::Kindlich vs. vorsätzlich::


Szenen aus dem Alltag:
Dein Sohn will dir beim Frühstück seine neuen Kampfbewegungen zeigen und stösst dabei seine Cornflakes-Schale um. Das Ganze ist nun auf dem ganzen Tisch und Boden verteilt.
Deine Tochter rennt nach dem Kindergarten voller Stolz direkt zu dir ins Wohnzimmer weil sie etwas Spezielles für dich gemalt hat, natürlich ohne vorher die dreckigen Gummistiefel auszuziehen.
Die Zwillinge spielen Verstecken im Haus und deine Lieblingsvase geht dabei zu Bruch.
Alle Eltern könnten hier noch die Liste beliebig mit ihren Geschichten weiterführen, da bin ich überzeugt.

Interessant ist, wie wir Mamas und Papas auf solche Missgeschicke reagieren. Oft unterscheidet unsere Reaktion nämlich nicht, ob es mit Absicht gemacht wurde oder ein Missgeschick war. 
Wie reagierst du in solchen Situationen? Ich weiss, wie ich es getan habe, und das war oft nicht vorbildlich.
Weil besonders wir Mütter immer wieder in den Genuss des Aufräumens und Putzens kommen, ist meist der Mehraufwand bei solchen kindlichen Unfällen nicht umbedingt willkommen – zumindest nicht in unserem Haushalt! :-)

"Kannst du nicht aufpassen?? Jetzt muss ich wieder den ganzen Tisch und Boden aufwischen!“
Was passiert aber, wenn ein Kollege bei uns übernachtet und versehentlich das ganze Müesli auf dem Boden verteilt?
"Ah, das macht doch nichts, das kann man aufsaugen," war da meine Antwort hierzu, während mich die Kinder mit grossen Augen anschauten. Welche Nachricht sende ich ihnen?

Ich hatte nach diesem Vorfall einen Aha-Moment. Warum reagiere ich bei einem Gast so freundlich, wenn ihm ein Missgeschick passiert, obwohl ich ja meiner Familie und meinen Kindern das Beste geben möchte? Da musste schleunigst was ändern. Ich wusste schon lange, dass mein Verhalten falsch war. Ich war mir bewusst, dass ich mich in Selbstkontrolle üben musste. Und dass ich meine Antwort den leuchtenden Augen, die mir ein Geschenk mitbrachten, anpassen musste, und die dreckigen Stiefel ausblenden sollte …
Was mir half war das Bewusstsein, dass ich es eigentlich kann! Ja, ich konnte bei allen Freunden und Gästen richtig reagieren. 
Dann kann ich es auch umso mehr bei meiner Familie, die das Beste von mir verdient. Meine Familie ist mir das Wichtigste.
Meine Freunde kommen nach meiner Familie (entschuldigt, meine lieben Freunde, ich liebe euch aber trotzdem!) :-)

Wo steht deine Familie?
Ich meine nicht theoretisch, sondern ganz praktisch.
Rücke sie wieder an den richtigen Platz, und beobachte, wie das alles andere positiv beeinflusst.

Zum Schluss: Ich würde gerne sagen, dass ich nie mehr so wie am Anfang reagiere. Leider passiert es doch ab und zu. Ich bin jedoch dran und meine Kinder geben mir immer wieder genügend Übung, damit ich mich bessern kann.

Was für ein Privileg, wenn Kinder in einem Zuhause aufwachsen können, wo Fehler passieren dürfen und wo sie trotzdem angenommen und geliebt werden.
Und wie glücklich sind wir Erwachsenen, wenn uns genau dies widerfährt, wenn uns aus Versehen etwas passiert.

… to be continued.

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