:: Konstant::


Ich durfte in unserem neuen Buch "Vorbereitung für das Kleinkindalter" den Satz „Gesunde Erziehung ist immer konstant" in Szene setzen. Was für ein grossartiges Thema für einen Blogeintrag! Denn manchmal gehen mir die Themen aus, und dann wird mir wieder eins auf dem Silbertablett serviert. Übersetzungen, Gespräche oder Coaching sind grossartige Inspirationsquellen für den Blog. Viele Ideen kommen auch während dem Putzen oder durch meine eigene Familie, die auch immer wieder wunderbare Inhalte liefert.

Zurück zum Satz: „Gesunde Erziehung ist immer konstant." 

Was bedeutet konstant?
Konstant: nicht veränderlich, ständig gleichbleibend.
Manchmal hilft es, sich anzuschauen, was konstant nicht ist. Es ist nicht schwankungsanfällig, variabel, unregelmässig oder unbeständig. 
Bestimmt wusstest du das schon – theoretisch. Aber wie sieht es in der Praxis aus? 
Wir verstehen, dass dieses Konstante unseren Kindern Sicherheit gibt. Dann bringt Unbeständigkeit also Unsicherheit.

“Aber das konstant-Ding habe ich auch schon probiert und es hat nicht funktioniert!” 
Was die meisten Eltern mit „funktioniert“ meinen, ist in der Erziehung oft fehl am Platz. 
Konstant bleiben im Zusammenhang mit unseren Kindern ist nicht wie ein Hebel, der plötzlich umgeschaltet wird und alles läuft.

Es ist absolut möglich, dass du konstant erziehst, dein Kind jedoch jetzt keinen Anschein macht, etwas an seinem rebellischen Verhalten zu ändern.
Natürlich bringt deine Beständigkeit ihm Sicherheit, aber irgendwie hat es diese Macke, deine Ausdauer zu testen!

"Wie überzeugt sind meine Eltern mit ihrer Beständigkeit?"
"Bleiben sie genau so dran, auch wenn ich nichts ändere?"

Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass – und das sage ich immer wieder – was immer wir tun, wir es mit der grössten Überzeugung machen.
Sei zuerst selber ganz sicher, dass du das für dich und deine Familie wichtig findest. Das misst du dann nicht an den sofortigen Reaktionen deiner Kinder, sondern hältst auch durch, wenn es herausfordernd wird. Du gibst nicht auf, im Sinne von „Also, ich hab’s versucht, aber es klappt nicht!“ sondern hältst dran fest, weil du für dich entschieden hast, dass diese Beständigkeit richtig ist und langfristig Sicherheit und Ruhe bringt.

In der Erziehung müssen wir uns das zukünftige Ziel vor Augen halten, dann werden die verschiedenen momentanen “Rückschläge” (die kommen werden!) uns nicht demotivieren, weil wir uns ausrichten und unseren “Erfolg” nicht während dem mittleren Teil unseres Marathons messen, sondern den Lauf mit der Auszeichnung am Ende vollenden! 
Das Ende ist nicht heute – genauso wenig in zwei Jahren. Das Ende ist dann, wenn du deine Kinder als verantwortliche Erwachsene in die Welt entlässt, damit sie diese verändern.

Also: bleib dran! Bleib konstant! Lass dich nicht verunsichern, sondern sei dir bewusst, welche Samen du in die Herzen deiner Kinder säen möchtest (setze dir dafür unbedingt Ziele!). 
Und dann bewässere, jäte, bewässere, jäte, schneide das Pflänzchen zurecht und lass es immer wieder in der Sonne – deiner Ermutigung – wachsen!

Warum ist Beständigkeit so schwierig?
Wenn ich von mir und den vielen Eltern, die ich kennengelernt habe, ausgehe, dann ist der primäre Feind von Beständigkeit die Bequemlichkeit. Konstant sein fordert unheimlich viel von uns, es ist nichts für schwache Nerven. 
Beständigkeit kommt nicht automatisch oder ist immer nur eine Freude. Sie unterbricht, fordert und kann kräftezerrend sein.
Die Frucht daraus ist Sicherheit – und ist das nicht eine Ziel unserer Elternschaft?

Ich möchte hier noch einen Einschub machen: Konstant sein heisst nicht religiös, übereifrig, emotionslos oder gar hart sein. Beständigkeit lässt immer Platz für den Kontext. Schau dir die Umstände immer weise an.

In welchem Bereich möchtest du konstanter sein? 
Sei dir bewusst, dass diese Frage zu einem ständigen Begleiter wird. Sie ist es für mich!

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