::Wahrnehmung::


Wie ist deine Wahrnehmung, wenn du dich in der Erziehung mit einer Herausforderung befasst?
Versuchst du, hinter die Fassade deines Kindes zu sehen oder möchtest du einfach eine kurzfristige Lösung?

Kurzfristige Lösungen maskieren sich im Augenblick als etwas Erstrebenswertes und Attraktives, stellen sich dann aber als Trugschluss heraus.

Zu oft gehen wir diesen schäbigen Lügen auf den Leim, die uns im Moment Ruhe versprechen, auf die Zukunft hinaus jedoch nur noch mehr Last aufbürden.
Wir Eltern haben die Macht, unsere Kids durch schlichtes, impulsives Urteilen zu entmutigen.
Dies geschieht, weil wir uns ehrlicherweise die Zeit nicht nehmen möchten, zu verstehen, was hinter der Fassade geschieht.

Dieses Bohren, Nachfragen und sich damit Befassen sind unglaubliche Zeitfresser.
Stunden, die uns in der heutigen Zeit, trotz dem ganzen Fortschritt, einfach nicht zur Verfügung stehen.
Also suchen wir nach kurzfristigen Lösungen. Diese lassen uns keine Zeit, Verständnis zu suchen, und lassen uns voreilig ein Urteil fällen. 
Denn Konsequenz und Strenge sind doch auch nur die Lösung für einen Teil der Bevölkerung –  die anderen pflegen das ehrenvolle Übersehen. (Als kleiner Einschieber: Ich spreche hier über die Erziehung von Kindern ab mindestens drei Jahren, mehr eigentlich im Alter von 5–6 Jahren).

Konsequenzen sind unheimlich wichtig für Kleinkinder, sie lernen dadurch Sicherheit, Halt und Geborgenheit.
Es gibt ihnen Orientierung.

Natürlich sind Konsequenzen genauso wichtig für Vorschüler und Kinder in den mittleren Jahren von 8–12 Jahren, wobei für die zweite Gruppe der elterliche Übergang von Autorität zu Einfluss geschehen muss.
Dieser Wechsel erfordert den Transfer von der frühkindlichen Perspektive Ich muss, ansonsten … langsam zu Ich sollte, weil es richtig ist.
(Hast du das Buch Die mittleren Jahre schon? Und habe ich schon erwähnt, wie sehr ich diese Zusammenfassung liebe?! Und nein, ich werde hier nicht für Werbung bezahlt! #notasponsoredpost) :-)

Ganz praktisch: Du solltest dir früh aneignen, das ganze Bild, also den Kontext, zu betrachten.

Wenn das Baby plötzlich in der Nacht erwacht, nachdem es immer problemlos durchgeschlafen hat, dann könnten es die Zähne sein. Wenn dieser Zustand immer wieder auftaucht, wäre es genauso wichtig, den Tagesablauf zu betrachten. War zu viel los? Zu viele Eindrücke? Zu viele Orte? Zu viele Menschen?
Ist es vielleicht etwas, das ich gegessen habe (wenn du noch stillst)?
Eigne dir an, die Lage vollumfänglich zu verstehen.

Dein Kleinkind, das ständig einen Wutanfall bekommt, wenn du nein sagst … Natürlich ist es das Trotzalter, aber könnte es auch sein, dass du sonst bei anderen Belangen nicht konsequent genug bist, so dass jedes Nein für dein Kind nicht absolut ist?
Oder ist es müde? Hungrig?

Wenn du anfängst zu erkennen, welche Faktoren mitspielen, pauschalisierst du viel weniger.
Du beginnst, dein Kind zu kennen. Wie es mit verschiedenen Faktoren umgeht. Und du musst manchmal selbst Anpassungen vornehmen, damit dein Kind schlafen kann und du genug Zeit hast, bei den Herausforderungen dran bleiben zu können. 

Ich habe mir zum Beispiel extra viel Zeit genommen, wenn ich aus dem Haus musste und wusste, dass ein Kind die Schuhe, geschweige denn die Jacke oder Mütze, nicht anziehen wollte. Wir haben dann jeweils schon 30 Minuten zuvor angefangen.
Das brachte sehr viel Ruhe in das ganze Geschehen, weil ich keinen Zeitdruck verspürte und die Minuten zur Verfügung hatte, um konsequenz zu bleiben, ohne verleitet zu werden, doch alles selber zu machen, weil die Uhr tickt.
Du ersparst dir ganz viel Frustration! Versuch es mal!

Suche Verständnis.
Das grosse Bild.
Wann immer ich nicht genug Zeit hatte, musste ich mir überlegen, was ich ändern muss, damit ich diese habe!
Versuche nicht, deine Kinder ruhig zu halten, damit dein Leben ohne Unterbruch gleich weitergehen kann. 
Nimm Veränderungen vor – für deine Familie!

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