es aber selbst auch.

Ich verteufle auf keinen Fall diese Gadgets, ich finde sie super und gebrauche sie auch rege. Ich möchte lediglich darauf aufmerksam machen und Dich ermutigen, Dich selbst zu fragen, ob nicht auch einige Einschränkungen gut für Dich sein könnten?

Ich hoffe, dieser Post ist nicht zu unangenehm für Dich.
Wenn es Dir hilft: Es hat mehr einen therapeutischen Aspekt für mich und geht Dich vielleicht gar nichts an.

Ich entscheide heute, dass ich Massnahmen und Veränderungen vornehmen werden, weil ich meine Kinder liebe und ihnen das Geschenk der ungeteilten Aufmerksamkeit geben möchte.

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