::Vergleichen -2-::


Nachdem wir letzte Woche angeschaut haben, dass wir unsere Kinder nicht mit ihren Geschwistern sowie ihren Kameraden vergleichen sollten, gehen wir zu einem ähnlichen Thema über. Ein Thema, welches theoretisch ganz klar für uns alle ein No-Go ist. 

Vergleiche dich nicht mit anderen Familien! 

Oh ja, theoretisch klappt das, denn wenn wir mit den Schwierigkeiten unserer Freunde konfrontiert werden, weil sie sich mit anderen Familien messen, wissen wir genau, wo der Fehler liegt. Vergleiche nicht! Wie schnell jedoch schleicht sich genau dies bei uns ein und wir werfen unseren gut gemeinten Vorsatz über Bord? 

Das Vergleichen ist in unseren Breitengraden eine schreckliche Epidemie und ich frage mich immer, warum sie sich weiter ausbreitet, auch wenn (fast) jeder weiss, dass es nichts bringt, nicht gut tut und einfach unrealistisch ist. 

Vielleicht ist es so ähnlich mit den früheren Idolen und heutigen Influencern, die ihr Instagram perfekt abgestimmt haben, jedes Bild ist makellos, und obwohl man WEISS, dass es nicht realistisch ist, haben wir dennoch ein schlechtes Gefühl nachdem wir ihre Profile studiert haben, denn so eine ebenmässige Haut haben wir nicht (ist das nicht ein Filter!?), meine Kinder sehen nicht immer so top gestylt aus, mein Geburtstagskuchen ist nicht so präsentierbar, meine Wohnung nicht zu jeder Zeit so tadellos etc., etc. Und schon vergleichen wir wieder. 

Warum ist das Vergleichen so schlecht?! Ich weiss, du weisst es schon, aber lass es uns zusammen anschauen:
Weil die andere Familie... 
- einen anderen Ehepartner hat mit seinen ganz speziellen Stärken und Schwächen 
- anders von ihrer Herkunftsfamilie geprägt wurde, ihre eigene Familiengeschichte hat 
- andere Kinder hat, die wie deine einzigartig sind 
- andere Umstände hat 
- andere finanzielle Mittel hat, andere Weltanschauung, andere Wertvorstellungen, andere Ziele, anderes Zeitmanagement, andere Prioritäten, anderer Erziehungsstil, anders Ehe lebt, woanders lebt (Dorf, Stadt), andere Grosseltern hat, andere Lehrer, andere Freunde, andere Essgewohnheiten, andere Hobbys, andere Interessen, anderer Tagesablauf, anderer Schlafrhythmus, andere Unterstützung, andere… ok, ok, ich höre auf, ich glaube, wir haben es zusammen verstanden, dass es REIN GAR NICHTS bringt, sich zu vergleichen, denn wir sind ganz einfach einzigartig anders.
 
So, jetzt haben wir mal ganz viele Erklärungen, warum es total unmöglich ist, sich zu vergleichen. Und die Liste könnte noch unproblematisch ellenlang weitergeführt werden. Aber das Fiese ist ja, dass all diese Fakten uns nicht daran hindern, zu vergleichen. 
Diese Gedanken kreisen schneller als uns lieb ist, und schon sind wir wieder mitten im Vergleichen. 

Ich glaube nicht, dass es uns einfach nur hilft, uns 100 Mal am Tag einzureden, dass wir uns nicht vergleichen sollen oder uns schlecht nach dem Vergleichen fühlen werden.
Viel besser ist es, wenn du dir mal vor Augen führst, wofür du dankbar bist. Wenn du lernst dankbar und zufrieden zu sein, dann hat das Vergleichen keine Macht.
Sprich Leben über dir aus, über deinem Ehepartner und deinen Kindern, lass' dies eine neue, starke Gewohnheit werden und du wirst sehen, dass du dich an niemandem messen musst, denn 
du bist ein Unikat, deine Familie ist kostbar einzigartig, ihr habt einen einmaligen Weg vor euch, den niemand anderes hat.

Ob nun dein Kind mehr weint, weniger spricht, lauter, wütender, geiziger oder sonst was ist, kommt gar nicht drauf an, denn mit deiner Hilfe wird er lernen, sein grossartiges Temperament zu schätzen und seine Schwächen zu stärken, denn jedes deiner Kinder hat einen ganz speziellen Lebensweg.

Zufriedenheit ist der Schlüssel, der diesem Vergleichen ein für alle Mal das Maul stopft.

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