::Alles vorbei::


Die lange herbeigesehnten Sommerferien sind jetzt wirklich vorbei.
 
Ich kann kaum glauben, wie schnell diese Zeit verging! 
Erst noch habe ich einen Blog über die Sommerferien geschrieben und jetzt stehen wir
vor einem neuen Schuljahr.
 
Solche Anfänge sind oft aufregend und besorgniserregend zugleich.
Vielleicht stehst du mit deinen Kindern vor einer grossen Veränderung:
 
Startet eines in die Spielgruppe oder den Kindergarten?
In die erste Klasse?
Fängt die Mittelstufe bei einem neuen Lehrer an?
Wechselt eines in die Oberstufe oder beginnt mit der Lehre?

Was es auch immer sein mag, meist gleicht es einem Wechselbad der Gefühle – und ich spreche hier nicht von den Kindern! :-)
 
Vielleicht geht es dir gar nicht so und du freust dich für und mit deinem Kind und gehst
ganz unbeschwert an die Sacher ran. Super! Geniesse es.
Aber womöglich liegst du auch des Öfteren wach und kannst dir kaum vorstelle, wie sich diese Veränderung auf dein Kind, die Familie und dich auswirken wird.
Wenn es dein erstes Kind ist, dann ist dieses Gefühl 100-mal intensiver.
 
Ich erinnere mich noch genau, als unser Ältester in den Kindergarten startete.
Ich hätte mir nie im Traum vorstellen können, dass mich das so mitnehmen würde.
Bevor ich Kinder hatte, konnte ich nicht verstehen, wie Mütter ein solches Drama veranstalten können. Bestimmt freut man sich dann für das Kind und über seine eigene neugewonnene Freiheit, dachte ich mir. 
 
Nun, dann stand ich selber davor und musste mein Kind für einen grossen Teil der Woche in fremde Hände übergeben.
Tausend Gedanken durchströmten mich, Gedanken, die mich überraschten, da ich mir von Natur aus nicht viele Sorgen mache.
Zusätzlich war es für unseren Ältesten alles andere als einfach. Dazu kamen meinen Emotionen – es zerrte an meinen Kräften und ich musste mich entscheiden, stark für ihn zu sein. Auch wenn ich dankbar war, dass ich nach dem Abgeben die grosse Sonnenbrille anziehen konnte und den Tränen, gegen die ich zuvor im Kindergarten angekämpft hatte, endlich freien Lauf lassen konnte.
 
Seither hatten wir viele dieser "first times" und stehen erneut davor.
Jede hatte ihre eigenen Herausforderungen, ich habe jedoch einiges dazugelernt.
 
1. Sorge dich nicht um den morgigen Tag, sondern kümmere dich um den heutigen
Wir können das Morgen nicht verändern, und sich darum zu sorgen, raubt uns die nötige Energie, die wir heute bitter nötig haben.
Meist drehen sich diese Sorgen im Bereich von "was alles passieren könnte“. Also alles "nicht Eingetroffene“. Natürlich kann es sein, dass es tatsächlich mal dazu kommt, du kannst dich aber darum kümmern, wenn es soweit ist.
Der nächste Post wird über dieses Thema sein. Wenn du Mühe damit hast, dann verpasse ihn nicht!
 
2. Projiziere deine Ängste und Sorgen nicht auf deine Kinder
Es ist wirklich so: Unsere Kinder spüren es und hören uns aufmerksam zu. 
Vielleicht denkst du nicht, dass du es tust – dann überprüfe mal deine Konversation mit deinem Kind.
Da unser Nachwuchs noch nicht so viele Erfahrungen hat, denkt er gar nicht daran, was alles geschehen könnte. Wir jedoch, mit unseren jahrelangen Erfahrungen von
Enttäuschungen und Versagen, machen ihn auf Dinge aufmerksam, die er noch gar nicht kennt, vor denen er aber plötzlich Angst bekommt oder über die er sich Sorgen macht.
 
Warte, bis die Kinder mit gewissen Dingen auf dich zukommen, dann kannst du mit ihnen darüber sprechen, sie ernst nehmen, mitfühlen und für sie da sein.
 
Hier macht das Temperament der Kinder den Unterschied, wie sie darauf reagieren. Es ist jedoch für kein Kind einfach, seine Eltern in Sorge über diesen neuen Lebensabschnitt zu sehen.
 
In unserem Fall waren die Herausforderungen real, weil unser Ältester extrem Mühe hatte, sich von uns zu lösen – und das nicht nur einen Tag.
Es hätte jedoch nichts geholfen, wenn ich mich den ganzen Tag fertig gemacht hätte. Ich nahm jeden Tag aufs Mal, und schon das war genug.
Schritt für Schritt, mit neuer Hoffnung und neuem Mut.
 
Und auch wir haben es geschafft. :-) Auch wenn der Weg wahrscheinlich schwieriger war als für viele andere.
 
3. Knüpft bei Punkt Nr. 2 an
Deine Schulerfahrungen müssen nicht die deines Kindes werden.
Vor allem, wenn diese negativ waren, tendieren wir oft auch hier dazu, sie auf unsere Kids zu übertragen. Oft ist es noch schlimmer, weil es um unsere Kinder geht.
Gib den Lehrern, den Kindern unf der Schule eine Chance und wenn nötig, arbeite selbst daran, damit du auch in diesem Bereich Freiheit erleben kannst.
 
4. Lass dich nicht zu sehr von anderen Eltern beeinflussen
Auch hier gibt es immer wieder Stimmen, die uns gerne mitteilen, dass die Lehrer, die Schule, der Schulleiter, der Schulweg etc. nicht gut sind und uns all ihre schlechten Erfahrungen aufzählen möchten. Natürlich nur um uns zu helfen!
Leider kenne ich wenige Eltern, die dadurch ermutigt wurden.
Mach deine eigenen Erfahrungen und halte einen guten Sicherheitsabstand von solch gutgemeinten Ratschlägen.
 
5. Sprich darüber
Gib auch dir Zeit für die Anpassung, lass dich ermutigen.
 
Wo auch immer du stehst, ich hoffe, du schöpfst Mut aus diesem Eintrag.
Man kann die Punkte nicht einfach abhaken, denn sie gehen oft tiefer.
Überfordere dich nicht, sondern setze einen Schritt nach dem anderen ganz langsam, ganz sorgfältig, und bleibe dran, dein zu Hause zu einem sicheren Ort zu machen, in der sich jeder wohl, geborgen und verstanden fühlt.

Ich wünsche dir eine wunderbare Reise.

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