::Lehren::


Zum letzten Blogeintrag habe ich noch eine Ergänzung. (Wenn du ihn noch nicht gelesen hast, tu das doch noch – vor oder nach diesem Blog.)
http://childwise-ch.blogspot.ch/2016/12/kreativ.html

Falls es mal vorkommen sollte, dass dein 3 - 7jähriges Kind immer noch gleich ungehorsam ist wie die Jahre zuvor, und ich spreche hier nicht von neuen „Mödelis", dann ist es wichtiger, es MEHR zu lehren.
Damit meine ich nicht mehr Belehrungen im Sinne von bla-bla-bla, sondern dann, wenn kein Konflikt herrscht.
Wir verfallen öfters als uns lieb ist in den Belehrungsmodus.
Das tönt dann so:

"Jetzt hast du schon wieder...!"
"Wie oft soll ich es dir noch sagen...?"
"Wann begreifst du es endlich!"
....


Hör dir doch mal selber zu.
Wenn ich es mal ganz bewusst tue, merke ich selber, wie Belehrungen den Lernprozess der Kinder mehr unterdrücken als unterstützen. Ganz zu schweigen davon, dass ich mir selbst überhaupt nicht zuhören wollen würde.
Lernmomente sind da ganz anders. Sie bestärken, lehren und befähigen das Kind.
Das heisst natürlich, dass das Lehren nicht dann beginnt, wenn ihr einen Konflikt habt.
Meist stösst du genau zu diesem Zeitpunkt auf taube Ohren und kann den Konflikt noch verstärken.
Auf jeden Fall geht es mir so. Ich möchte meinen Punkt rüberbringen, sehe, wie die Kinder eben nicht zuhören, werde dann zunehmend frustrierter und lauter, bis ich selbst, milde ausgedrückt, verärgert bin.


Fazit: das Kind hat nicht zugehört und ich habe mich aufgeregt. Als Bonus hatte dein Kind vielleicht sogar noch einen Wutanfall und du brauchst einen Wellnessurlaub.
Keine klassische Win-Win-Situation :-). Einverstanden?
Wie kann es besser funktionieren?

Sicher mal spielerisch mit den Lernmomenten, eben wie im oben erwähnten Eintrag von letzter Woche, und dann auch während Lernmomenten im Nicht-Konflikt als Gespräche – dies ist sehr hilfreich bei älteren Kindern.
Du kannst beide bei Kindern ab 3 Jahren einführen, wobei das Spielerische Priorität hat und dann je länger je mehr von der Konversation übernommen wird.


Nun, wie fängst du so eine Gespräch an?
Sage zum Beispiel: „Du bist nicht in Schwierigkeiten, ich möchte einfach mal kurz etwas mit dir besprechen."
Das Kind fühlt sich so nicht sofort angegriffen und versucht nicht, sich herauszureden, sondern es ist ein neutraler Anfang.
Dann sprich mit ihm darüber. Lehre das Warum dahinter.
Baue immer wieder altersentsprechend darauf auf. Wenn das Kind älter ist, frage es auch, was es dazu meint, wie man das ändern könnte etc.


Ich hatte wieder einmal so einen Aha-Moment. Manchmal habe ich Coaching-Gespräche mit Eltern, während meine Kinder zu Hause sind. Ich spreche mit meinen Kindern vorher, erkläre ihnen wer kommt und wann, und dass diese Personen kommen, um Unterstützung zu haben. Ich mache die Kinder darauf aufmerksam, dass ich in dieser Zeit im Notfall unterbrochen werden darf, sie aber ansonsten warten sollten.
An diesem Tag spielte ich also vorher mit unserer Jüngsten, die frei hatte, einige UNOs, und entliess sie in die Spielzeit, als die Eltern ankamen.
Die anderen Kinder kam kurz darauf auch nach Hause und dann ging das Hin und Her der Jüngsten los.
Sie hatten irgendeine Auseinandersetzung und ich sprach kurz mit den Kindern und versprach, später näher darauf einzugehen. Das hielt die Kleinste jedoch nicht davon ab, noch einige Male vorbeizukommen.
Als das Gespräch beendet war und die Eltern gegangen waren, war ich zugegebenermassen ziemlich frustriert.


Hatte ich sie nicht darauf vorbereitet? Mit der Jüngsten Qualitätszeit verbracht, damit sie nicht denkt, dass sie den ganzen Nachmittag alleine spielen
müsse? Was noch?
Es ist ja nicht so, dass dieses Verhalten regelmässig vorkommt. Überhaupt nicht, wahrscheinlich so höchsten 2 - 3 Mal im Jahr.
Sonst plane ich meist die Coaching-Gespräche morgens oder abends ein … Aha! Beim frustrierten Nachdenken erinnerte ich mich daran, dass ich meine Kinder nie wirklich darüber aufgeklärt habe, WARUM die Leute kommen.
Meist nur kurz. Also nahm ich mir Zeit, wir setzten uns zusammen und ich erklärte ihnen, dass viele Eltern kommen, um einfach nur Inputs zu erhalten, andere aber wirklich schon grössere Probleme und Herausforderungen haben und nicht weiter wissen. Ich merkte, wie mein Nachwuchs langsam, langsam verstand.
Ihr Mitgefühl war förmlich spürbar und ich merkte, dass wir doch einen Durchbruch bei diesem Thema hatten.

Es war in dieser Situation so wichtig, sie noch näher darüber aufzuklären.

Wo fühlst du, dass das WARUM noch fehlt?
Du ermahnst, wiederholst und kommst kein Stück weiter.

Nimm dir mal Zeit, mit deinem Kind darüber zu sprechen.
Natürlich heisst das nicht, dass du nie Konsequenzen einsetzt. Dein Kind muss aber wissen, warum man etwas tut oder nicht und was dahinter steckt.
Vergiss diesen wichtigen Baustein nicht!

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