::Reicht das Sagen allein nicht?::


Deinem Kind zu sagen, dass es:

freundlich
hilfsbereit
grosszügig
dankbar
beharrlich
ehrlich
höflich
liebevoll
….

sein sollte, lehrt es allerdings noch nicht all diese Werte.
Darauf aufmerksam zu machen oder es zu sagen ist bestimmt der erste Schritt,
aber verlass dich nicht darauf, dass es von selbst einfach so in das Herz einsickert.
Wäre schön und bequem.
Bequemlichkeit – wer hat das schon gemerkt – ist nicht ein Wort, das die Erziehung
beschreibt :-). 
Wenn dein Partner und du deinen Kindern nur lehrt, WAS zu denken, anstatt WIE und WARUM, werdet ihr zu erinnernden, drohenden fordernden und bevormundenden Eltern.

Wichtig: Mache deine Kinder auf die Tugend aufmerksam, also die positive Seite, und nicht 
die negative. Es hat von mir schon einiges abverlangt, die Tugend zu wissen, um sie dann auch auszusprechen.

Zweitens: Erkläre WIE und WARUM man freundlich sein kann. Wenn du eigene Beispiele bringen kannst, dann hilft das enorm. Es gibt viele Beispiele, wo es mir schwer fällt, die Tugend selbst zu leben, und wenn ich die mit meinen Kindern teile, die ja schon wissen, wo meine Schwächen sind, hilft das enorm.
Nicht nur, weil wir dann vom hohen Thron herunter auf Augenhöhe kommen, sondern weil wir Demut vorleben, die Kinder involvieren und sie an unseren Versagen und Siegen teilhaben lassen.
Persönliche Beispiele erreichen das Herz schneller. In Gesprächen bin ich berührt, wenn mir jemand ehrlich, unpoliert und echt aus seinem Leben erzählt.

Was bedeutet für mich als Mutter freundlich zu sein, wenn mein Kind mit den dreckigen Stiefeln reintrampelt und meine Anweisungen, die Schuhe auszuziehen, völlig missachtet? Und ich spreche hier nicht von einem 3-jährigen Kind.
Bleibe ich noch freundlich?
Ich brauche eine gehörige Portion Selbstkontrolle, um nicht laut zu werden und das Kind ruhig darauf aufmerksam zu machen, dass der Staubsauger in der Kammer ist und es auch noch den Boden aufnehmen darf.

Das WIE und WARUM gehen Hand in Hand.
Wie oft erklären wir unseren Kindern WARUM, aber nicht wie das praktisch aussehen kann.
Ich spielte, als meine Kinder noch kleiner waren, Szenarien in Lernmomenten durch.
Heute sprechen wir viel bei Mahlzeiten und in Autofahren über das WIE, ohne Konflikt, einfach so.

Du hast dich daran gehalten aber irgendwie klappt es nicht auf Anhieb.
Auch das ist normal. Bleib dran, sei nicht entmutigt, du säst immer und immer wieder und
wirst die Pflänzchen wachsen sehen. Sie wachsen aber nicht über Nacht und oft auch nicht über Wochen. Also setz dich und deine Kinder nicht unter den Druck, sofortige Resultate sehen zu wollen.
Wenn ich über meine Schwächen nachdenke bin ich auch froh, dass niemand unmittelbare Veränderungen erwartet!

Wenn du siehst, dass die Kinder es schaffen, dann ERMUTIGE, LOBE und ERMUTIGE wieder!
Wenn nicht, dann sind logische Konsequenzen und reflektierende Zeiten ein Werkzeug.

Wenn du schon dabei bist, dann bleib genauso ermutigend bei deinem Ehepartner daran, ohne augenblickliche Veränderung zu fordern.

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