::Das Vertrauen eines Vaters::


Ist es nicht wunderschön, wenn Dein Kind von einer Höhe aus in Deine Arme springt?
Dieses Vertrauen ist wie Magie. Es ist eine kurze Sequenz, hat jedoch einen tiefen, bindenden Effekt.
Das Kind zweifelt vielleicht einen kleinen Moment, der aber schnell in grenzenloses Vertrauen und in die Fähigkeit, dass Papa es fangen wird, wechselt.
Je mehr wir diese Übung wiederholen und das Vertrauen dadurch stärken, desto höher wird das Kind springen.
Im Kopf des Kindes gibt es keinen Zweifel, dass Papa es auffangen wird.
Manchmal wird dieses blinde Vertrauen gestört, weil der Vater die Situation falsch eingeschätzt hat – und lässt einen kleinen Schock oder vielleicht eine kleine Verletzung zurück.
Zum Erstaunen vieler Väter ist das Kind – nach einer aufrichtigen Entschuldigung, Umarmungen und Küssen seines Papas – wieder bereit zu vertrauen.
Dieses blinde Vertrauen ist bei kleinen Kindern natürlicherweise vorhanden, verschwindet aber mit ca. 8 - 12 Jahren. Das Kind hat ab dann die intellektuelle Fähigkeit, sein Vertrauen auf verankerte Erfahrungen zu basieren.
Es ist sich den möglichen Gefahren bewusst und das wiederum hilft ihm, Situationen einzuschätzen. 
Der Vater kann nun das Vertrauen des Kindes gewinnen oder verlieren, basierend auf – wie bereits erwähnt – verankerte Erfahrungen.
Als Vater habe ich unzählige Gelegenheiten, das Vertrauen meiner Kinder zu gewinnen. Vielleicht ist es nicht mehr, als dass mein Kleinkind von einer Wand in meine Arme springen möchte und dadurch meine Aufmerksamkeit sucht.
Oft ist es mein Ältester, der seine neuen Entdeckungen mit mir teilen möchte, mir erzählen möchte, was im Kindergarten passiert ist und stolz sein neues Flugzeug zeigt, dass er aus Lego baute.
Es ist meine Mittlere, die sich nach Umarmungen und einer Rückenmassage sehnt.
Meine Kleinste, die in meine Arme rennt, nachdem ich nach Hause gekommen bin.
Ist uns bewusst, dass wir eine spezielle Position als Väter haben, dass unsere Worte, unser Umgangston, unsere Reaktionen positive oder negative Auswirkung haben?
Tagtäglich haben wir diese speziellen Momente. Leider verpassen wir sie wegen unseren täglichen Belastungen oftmals.
Nachdem ich jedoch meine Zeit analysiert habe, realisierte ich, dass diese verpassten Möglichkeiten meistens von meinem Mangel an Engagement herrühren.
Es hilft mir, mich daran zu erinnern, dass die Qualität dieser bindenden Erfahrungen meinen Kindern helfen wird, mir zu vertrauen.

Darum nochmals: Je mehr wir diese Übung wiederholen und das Vertrauen dadurch stärken, desto höher wird das Kind springen. Im Kopf des Kindes gibt es keinen Zweifel: "Papa wird mich auffangen!"





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