::Ersatz versus Unterdrückung::

Kinder sind von Natur aus mit einer gesunden Portion Neugierde ausgestattet. Umso mehr,wenn sie mobil sind!
Schauen wir es einmal aus der Perspektive eines Kleinkindes an. Alles in seiner Welt ist neu, aufregend und es wert, mindestens einen kleinen Blick darauf zu haschen.
Wie kommt es, dass das Kleine immer wieder zurück zu einem Objekt geht?
Es ist der Reiz des Neuen. Neugierde bringt ein Kind zum Objekt, der Reiz am
Neuen behält es dort.
Kinder entdecken Objekte, und gehen zu einem anderen über, wenn die Neuheit abnimmt.
Wann war das bei Dir zuletzt der Fall?
Erinnerst Du Dich an das neue Auto und die Zeit, die Dein Ehemann dafür investierte!
Während den ersten Wochen wusch er das Auto mehr, als er jemals das alte Auto gewaschen hatte. Er fuhr wahrscheinlich an Orte, wo er überhaupt nicht hin musste.
Irgendwann nahm schliesslich sein Interesse ab, und die Neuheit des Autos verblasste.
Genau die gleiche Anziehung ist bei einem Kleinkind da, nur einige Male multipliziert, weil ALLES neu ist.
Schauen wir uns einmal die Begriffe Ersatz und Unterdrückung an.
Das Wort Unterdrücken bedeutet, dem Kind eine bestimmte Handlung oder Aktivität zu verbieten.
Der Ersatz ist ein Versuch, das Interesse Ihres Kindes auf ein anderes Objekt zu lenken.
Nun gibt es Mütter, die entweder stark zum Einen oder Anderen tendieren.
Die eine Mutter bietet ihrem Kind jederzeit einen Ersatz an, da sie es nicht bestrafen und lehren möchte.
Dann haben wir die andere Mutter, die nicht versteht, warum sie überhaupt einen Ersatz anbieten soll. Wenn es heisst: "Fass das nicht an!", dann fasst das Kind es nicht an. Ende der Diskussion!

Zu welcher Kategorie Mütter gehörst Du?

Wenn Du zur Ersten gehörst, solltest Du wissen, dass das Herauszögern der Erziehung nichts bringt. Die kleinen Kinder wachsen heran, und aus ihrem Fehlverhalten, das Dir im Moment nicht so sehr auf die Nerven geht, werden später grössere Probleme. Man nennt dies die Kreditkarten-Erziehung. Du bezahlst die Rechnung später mit erheblichen Zinsen. 
Darum vergesse den Grundsatz nicht: “Erziehe jetzt, damit Du in Zukunft nicht umerziehen musst.”

Die zweite Kategorie ist die Mutter, die sehr strukturiert und gradlinig handelt. Sie denkt, dass ein kleiner Ersatz die ganze Erziehung, an der sie so stark gearbeitet hat, über den Haufen werfen würde. Wäre dies nicht ein Kompromiss? Und Kompromisse will diese Mutter nicht eingehen!  Oft stehen die Regeln über allem.
Folgendes Szenario:
Dein Kind liebt es, mit dem Wassernapf des Hundes zu spielen.
Du könntest zum Beispiel eine andere Schüssel nehmen, sie auf den Balkon stellen und Dein Kind damit spielen lassen, während Du neben ihm bist.
Du kannst dies vor der Badezeit oder bevor Du die Windel wechselst tun.
Nach einigen Minuten wird das Kleine sein Interesse verlieren. Die Neuheit an der ganzen Sache ist es, mit dem Wasser zu planschen, und mit der Zeit wird Dein Sohn oder Deine Tochter das Interesse daran verlieren .
Die Umgebung ist für das Kind sekundär, aber für die Mutter sehr wichtig. Schaffe deshalb einen alternativen Ort.
Oder Küchenschubladen:
Es war, als ob wir Jenny tausend mal pro Tag von den Küchenschubladen entfernen mussten. Sie schien einfach nicht zu begreifen, dass sie diese nicht öffnen sollte.
Dann fanden wir eine Lösung: Wir ordneten ihr eine “Jenny-Schublade” zu, die gefüllt war mit Tupperware und Plastikgeschirr.
Wann immer sie zu den Schubladen wollte, sagten wir: “Geh zu Jenny’s Schublade”.
Nach einiger Zeit verlor sie das Interesse und ging etwas Neuem nach.
Du könntest jetzt argumentieren: “Warum nehme ich nicht einfach den Wassernapf weg?”
Es wird bestimmt Gegenstände geben, die Du wegnehmen wirst, alles lässt sich aber nicht entfernen.  
Darum biete einen Ersatz an, wenn dies möglich ist, Deine Autorität nicht untergräbt, aber dem Kind hilft, seine Neugier in einem geschütztem Rahmen nachzugeben. Du wirst sehen, dass dein Kind schneller den Reiz daran verliert, als wenn Du ihm hundertmal am Tag sagen musst, nicht an den Wassernapf des Hundes zu gehen.
Spare Deine Energie - es wird genug Momente geben, in denen du keinen Ersatz anbieten kannst.



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