::Verantwortung::


Ach, die liebe Verantwortung! 
Wie übergeben wir unseren Kindern Verantwortung, und welche Verantwortung können sie schon übernehmen? 
Wir haben bereits einige Posts darüber geschrieben, ohne natürlich detaillierte Altersangaben machen, denn jedes Kind ist anders und jedes Kind ist einzigartig!
Trotzdem wäre so ein Katalog natürlich super … in welchem Alter kann ein Kind diese oder jene Verantwortung übernehmen ...
Aber wir bleiben dabei: Ihr kennt eure Kinder am Besten, und aufmerksam zu bleiben ist zwar zeitintensiver aber wertvoll, da du dein Kind besser kennenlernst.

Also, auch wenn es keinen Katalog gibt, helfen doch einige Grundsätze, damit ihr eure Kinder nicht immer an alles erinnern müsst (wie beispielsweise die Klassiker: das Zimmer aufzuräumen, die Schularbeiten machen oder den Turnbeutel mitzunehmen).

1. Deine Erwartungen sollten altersgemäss sein.
Das ist besonders schwierig, wenn du mehrere Kinder hast. Du erwartest meist zu viel von deinem Ältesten und zu wenig von deinem Jüngsten.
Beides ist keine gute Kombination, doch es schleicht sich so schnell in das ganze Familiengeschehen ein!
Es kann natürlich auch umgekehrt sein: Dein ältester Sohn macht keine Anstalten, sich an etwas zu erinnern, die jüngere Tochter hingegeben ist
schon viel selbständiger. Du erwartest also kaum etwas vom Ältesten, mahnst ihn des Öfteren und bist gleichzeitig froh, dass die Jüngere so verantwortungsbewusst ist.
Tönt das mehr wie deine Familiendynamik?

Was auch immer es sein mag, analysiere mal in einem ruhigen Moment (z.B. jetzt!?) wie es bei euch ist und was du ändern könntest, damit die Balance stimmt.

Nun, genauso wichtig ist es zu wissen, dass ein Kleinkind mit der Aufforderung, seine Unordnung im Zimmer aufzuräumen, überfordert ist.
Besser ist es, ihm zu sagen, dass es zuerst alle Autos versorgen soll, und wenn dies erledigt ist, alle Bücher, etc. 
"Das ganze Zimmer" ist zu überwältigend für ein Kleinkind - teile es auf. 
Gleichzeitig kannst du jedoch von deinem 7-jährigen Sohn erwarten, dass er sein Zimmer aufräumt, oder dass er sich an seine Hausaufgaben oder Ämtli erinnern kann.

2. Logische Konsequenzen
Logische Konsequenzen sind ein „game changer“.
Wenn dein Kind seine Spielsachen nicht aufräumen möchte, dann darf es mit nichts anderem spielen, bis es die Aufgabe erledigt hat. - Logische Konsequenz.
Ist dein 12-Jähriger ständig am Computer und kümmert sich nicht um seine Ämtli, dann verliert er die Freiheit, am Computer zu sein. - Logische Konsequenz.
Wenn deine Tochter ihr Fahrrad immer vor die Einfahrt schmeisst, dann kann sie einige Tage zu Fuss zur Schule gehen, bis sie Verantwortung übernimmt. 
Ja, ihr habt es erraten: Logische Konsequenz.

Eigentlich ganz einfach. Du musst deinen Junior nicht hundert Mal erinnern und bei jeder Ermahnung lauter und genervter werden. 
Nein, emotionalisiere diese Momente nicht. Bleib ruhig und lass die logische Konsequenz sprechen.

Ich verspreche dir, wenn du es versuchst, wird es die ganze Lage unglaublich entschärfen. Denn seien wir mal ehrlich: Eigentlich werden nur wir Eltern wütend – die Kinder nehmen es ziemlich gelassen. Wir aber müssen unsere Energie einteilen und sie nicht mit solchen Szenarien leichtfertig verpuffen.

3. Hast du die Freiheit?
Diese Frage ist nochmals so ein bahnbrechendes Werkzeug.
Wenn dein Kind auf dich zukommt und fragt, ob es nun zu seinen Freunden darf und du genau weisst, dass es sich nicht um seine Verantwortungen gekümmert hat, fragst du: Hast du die Freiheit, zu deinen Freunden zu gehen?” Stelle diese Frage, anstatt die ganze Liste versäumter Aufgaben aufzuzählen. 
Boom! - und schon ist die Verantwortung beim Kind.
Ich bin so froh über diesen simplen Satz, der mich schon einige Mal gerettet hat, damit ich meine Energie bündeln konnte.

4. Lobe und ermutige regelmässig.
Echtes Lob ermutigt Kinder, Verantwortung zu übernehmen.

Das heisst also, dass
- Wiederholungen
- Ermahnungen
- Beschimpfungen
- Augen verdrehen

es überhaupt nicht tun!

Wenn dein Kind sich verantwortungsvoll zeigt, dann lobe ausgiebig! Bemerke es! 
Denn wie enttäuschend ist es doch, wenn wir den Nachwuchs nur ermahnen, wenn er es nicht tut, jedoch nichts sagen, wenn
er die Verantwortung übernimmt. 
Und ich meine hier nicht, bei jedem Teller, mit dem er den Tisch deckt, einen Freudentanz zu machen.
Sondern nimm deine Kinder nach der Aufgabe auf die Seite und lobe und umarme sie. Sag ruhig, wie stolz du auf sie bist, dass sie so selbständig sich kümmern.
Zweifelsohne wird sie das bestärken und befähigen, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen.

Hier noch andere Einträge zum Thema:

http://childwise-ch.blogspot.com/2015/07/verantwortung-ja-oder-nein.html
http://childwise-ch.blogspot.com/2014/08/verantwortungsvoll.html

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