::Wirbelwind::


Hast du einen Wirbelwind zu Hause?

Ich habe mir die Frage einmal gestellt, was ein Wirbelwind überhaupt ist! Irgendwie werden aktive Kinder schnell als Wirbelwind abgestempelt.
Sie haben Energie ohne Ende, oft Mühe ruhig zu sitzen und ständig Unfug im Kopf. Kleine Unfälle wie ein Wasserglas umkippen kommen häufiger vor, weil irgendwie die Zeit fehlt zum Aufpassen, oder man hat es einfach wieder mal vergessen, denn Aufpassen ist ja langweilig ...
So beschreiben mir Eltern oftmals ihre Sprösslinge. Zusätzlich gibt es dann noch die eine oder andere Nuancen von Fluchen, Lügen, Schlagen etc.

Kommt dir das bekannt vor?
Wie sieht es bei dir zu Hause aus?


Der "Wirbelwind" fällt schnell auf und wird oft zum "Problemkind", die anderen Geschwister gehen dann unter, weil sie, so scheint es, gehorsamer sind. Wenn man aber die Lupe näher auf die Ruhigen hinhält und sich Zeit nimmt, bemerkt man, dass es nicht so ist – man hat einfach keine Zeit, diese Mikrorebellionen anzugehen, weil ja der "Wirbelwind" so offensichtlich ungehorsam ist und stört.

Nun, hast du ein solches Kaliber zu Hause?
Dann herzliche Gratulation! Das meine ich überhaupt nicht sarkastisch, auch wenn ich weiss, dass es viel, viel Geduld, Energie und Weisheit benötigt. Ich weiss, woran du bist. Du hast gelernt, zu jeder Zeit dranzubleiben und kannst dir kaum Pausen gönnen, ausser vielleicht, wenn das Kind schläft. :-)
Mal ganz ehrlich, das Dranbleiben hat ganz viel Gutes, denn die Kinder, die äusserlich so angepasst sind und die es genauso faustdick hinter den Ohren haben, gehen unter. Und ich meine nicht im Sinne von, wir unternehmen nichts mit ihnen oder ignorieren sie. Nein, wir fragen uns gar nicht, ob sie nun wissen was richtig und falsch ist, ob ihr Herz wirklich bei der Sache ist.

Beim Wirbelwind musst du dir keine Fragen stellen, denn bei ihm ist die Sache schnell klar, verstecken tut er nichts :-).

Liebe Mama, lieber Papa, es ist gut, dass es so ist! Stemple ihn zu Hause nicht als "Problem" ab, fülle deine Gespräche mit deinen Freunden nicht damit, wie schwierig dieses Kind ist, vor allem nicht in Gegenwart des Kindes. Dass wir Austauschen müssen ist ganz klar, aber wenn es zur Gewohnheit wird, dass dieses Kind negativ im Mittelpunkt steht, schubladisieren wir es unbewusst, und noch trauriger, senden ein Signal an das Kind, dass es schwierig ist.

Ob man sich da als Kind so leicht davon befreien kann, wage ich zu bezweifeln. Wenn jahrelang so über uns gesprochen wird, wird es zur Identität.
Also, pass auf, WIE du über den "Wirbelwind" sprichst.

BLEIBE DRAN! Wenn das Kind jünger ist, damit, dass das gilt, was du sagst und dass es lernt, deine Autorität als Mama oder Papa zu respektieren. Es ist ein jahrelanger Prozess, aber lohnt sich enorm. Denn wenn diese Kinder es nicht lernen, wird es später wirklich hart.

Wenn Mama sagt komm, dann meint sie komm.
Wenn Papa sagt nein, dann meint er nein.
Das sind ganz grundlegende Sachen, aber damit lässt sich sehr gut arbeiten.
Diese Kinder brauchen Grenzen, ansonsten sind sie überfordert.
Später ist es wichtig, dass sie lernen, es zu verinnerlichen – dass es eine Herzensangelegenheit ist. Du kannst bist zum Geht-nicht-mehr Strafen und Konsequenzen geben: Wenn sie es nicht verinnerlichen, werden sie nur frustrierter. (Mehr dazu in einem anderen Eintrag).

Geh raus mit diesem Kind in die Natur, unternimm etwas, es braucht „Auslauf“! (Ich weiss, es ist kein Hund, ein besseres Wort ist mir nicht in den Sinn gekommen) :-).

Speak life, sprich Lebensworte über ihm aus. Glaub an es, stärke es und nimm es so an, wie es ist. Das heisst nicht, dass man nicht mehr mit ihm dran bleibt, aber es gibt ihm die Sicherheit, dass es fantastisch gemacht wurde, viele Stärken hat und sich nicht völlig verändern muss, um anzukommen.

In einem Zuhause aufzuwachsen, wo jeder angenommen ist, ist so kostbar.

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