::Willentlich?!::


Ab welchem Alter tun Kinder etwas vorsätzlich, also willentlich, auch wenn sie genau wissen, dass es nicht erlaubt ist? 

Diese Frage kommt regelmässig auf und meist bei Eltern mit mobilen Kindern ab 12 - 18 Monaten – mitten in der Zwischenphase, in der man nicht ganz sicher ist, ob der Nachwuchs es versteht, da er ja auch noch nicht sprechen kann. 

Ich bin immer darauf bedacht, keine generellen Altersangaben zu machen, denn jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich unterschiedlich schnell. 
Denn Ball gebe ich dann gern den Eltern zurück. Also an dich!:-)

Eigentlich weisst du es, wenn du dein Kind beobachtest. 
Wenn dein Sprössling, gleich nachdem du ihm gesagt hast, dass er keine Spielzeugautos in die Steckdose stecken soll, verschmitzt lächelt und wartet, bis du nicht mehr hinsiehst (oder es entschlossen gleich wieder versucht), dann wäre das ein Indiz dafür, dass er es schon versteht. 
Kinder verstehen schneller, als wir denken, oft gehen wir ihnen zu lange auf den Leim. 
Wenn du jedoch noch unsicher bist, dann lass in dubio pro reo (Im Zweifel für den Angeklagten) walten. 
Warte ab und beobachte weiter. Denn auf den weiteren Monat kommt es nun wirklich nicht an. 
Wenn du dann aber mit 24 Monaten immer noch denkst, dass er nichts vorsätzlich tut, dann ziehe doch mal deinen Partner oder einen guten Freund hinzu und frag mal nach, was sie denken. Oft hilft eine Zweitmeinung. 

Gut, nachdem wir die erste Frage geklärt haben, folgt die zweite sogleich:
"Was soll ich denn dann machen, wenn ich weiss, dass mein Liebling vorsätzlich gehandelt hat?" 
Auch hier kursieren natürlich die verschiedensten Angehensweisen. 
Ich finde es wichtig, dass wir uns selber Gedanken darüber machen und niemandem einfach nachplappern.  

Eine der bewährtesten Quellen, noch vor den Foren, Zeitschriften und Blogs, sind Familien, denen du vertraust und bei denen du an den Ehepaaren und den Kindern Früchte siehst. Das sind die wahren Quellen!
Das heisst auf keinen Fall, dass sie perfekt sein müssen – denn das ist sowieso niemand! Aber man spürt, dass sie auf dem richtigen Weg und dran sind. Frage dort nach. 
Denn seien wir mal ehrlich: Wir können im Internet all die super Kommentare und Tipps lesen, hinter die Fassade dieser Familien können wir jedoch nicht blicken.
Deshalb prüfe alles, was du hörst, und filtere es auch durch deinen gesunden Menschenverstand. Nimm nicht alles einfach so an. 

Diese Blogs hier können dir einen Anstoss geben. Uns ist es wichtig, dich zu ermutigen aber auch zu bestärken, ohne dir die Entscheidung abzunehmen. 
Mir ist es grundlegend wichtig, euch als Eltern zu bestärken, eigenverantwortlich zu sein und nicht jedem Trend nachzufolgen. 
Prüfe und entscheide zusammen mit deinem Partner für deine Familie. 
Du kannst das! 
Zurück zu den verschiedenen Arten, wie man mit Ungehorsam umgehen kann. 
Ich habe erst kürzlich mitgehört, wie eine Mutter darüber ausgetauscht hat. 
Sie wollte nicht „Nein" sagen, denn Nein ist so negativ, und man will tunlichst vermeiden, dass es das erste Wort des Kindes wird. Also überlegt man sich Alternativen: 
"Bitte nicht anfassen!" 
"Lass das!" 
... 

Das kann man natürlich so angehen, wenn man beständig dranbleibt, aber man sollte auf keinen Fall Angst vor dem Neinsagen haben. 
Oder hast du einen Schaden davongetragen? Denn unsere Eltern dachten in den meisten Fällen nicht darüber nach, ob „Nein" jetzt schlecht ist und wir haben es wohl des Öfteren gehört. Ich allemal. Auch war es bestimmt eines meiner ersten Worte, und auch das hat mir nicht geschadet. 

Das meine ich mit "selbst prüfen".  
Wenn du nur hörst, dass du „Nein" vermeiden solltest ohne es zu filtern, wirst du es vermeiden, ohne dir zu überlegen, ob es wirklich unter allen Umständen schlecht ist. Du wirst dir vielleicht auch überlegen, wie du selber aufgewachsen bist. 
Eigeninitiative ist so wichtig – auch in der Erziehung. 
Was wirst du also tun, wenn dein Kind eine Grenze überschreitet, die du aufgestellt hast?

1. Überlege dir, warum du die Grenze setzt, denn dies wird dir bei der Durchführung enorm helfen. Ansonsten wird es dich kaum aus dem Stuhl holen.

2. Sage, was du meinst, und meine, was du sagst. 

3. Bleib beständig dran, wenn eine Grenze überschritten wurde.

Nummer 1 ist am einfachsten, Nr. 2 wird schon schwieriger und Punkt 3 ist unbequem, mühsam, ermüdend, nervenaufreibend und alles zusammen.

Wenn du dich jedoch selbst disziplinierst, wirst du merken, dass es deinen Kinder viel einfacher fällt, sich an die Regeln zu halten.

Diese drei Punkte sind für Kinder unter ca. 3 Jahren. 
Für Kinder, die älter sind, füge noch das Erklären hinzu: Warum sind diese Grenzen wichtig? Baue Schritt für Schritt darauf auf, und dies altersentsprechend.

Es wird deine kostbare Zeit in Anspruch nehmen, aber die Früchte daraus, die jedoch nicht über Nacht wundersam heranwachsen werden, werden zu deiner Freude!

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