::Cheerleader und Coach::


Diejenigen, die mich schon ein Weilchen kennen wissen, dass ich oft darüber spreche, wie wir Eltern in der Erziehung Cheerleader und Coach für unsere Kinder sein sollten.
Ich denke nicht, dass Väter begeistert davon sind, Cheerleaders zu sein, also spreche ich hier mal zu den Müttern.
(Obwohl, Fun Fact: Die ersten Cheerleaders 1898 in Amerika waren ausschliesslich Männer, also geht es wieder beide an, oder nicht?! Du entscheidest.) :-) 

Wir kennen Cheerleaders wahrscheinlich hauptsächlich aus den amerikanischen Filmen. Ich spreche hier aber auf keinen Fall von eingebildeten, zickigen Girls, die einfach nur eine Möglichkeit suchen, anderen eins auszuwischen. Nein, davon spreche ich nicht!
Also, nachdem du dieses falsche Bild ausgelöscht hast, sehen wir mal, worüber ich spreche.

„Cheer“ bedeutet Beifall und „lead" leiten.
Cheerleaders feuern ihre eigene Mannschaft durch Akrobatik/Tanz und Zurufen an.

Wie sieht das praktisch in der Erziehung aus?
Unsere eigene Mannschaft ist natürlich unsere ganz persönliche Familie, unser Schatz.
Als Cheerleader deiner Kinder bist du ihr Ermutiger, du glaubst an sie, du feuerst sie an, wenn nötig auch durch Tanz. :-)
Viele, die mich kennen, wird dies verwirren, denn ich bin bekannt dafür, dass ich nicht gerne auswärts tanze. Aber weisst du was, meine Kinder können dir ein Liedchen davon singen, wie unglaublich crazy ich es zu Hause tue! :-)

Bestätige, ermutige und lobe deine Kinder regelmässig. 
Sei ihr grösster Cheerleader.
Befähige und glaube an sie.
Wer sollte denn diese Aufgabe sonst übernehmen, wenn nicht die Mama & der Papa?!

Hätten wir das nicht alle auch von unseren Eltern gewünscht?
Was für ein wunderschönes Geschenk.

Cheerleader geben ihren Kindern die Flügel, die sie benötigen.
Wir geben ihnen die Freiheit das Nest, wenn es soweit ist, zu verlassen und zu fliegen.
Weil wir sie bedingungslos lieben und ihnen auch vertrauen.

Nun, Korrektur und Ermutigung gehen Hand in Hand. Trenne sie niemals.

Der Coach hingegen ist ein Betreuer eines Sportlers oder einer Sportmannschaft.
Er leitet sie strategisch, technisch und konditionell an.
Ein Coach bestimmt den Trainingsablauf, die Mannschaftsaufstellung und die Strategie beim Spiel bzw. Wettkampf. 

Coach oder Trainer sind uns wahrscheinlich näher als Cheerleader. Vielleicht hast du ein Kind, das einen Mannschaftssport ausübt, oder du machst es selbst.

Ich liebe es, während Fussballspielen (unsere Sohn liebt Fussball, deshalb hab ich in letzter Zeit schon einige Spiele mitsehen dürfen :-) die Trainer zu beobachten.
Wie komplett verschieden die doch sind. Es gibt diejenigen, die vor lauter Mitfiebern schon öfters ihre Hosen zerrissen, dann andere, die rumschreien und dann wieder welche, die völlig tiefenentspannt ohne jegliche Regung auf der Seite sitzen.

Auch wenn ich weiss, dass das Lautwerden bei uns Mamas und Papas oft ein Problem ist und ich nicht diesen Trainertyp als Vorbild nehmen würde, und vielleicht auch nicht jenen, der seine Hose zerreisst :-), denke ich, dass es sich lohnt, mal darüber nachzudenken, welche Parallelen wir hier ziehen können.

Einige von uns sind Coaches für einen Sportler, andere mit mehreren Kindern haben eine ganze Mannschaft. Vergiss nie, dass wenn du eine Mannschaft hast, diese auch ganz viel Potenzial mit sich bringt :-). Ein Team mit vielen starken Spielern ist grossartig. Ich kenne einige Grossfamilien, und ich liebe deren Dynamik!

Nun, die Aufgabe des Coaches in der Familie ist es, den Tagesablauf zu planen, ihn zu strukturieren, die Mannschaftsaufstellung zu bestimmen.
Manchmal ist es auch in der Erziehung so, dass wir eines unserer Kinder aus dem Spiel rausnehmen müssen – zu seinem Besten, immer mit dem zukünftigen Ziel vor Augen. Wir erziehen proaktiv, zukunftsorientiert, ohne Sorge, was das Heute für einen Trotzanfall auslösen könnte.
Coaches helfen, das volle Potenzial auszuschöpfen.

Wir lassen uns von den Herausforderungen nicht entmutigen, sondern nehmen diese an und verwandeln sie über JAHRE in das Potenzial, das schon längst in unseren Kindern schlummert.
Deshalb denken wir uns Trainingsprogramme dafür aus.
Beurteilen ihre Stärken und Schwächen und identifizieren weitere Bereiche, wo sie sich entwickeln können. 
Sei es in der Selbstkontrolle, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Mitgefühl, etc.
Als Coach kommunizieren wir klare Instruktionen und highlighten Respekt, indem die Kinder lernen, uns in die Augen zu schauen, zuzuhören und darauf zu antworten.
Wir sind Vorbilder und sollen uns auch so verhalten, damit unsere Mannschaft uns vertraut und uns respektiert. Denn Respekt muss man sich auch erarbeiten.
Als Coach geben wir unseren Kindern die Wurzeln, die sie brauchen. Sie wissen, wo sie hingehört, haben ein Zuhause, in dem sie sich sicher und geliebt fühlen. So wächst ein starkes Wurzelsystem über Jahre, damit sie wissen wer sie sind, wenn die Zeit kommt, die Welt zu erkunden.

Weisst du jetzt, warum ich die Veranschaulichung Coach und Cheerleader so liebe?
Es ist eine wunderbare Balance.

Eine Balance der Ermutigung, des Anfeuern, aber auch des Trainingsprogramms, der Ziele, der Struktur und der zukunftsorientierten Erziehung.

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